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Vorträge & Aufsätze

Dresdner  Rede

Der  verharmloste  Ridinger

 

Die Dresdner Rede – Fußnoten

[1] Gg. Aug. Wilh. Thienemann. Leben und Wirken des unvergleichlichen Thiermalers und Kupferstechers Johann Elias Ridinger. Leipzig, Weigel, 1856, S. VII. – Zurück
[2] Wolf Stubbe, Johann Elias Ridinger. Hamburg/Berlin, Parey, 1966, in der Reihe „Die Jagd in der Kunst“, SS. 10 f. Hier und im folgenden zitiert mit dem ausdrücklichen und großen Bedauern, daß der Verlag diese so wichtige und unverändert aktuelle, illustrationsmäßig reich belegte Arbeit bislang nicht neu aufgelegt hat. – Zurück
[3] Alojzy Oborny in „Johann Elias Ridinger (1698-1767) Grafika“ / Ausstellungskatalog des Muzeum Narodowe w Kielcach, 1997, S. 9. – Zurück
[4] Klaus Lochmann, 300 Jahre Johann Elias Ridinger – Historie und Aktualität seines jagdkünstlerischen Schaffens, als Lichtbildervortrag dieser Veranstaltung. – Zurück
[5] L. H. Niemeyer, Reisender, jagender Meister? Eine Gedankenpirsch zum 300. Ridinger-Geburtstag. In Die PIRSCH 1998/4, SS. 12 ff. Betreffs der dort nur nach der Literatur (Ridinger-Katalog Helbing, 1900, Nr. 1553) erwähnten Zeichnung zu Th. 255 bedarf es bezüglich ihres für möglich gehaltenen „Blattschuß“-Belegs indes Zurückhaltung, nachdem übersehen worden ist, daß Thienemann mit 1325 eine Variante zu 255 beschrieben und zugleich mit einer Zeichnung belegt hat, die vermutlich von dem Büchsenspanner Joh. Ernst Wagner stammt (s. hierzu auch übernächste Fußnote). Eine noch heute nachweisbare gleichartige Zeichnung, beide im Stichsinn von Th. 1325, mit Ridinger’s Signatur figuriert unter Nr. 129 im R.-Appendix des 1869er Weigel’schen Zeichnungskatalogs. – Zurück
[6] erlebnis ridinger 1698-1998 als Heft 20 der Reihe „schriften der ridinger handlung niemeyer“. – Zurück
[7] Zu letzterem hat jüngst Stefan Morét im Katalog „Die Tierdarstellungen von Johann Elias Ridinger“ – zitiert im folgenden als „Katalog Darmstadt“ oder „Morét“ – zur Ridinger-Sonderausstellung des Museums Jagdschloß Kranichstein, Darmstadt, Stiftung Hessischer Jägerhof, 1999, wertvolle Belege beigesteuert. Als an Ridinger übersandt erscheinen demnach die Vorlagen zu Thienemann 332, 339 + 342 (s. Kat.-Nrn. VI.9; VI.10b; VI.12 + 12b. Indizien hierfür bieten des weiteren die Pos. VI.2 + VI.5 zu Th. 297 + 305, indes Th. 318, 319, 339 + 340 ohnehin kein Ridinger’sches del./pinx./inv. aufweisen (vgl. Kat.-Nrn. VI.7; VI.8; VI.10; VI.11 + 11e). – Zurück
[8] Eduard Beaucamp, Der Krieg der Maler fand nicht statt. Koexistenz im Barock …, in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Juni 1998. – Zurück
[9] Allgemeines Künstler-Lexikon, Bd. 5. München/Leipzig, Saur, 1992, S. 602. – Zurück
[10] a. a. O. SS. 6 + 11 – Zurück
[11] Siehe bezüglich Ridinger’s hierzu des Verfassers illustrierten Beitrag „Die Vanitas-Symbolik bei Johann Elias Ridinger“ in „L’Art Macabre 2“, Jahrbuch der Deutschland-Sektion der Europäischen Totentanz-Vereinigung, hrsg. von Uli Wunderlich, Düsseldorf 2001, SS. 94-112, bzw. als erweiterte und aktualisierte unillustrierte Internet-Fassung. – Zurück
[12] Jack Wasserman, Leonardo da Vinci. Köln, DuMont Buchverlag, 1990, SS. 66 f. nebst Abb. – Zurück
[13] Ign(az) Schwarz. Katalog einer Ridinger-Sammlung (Slg. Rudolf Ritter von Gutmann). 2. Bde. Wien, Selbstvlg., 1910(/18?). – Angebots-Nr. 28.886. – Zurück
[14] Exemplarisch-generell siehe hierzu Stechow, (Pieter) Bruegel (der Ältere), Köln, DuMont Buchverlag, 1977, SS. 70-73 nebst Abbildungen und, ergänzend, Friedländer, P. B., Berlin, Propyläen, 1921, S. 102; spezifisch das inhaltlich ganz bemerkenswert-individuelle „Memento Mori“ Savery’s in Müllenmeister, Roelant Savery – Die Gemälde, Freren, Luca, 1988, Nr. 22 nebst Abbildung. – Zurück
