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Schriftenreihe

Jan Hendrik Niemeyer

 

JOSEPH  GEORG  WINTTER

1751 München 1789

 

Das graphische Werk  —  Vorläufiges Verzeichnis

 

Mit Konkordanz zu Nagler

 

Im  Anhang

die Söhne Raphael + Heinrich Eduard

 

In periodischer Ordnung, soweit gegeben, der sich die undatierten Blätter in alphabetischer Folge anschließen. Sodann Arbeiten Dritter nach Joseph Georg bzw. Raphael + Portrait(s) Joseph Georg’s (und dessen Vaters, Johann Georg). Bearbeitet