[15] Hierzu inspirierte Savery’s zeichnerische Tiroler „Boslandschap met Jagers“ aus 1609 (siehe Katalog der 1968/69er Wanderausstellung „Landschaptekeningen van Hollandse Meesters uit de XVIIe Eeuw … in het Institut Néerlandais te Parijs“ Nr. 138 + Tafel 1), die Aegidius Sadeler noch gleichen Jahres in Kupfer umgesetzt hatte (Hollstein’s Dutch and Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts, Bd. XXI, Amsterdam 1980, Nr. 225 als „Three Hunters and two Dogs near a Pool“ innerhalb der 6blätt. Suite 225-230 „Six Mountainous Landscapes in Tyrol“). Bei Savery bleibt das Wild unsichtbar, wie auch der Parforce-Aspekt eine Anreicherung Ridinger’s ist. Bei ersterem ist es eine ganz auf die linke Seite konzentrierte Pürschjagd dreier Jäger nebst zwei Hunden. Beiden Versionen gemein gleichwohl die Position des anlegenden Jägers hinter dem toten Baum (bei Savery eine Gruppe toter und lebender), die Ridinger indes zur prononcierten Vanitas-Doppel-Symbolik fortentwickelte. – Zurück
[16] So weitet 1824 Johann Christian Reinhart per malerischer Zeichnung (Kreide, 563 x 772 mm) Ridinger’s entsprechende Szenerie Th. 315 zu einer Steinödnis aus, wobei er sich des imperialen Formates der Ridinger-Hirschhatz Th. 67 bedient, andererseits den 32-Ender auf 8 Enden zurücknimmt und diesen somit dem zudem gleichfalls querformatigen und auch größeren 6-Ender von Th. 198 – Abbildung siehe Stubbe, Tafel 24 – angleicht, auf dessen dichte Waldstaffage hingegen verzichtet. – Zurück
[17] Nr. 1 deren 1958er K&F-Versteigerung nebst Abbildung. – Zurück
[18] So führten die diesbezüglichen hiesigen Ausführungen zur Einladung der Europäischen Totentanz-Vereinigung in Deutschland, diese Gedankengänge auf deren 6. Jahrestagung im April 2000 in Bamberg zu vertiefen. Siehe deren schon per Fußnote erwähnte Druckfassung in L’Art Macabre 2. – Zurück
[19] Thienemann XX, 2; Schwarz I, XIX m. Abb.; Katalog des Deutschen Jagdmuseums München, 1979, Nr. 5978 m. Abb.; Katalog Darmstadt I.2 m. Abb. – Zurück
[20] a. a. O. S. 138. – Zurück
[21] Siehe dessen Zeichnung in „Johann Elias Ridinger’s Kunstnachlass in Handzeichnungen“ Nr. 522 als Appendix zum Catalog einer Sammlung von Original-Handzeichnungen … hinterlassen von J. A. G. Weigel. Leipzig 1869. – Zurück
[22] Jan Hendrik Niemeyer, Joh. El. Ridinger’s Wundersamste Hirsche – Entstehung und Werdegang einer Folge, SS. 2 + 4, 1994 ff.. – Zurück
[23] Siehe hierzu im Nachwort zu Ridinger’s Zeichnung der „Evangelischen Kirchen Visitation“ als dem „Augsburger Friedensgemälde“ für 1728. – Zurück
[24] Generell zu diesem Komplex siehe Wolfgang Schöne, Über das Licht in der Malerei, und hier insbesondere dessen 3. Kap., Beleuchtungslicht: Das Bildlicht des 15. bis 18. Jhdts. 6. Aufl. als unveränderter Nachdruck der 3., Berlin, Gebr. Mann, 1983, SS. 107 ff. – Zurück
[25] Horst Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. 2. Aufl. Amsterdam, B. M. Israel, 1983, S. 328. – Zurück
[26] Ernst Welisch, Beiträge zur Geschichte der Augsburger Maler im 18. Jahrhundert, 1901, SS. 91 ff. – Zurück
[27] a. a. O. SS. 14 + 16. – Zurück
[28] a. a. O. S. 30. – Zurück
[29] (Rolf Biedermann,) Johann Elias Ridinger 1698-1767. Katalog der Ausstellung der Städtischen Kunstsammlungen Augsburg 1967. – Zurück
[30] Wie es sich denn auch schon oben bei Erörterung der Vanitas-Stilleben-Aspekte an Hand des Vorhangs des 1722er Reitschul-Titels Th. 605 und dessen Wiederbegegnung im späten Selbstbildnis Thienemann XXI, 3 gezeigt hat. – Zurück
[36] Auctions-Katalog einer schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen Joh. El. Ridinger’s aus dem Besitze eines bekannten Sammlers. Wien, Wawra, 1890, Nr. 55. – Zurück
[37] Manfred Veit, Johann Elias Ridinger und die Grünau bei Neuburg. In Neuburger Kollektaneenblatt des Historischen Vereins Neuburg a. d. Donau, Bd. 145/1997, SS. 131-143. – Zurück
[38] The Eremitage Catalogue of Western European Painting, Bd. IV, Nr. 284. Florenz, Giunti, 1987. – Zurück
[39] Entsprechende Beispiele siehe Katalog Darmstadt VI.2c; VI.3b; VI.7c + d etc. – Zurück
[40] Ergänzend verwiesen sei auch auf die 1742er zeichnerische Hirschjagd nach Lucas Cranach („Lucas Cranach pinx.“) Weigel, 1869, Nr. 507. – Zurück
[41] Siehe dessen Wiedergabe bei zwischenzeitlich aktualisierter Beschreibung unter Position 44 des hiesigen Kataloges „erlebnis ridinger 1698-1998“. – Zurück
[42] Margaret Morgan Grasselli, Pierre Rosenberg + Nicole Parmatier. Watteau 1684-1721. (Katalog der Wanderausstellung Washington-Paris-Berlin 1984/5). – Zurück
[43] John Hayes. The Landscape Paintings of Thomas Gainsborough, 1982, Nr. 148. – Zurück
[44] Vergleichbar beschäftigte sich beispielsweise in neuerer Zeit Horst Janssen mittels eines zeichnerischen „Bärtiger Savoyarde“ aus 1981 mit Watteau, wozu G. Schack anmerkte: “Kopieren, nachzeichnendes Umgestalten und überzeichnende Veränderung haben im Werk von Horst Janssen einen festen Platz. Aus der Nachzeichnung macht er immer wieder einen spielerischen Dialog, der an die Stelle des gewichtigen ‚imitatio‘ älterer Tradition tritt und ihm erlaubt, sich an der Reibungsfläche fremder Formulierungen … Eigenarten des Vorbilds, die gleichzeitig Bestabdteile seiner selbst spiegeln, anzueignen und deutlicher einzuverleiben“ (in Hauswedell & Nolte, Katalog 361, Nr. 147). – Zurück
[45] Entsprechend auch Friedrich Schott, Martin Engelbrecht und seine Nachfolger, Augsburg 1924, S. 15: „Diese Blätter tragen lediglich den Vermerk ‚Martin Engelbrecht excudit‘, was sowohl ‚aus Metall herausgeschlagen, verfertigt‘, als nur ‚verlegt‘ heißen kann. Es ist allerdings anzunehmen, daß, da kein Stecher genannt ist, diese Arbeiten von Engelbrechts eigener Hand kommen.“ Und gelegentlich von „Theses-Blättern“ weiter: „… einzelne tragen nur den Vermerk ‚excudit‘, sind also, wenn nicht von Engelbrecht selbst gestochen, so doch unter seiner Aufsicht entstanden.“ – Siehe auch Anmerkung bei J. H. Niemeyer, Josef Gg. Wintter, Vorläufiges Werkverzeichnis, 2001, Nr. 129. – Zurück
[46] Der Gobelin-Manufakturist, Sammler und Freund Jean de Jullienne, 1686-1766. Siehe die Stich-Wiedergaben im Katalog Berlin, Seiten 28 + 362. – Zurück
[47] Thienemann XIX, 1; Schwarz I, 2 + Tafel I; Katalog Darmstadt I.4 + Abbildungen. – Siehe detaillierter hierzu, auch zu Stubbe’s Fehlinterpretation, in L. H. Niemeyer, Die Vanitas-Symbolik bei Johann Elias Ridinger, 2000. – Zurück
[48] Die fruchtbare Durchdringung – Watteau im Werke Ridinger’s. – Zurück
[49] Nagler, Künstler-Lexicon, Joullain 7, bzw., Desportes, Bd. III, 1836, S. 367. - Blüchel, Die Jagd, 1996, II, S. 7. – Zurück
[50] In „Watteau and his World. French Drawing from 1700 to 1750“. Katalog der Wanderausstellung New York + Ottawa 1999/2000, SS. 50 ff. – Zurück
[51] In Gespräche mit Eckermann. Bln. 1955, SS. 160 f. – Zurück
[52] FAZ 20. 2. 2001. – Zurück
[53] Ridinger an Wille in Paris: „Sie haben also eine glückliche Wahl getroffen Sie in einem Lande zu leben sich entschlossen darinn in diesem Punkt (die Beschaffenheit der Künste in Deutschland) eine weit grössere Heiterkeit herschet“ (unveröffentlichter Brief vom 28. Juni 1765 in bayer. Privatsammlung). – Zurück
[54] „Er ist ein ausgezeichneter Meister (Utrecht 1603 – Rom nach 1684) und vielleicht der erste, der es verstand, den koloristischen Reiz eines Gemäldes entsprechend wiederzugeben“ (Wurzbach, Ndl. Künstler-Lex., I, 111). Sein Vater (Gorkum 1564 – Utrecht 1651) war der Begründer der Utrechter Schule des 17. Jhdts., dessen indirekte Caravaggio-Beeinflussung von seinem Schüler Gerard Honthorst ausging. Siehe hierzu Arthur von Schneider, Caravaggio und die Niederländer, 2. Aufl. Amsterdam, B. M. Israel, 1967, SS. 52 ff. – Zurück
[55] Vgl. das reiche Illustrationsmaterial bei Schneider a. a. O.Zurück
[56] Danzig 1630? – L’Aquila 1703, a. a. O., S. 278. – Zurück
[57] „Wenn wir von den Deutschen C. A. Ruthart und Fr. W. Tamm absehen, die sich mehr Fijt und Snijders als den Holländern anschließen …“, Gerson, a. a. O., S. 286. – Zurück
[58] Johann Georg Wille (Obermühle im Bieberthal bei Gießen 1715 – Paris 1808). – Zurück
[59] Georg Christoph Kilian (1709 Augsburg 1781), Schüler und Freund Ridinger’s, Verfasser der von Thienemann als die eines Anonymus – so noch bis hin zu Stubbe, S. 5, und, jüngst, beide 1999, Katalog Darmstadt, S. 13, + Siebert-Weitz, Ridinger, S. 12 – wiedergegebenen biographischen Aufzeichnungen zu R. – Zurück
[60] Hier sicherlich Charles-Joseph, 1688/9-1752. – Zurück
[61] Lt. Wurzbach fälschlich auch unter Sneyers laufend. – Zurück
[62] Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 16. 1. 1998. – Zurück
[63] a. a. O., Nr. 75, dabei in Unkenntnis der späteren Entstehung der von Johann Elias nämlich erst 1760 zur Herausgabe geschaffenen vier Ergänzungs-Zeichnungen zu Th. 720-723 (Nrn. 389-392 des Ridinger-Appendix des 1869er Weigel’schen Katalogs der hinterlassenen Zeichnungen), somit irrtümlich die nunmehr achtblätterige Folge als Ganzes für jene frühen Jahre und Martin Elias als deren alleinigen Stecher annehmend. Letzterer übertrug nur die Ergänzungsarbeiten auf die Platte. – Zurück
[64] Siehe Johann Andreas Wolff’s (1652 München 1716) Entwurfszeichnungen für das Deckenbild des Ankleidezimmers Kurfürst Max Emanuel’s innerhalb der sogenannten Alexanderzimmer der Münchner Residenz in Augsburg (Biedermann, Meisterzeichnungen des Deutschen Barock aus dem Besitz der Städtischen Kunstsammlungen Augsburg. Ebda. 1987, SS. 184 f. m. Abb.) und Stuttgart. – Zurück
[65] So erscheinen namentlich die 20. und letzte (in der hier durchgelaufenen und um einen Hund reicheren Gegensinn-Vorzeichnung als „Fab 31“ bezeichnet), mehr noch aber die 17. aus heutiger Sicht als Beispiele eines bemerkenswert weiterentwickelten künstlerischen Ausdrucksvermögens zu Gunsten einer souverän konzipierten großflächigen Klarheit, was Thienemann, deren Qualität beanstandend, nicht erkannt hat. Unterstellt, die letzterem als mit 30 numeriert bekanntgewordene ungestochen gebliebene wie auch pauschal erwähnte unnumerierte und gleichfalls unverarbeitet gebliebene weitere entsprächen alle diesem jüngeren Stil, so könnte dies der Grund sein, warum Ridinger die Folge 1744 als nur 16blätterig auf sich beruhen ließ. Denn auf 20 ergänzte sie erst postum Martin Elias an Hand hinterlassener Vorlagen. Demnach hätte der Meister eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Werke gescheut oder wäre doch zumindest über die Folgearbeiten mit sich selbst nicht recht im reinen gewesen. Denn am Erfolg der Suite, an der Ansprechbarkeit namentlich der als Zielgruppe auf dem Titel genannten Jugend, hat es ausweislich der die Nachauflagen dokumentierenden verschiedenen Druckzustände des Titels nicht gelegen. Auf jeden Fall ist die große Seltenheit der abschließenden Blätter 17-20 (Angebots-Nr. 14.129) somit vorprogrammiert worden.
Angemerkt sei in diesem Zusammenhang allerdings, daß Ridinger auch für die postum schlußendlich 101blätterige Folge der Wundersamsten Hirsche bereits 1752 den Titel konzipiert hatte und in den Folgejahren eine Projektmüdigkeit erkennen ließ, die erst um 1763 durch gleichfalls Martin Elias’ maßgeblichen Einsatz überwunden wurde. – Zurück
[66] Staatliche Museen Berlin, Gemäldegalerie, lfde. Kat.-Nr. 2272. Siehe Reinhart Michaelis, Die Deutschen Gemälde des 18. Jahr-hunderts - Kritischer Bestandskatalog, Bln. 2002, SS. 173 f. nebst Farbabb. – Zurück
[67] Siehe hierzu auch de Castro Rocha, Montaignes Kannibalen, als einer in „die Wilden Brasiliens“ verpackten, namentlich auf die Bartholomäusnacht in Frankreich abzielenden Auseinandersetzung mit den europäischen Religionskriegen, wie zuvor schon der Protestant Jean de Léry gelegentlich seiner Brasilien-Berichte (FAZ 6. 9. 2000). Oder Heiner Borggrefe in Hans Vredeman de Vries und die Renaissance im Norden, Katalog der Ausstellung Brake/Antwerpen, München 2002, Kat.-Nr. 54, S. 234: „Die spanische Zensur provozierte eine subtile Ikonographie, die ihren Protest in biblischen und historischen Themen artikulierte, wie es bei Vredeman recht ausgeprägt der Fall ist.“ – Zurück
[68] In Metzner-Raabe, Illustr. Fabelbuch, 1998, Bd. II, 123.I. – Zurück
[69] C. F. G. R. Schwerdt, Hunting, Hawking, Shooting illustrated in a Catalogue of Books, Manuscripts, Prints and Drawings. London 1928-1937. – Zurück
[70] Johannes Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, Bd. I, 1. Leipzig, Zentralantiquariat, 1975, Nr. 94. – Zurück
[71] Zwar gingen Le Blon(d)’s (Frankfurt/Main 1667 – Paris 1741) Versuche schon auf etwa 1710 zurück, so Heino Maedebach, Französische Farbstiche 1735-1815, Katalog der Ausstellung der Kunstsammlungen der Veste Coburg 1965, S. 8, doch erst um 1720 wurden dank des Könnens der Londoner Schabkünstler – Le Blon selbst beherrschte diese Technik nicht – befriedigende Ergebnisse erzielt (Leisching). Als „ein äusserst interessanter Versuch Ridingers“ (Franz von Kobell in Johann Laifles photograph. Ridinger-Album, Regensburg 1865, Angebots-Nr. 15.609) befand sich übrigens als hier gleichfalls anderwärts nicht nachweisbar ein Ein-Platten-Farbendruck zu der gegen Ende der 30er Jahre entstandenen Radierung Th. 245 zusammen mit einem weiteren Versuchsdruck mit einem Pferde in der Ridinger-Sammlung Friedrich von Dalbergs auf Datschitz in Mähren. – Zurück
[72] (1648 – nach 1698/9, evt. 1712.) Bis 1671 Professor der Mathematik an der dortigen Akademie, dann in Rom Mitglied der Schilderbent mit dem bezugreichen Beinamen „Speculatie“. – Zurück
[73] Claus Nissen, Die botanische Buchillustration. Stuttgart, Hiersemann, SS. 166 ff. – Zurück
[74] Rudolph Weigel’s Kunstlager-Catalog, Abt. XXVIII, Leipzig 1857, Nr. 21151. – Zurück
[75] Belegt für die Bll. 1, 3 + 6 in den Städtischen Kunstsammlungen Augsburg. Siehe Björn R. Kommer (Hrsg.), Rugendas – Eine Künstlerfamilie in Wandel und Tradition, 1998, Nrn. 33 + 35 nebst Farbabbildung S. 67. – Zurück
[76] Histoire naturelle genérale et particulière, 45 Bde., 1749-1804. – Zurück
[77] Möglicherweise jene, die Ridinger mit Brief vom 12. Februar 1747 als Empfehlung an Wille in Paris sandte, hoffend, daß Seuter dort sein Auskommen finden möge. Dieser habe ihm das Blatt „vor seiner abreise aus Florentz“ zugeschickt. Dieser war drei Jahre zuvor nach Italien aufgebrochen und hielt sich zur Zeit in Rom auf. Siehe Decultot, Espagne + Werner (Hrsg.), Joh. Gg. Wille, Briefwechsel, Tübingen 1999, S. 73. – Zurück
[78] Abbildungen siehe Solms-Laubach, Die schönsten Jagdbilder aus europäischen Sammlungen, München 1961, Nr. 55; Stubbe, a. a. O., Taf. 7 f.; Katalog Augsburg 1967, Taf. 8. f; Kurt G. Blüchel (Hrsg.), Die Jagd, Köln, Könemann, 1996, Bd. I, SS. 135 f. mit 8 Abbildungen. – Zurück
[79] Abbildungen siehe Teuscher, Die Künstlerfamilie Rugendas 1666-1858, Werkverzeichnis zur Druckgraphik, Augsburg 1998, Nr. 83 (S. 39); wände der ridinger handlung niemeyer 3, S. 15; Katalog Darmstadt II.19. – Zurück
[80] Kurt G. Blüchel (Hrsg.), Die Jagd. Köln, Könemann, 1996. – Zurück
[81] Braunau 1651 – München 1729. Nach Tätigkeit als Hofmaler an den verschiedenen Fürstenhöfen seit 1698 in München und dort zuletzt churfürstl. bayer. Hofmaler. – Zurück
[82] Siehe dessen Offerte 14, Johann Elias Ridinger, Nr. 25. – Zurück
[83] In eben diesem Sinne auch Charlotte Held bezgl. Georg Philipp Rugendas I: „Die Beschäftigung dieses  zusätzlichen  Mitarbeiters im Rugendas’schen Familienbetrieb …“, Augsburger Museumsschriften 10 (Katalog der Rugendas-Ausstellung Augsburg 1998), Seite 17 per „1740“. Gleichwohl sei bezgl. Ridinger’s der Hinweis bei Thieme-Becker zu Joh. Jacob Haid nicht übersehen: „… lernte bei J. El. Ridinger … Blieb (ab 1726 als Geselle) noch einige Jahre bei Ridinger“ (Bd. XV, S. 481). – Zurück
[84] a. a. O., I, SS. 210-215. – Zurück
[85] Eberhard W. Kornfeld im Interview mit dem Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Mai 1998. – Zurück
[86] Rolf Biedermann, a. a. Meisterzeichnungen des Deutschen Barock, S. 338. – Zurück
[87] Siehe deren Farbabbildung in „erlebnis ridinger …“, S. 7, bzw., eines Abdrucks, Katalog „KUNSTREICH. Erwerbungen 1990-2000 der Kunstsammlungen Augsburg“, ebda. 2001, S. 195. – Zurück
[88] Siehe Farbabbildung in „erlebnis ridinger …“, SS. 58 f. nebst zwischenzeitlich überholter Beschreibung sowie Gesamt- + 4 Detailabbildungen in Katalog „KUNSTREICH“, SS. 196 f. – Zurück
[89] Siehe deren teils farbige Abbildungen in den Katalogen der Watteau-Wanderausstellungen Washington etc. 1984/85, SS. 140-144, + New York etc. 1999/2000, SS. 108-111. – Zurück
[90] Siehe u. a. den entsprechenden schönen Holzschnitt mit dem Heiligen im Hortus Conclusus vor einer Landschaft mit Bischofsstab und Buch mit Fisch in Berno von Reichenau’s und Adilbertus von Augsburg’s „Gloriosorum christi confessorum Udalrici & Symperti: nec non beatissimae martyris Aphrae, Augustanae sedis patronorum quam fidelissimorum historiae“, Augsburg 1516. – Zurück
[91] Siehe dessen Abbildung nach dem Exemplar der Staatlichen Graphischen Sammlung München bei Niemeyer, Die Vanitas-Symbolik bei J. El. Ridinger, in a. O., S. 105. – Zurück
[92] Ronald Paulson in Lawrence Gowing, Hogarth, Katalog der Ausstellung der Tate Gallery 1971/72, S. 9. – Zurück
[93] Hogarth wird auch von Stefan Morét zu Ridinger in Kontext gesetzt gelegentlich dessen „Lehrreiche(n)“ Fabeln (1744 für die Hauptfolge I-XVI) „zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend“. Gleich dem jüngeren Chodowiecki hätten dabei alle drei „ein typisches Ziel (der) Epoche verfolgt“, nämlich, „durch die moralische Wirksamkeit der Kunst eine ‚Verbesserung der Sitten‘ zu erreichen“. Dabei Hogarth und Chodowiecki per satirischer Bildfolgen, Ridinger per Anknüpfung „an die – ihm besonders gemäße – Tradition der Tierfabel“. Siehe Katalog Darmstadt S. 96. Die von Morét beigezogene Rake’s Progress-Folge (1735) mag durch „Industry and Idleness“ (1747) ergänzt werden als ausdrücklich „calculated for the use & Instruction of youth w(h)erein every thing necessary to be known was to be made as intelligible as possible“, wie Hogarth in seinen Autobiographical Notes anmerkte (Wm Hogarth, The Analysis of Beauty; with the rejected passages from the manuscript drafts and autobiographical notes, hrsg. v. Joseph Burke, Oxford 1955, S. 225; s. a. Angebots-Nr. 11.656). – Zurück
[94] Im Sinne solchen „Rast ich, so rost ich“ findet sich der Satz denn auch bei Beethoven, wie im späten Brief vom 7. Oktober 1826 an den Jugendreund Wegeler: „Es heißt übrigens bei mir immer: Nulla dies sine linea, und lasse ich die Muse schlafen, so geschieht es nur damit sie desto kräftiger erwache“ (Kalischer, Beethovens Sämtliche Briefe, 1190). – Zurück
[95] So klagt er am 29. Juni 1748 gegnüber Wille: „Wann meine so überhauffte arbeiten mich nicht gehindert … ob ich nun gleich noch damit beladen bin so das ich an 4 Tableau … vor den Russischen Hofe arbeite … Habe nimmermehr geglaubet das ich den pensel noch einmahl ergreiffen würde da ich aber vor 2 Jahren ein par quader an disen Hofe gesant so bin ich bis dahero darum ange-gangen worden so das ich mich nicht entziehen kunte es zu acceptiren …“, a. a. O., SS. 76 f. – Zurück
[96] So Nagler, Künstler-Lexicon, Bd. XIII, München 1843, S. 161: „Die Gemälde rühren aus seiner früheren Zeit her … In der späteren Zeit seines Lebens arbeitete er fast ausschließlich mit dem Crayon und mit der Radirnadel.“ Und der Künstlerfreund Georg Christoph Kilian in seiner autographen Ridinger-Biographie von 1764: „Von seinen Malereyen will ich hier nichts gedenken als nur so viel, dass sie mit der Zeit sehr rar und kostbar werden dürften, weil er im Verhältnis seines grossen Fleisses in andern Werken derselben nicht gar viele, seit einigen Jahren aber gar keine mehr verfertiget hatte.“ (Th. SS. XVII f.). – Zurück
[97] Siehe „Beschreibung und Vorstellung der wilden Thiere“ (Th. 186-194; 1733), „Betrachtung der wilden Thiere“ (Th. 195-235, nur teilweise; 1738), „Vier Jahreszeiten der Hunde“ (Th. 105-108, angenommen für Anfang der 40er). Dazu vier Beispiele aus den zwischen spätestens Anfang 1744 + ca. 1760 anzusetzenden „Nationen-Pferden“ und als späten Beleg Th. 342, Ereignisse von 1744 bis 1758 vereinigend und von Martin Elias aufs Kupfer übertragen. – Zurück
[98] Parallel zu dem seinerseits namentlich durch seine Graphik bekannten Hogarth, obgleich er die Malerei bevorzugte. Beider graphisches Schaffen nicht zuletzt aber mitbestimmt vom Bedürfnis gesellschaftlicher Einflußnahme, sprich Bildung der Jugend (Hogarth: Industry and Idleness, Ridinger: Fabeln) + Beförderung einer neuzeitlichen Gesittung gegenüber der Kreatur (H.: Cruelty-Suite, R.: Beseelung der Kreatur), welchem Anliegen die vielfachen Untertexte dienen. Die im Falle Ridinger’s jenseits des erzieherischen Anliegens vielfach einem ausgeprägten didaktischen Wollen folgen: namentlich die jagdbezogenen Blätter vermit-teln die Quintessenz jagdlicher Lehrbücher und zoologischer Besonderheiten. Eingebettet in die erwachenden Bestrebungen der Zeit, „Wissen zu sammeln und systematisch zu ordnen, dem (1753) auch das British Museum entsprang“ (Gina Thomas in der FAZ vom 7. 6. 2003). – Zurück
[99] Alexander Wied, Lucas und Marten van Valckenborch. Freren, Luca, 1990, SS. 14 ff. – Zurück
[100] So klagt der Schweizer Kollege und Künstlerbiograph Johann Caspar Füssli aus der Ridinger-Generation selbst 1772 gegenüber Wille: „und seiet dem ich Ridinger verlohren, finde ich keinen deutschen Freund der sich um die Kunst bekümmert“. Ein Jahr zuvor schon stöhnte der 31jährige Ferdinand von Kobell als Vertreter der nächsten Malergeneration per Brief an Wille, „daß in einem solchen Orth (wie Augsburg) ein Ridinger – und Rugendas (hätten leben müssen)“. A. a. O., SS. 499 bzw. 486. – Zurück
[101] a. a. O. Seite 163. – Zurück
[102] Siehe Christian von Holst. Franz Marc - Pferde, Abb. 11, Seite 29. – Zurück
[103] Ulrike Buergel-Goodwin u. Wolfram Göbel (Hrsg.). Reinhard Piper. Briefwechsel mit Autoren und Künstlern 1903-1953. Mchn. 1979, SS. 120 f., zitiert nach Hauswedell & Nolte 389, 1092. – Zurück
[104] a. a. O. Seite 24. – Zurück
[105] Th. 793-806, 1302-1307 + 1374-1377, davon letztere als veränderte und verkleinerte Variante der 2. Folge, 797-802 (hier aufliegend cpl. per 28.485 + Th. 798 apart per 28.138; siehe auch Katalog Darmstadt IV, 10-15 nebst Abbildungen sowie die generellen Anmerkungen zu Roos/Ridinger dortselbst SS. 26 f.). Zumindest 793-806 entstanden zwischen 1724 + 1728 und zählen zu den al-lerfrühesten von Ridinger auch selbst auf Kupfer übertragenen Arbeiten. – Zurück
[106] a. a. O., SS. 113 f. + 117. – Zurück
[107] Ernst von Aster. Geschichte der Philosophie. Stuttgart 1954, Seite 202. – Zurück
[108] Ortega y Gasset, Meditationen über die Jagd. Stgt., DVA, 1981, Seite 61 f. – Zurück
[109] Frank-Rutger Hausmann, Nehmt euch ein Beispiel an den Ameisen … Tierschriftsteller als Stichwortgeber des Nationalsozialismus, in FAZ 19. 8. 2005. – Zurück
[110] Siehe dessen farbige Wiedergabe „Anstand auf den Hirsch“ im Ridinger-Jubiläumsartikel der PIRSCH, 1998/4, S. 14. – Zurück
[111] Siehe auch dessen Ridinger-Jubiläumsartikel „Ein Ridinger soll es sein – 300 Jahre Johann Elias Ridinger“ in „unsere Jagd“, 1998/4, SS. 33 ff. – Zurück
[112] Catalog der reichen Kupferstichsammlung des Herrn Alfred Coppenrath … zu Regensburg. 2. Abt., enth. die reichen radirten Werke der Boissieu, … Klein und Ridinger, ferner prächtige Handzeichnungen von Klein und Ridinger … Leipzig 1889, Nr. 1606. – Zurück
[113] Christian Zühlke, Die Reformation in Sachsen, in „Von der Liberey zur Bibliothek – 440 Jahre Sächsische Landesbibliothek“. Dresden, ebda., 1996, SS. 120-137. – Zurück

 

Zuletzt aktualisiert am 24. Februar 2014.

 

Druckversion vom 10. November 2008 (PDF-Datei / 404 KB)

 

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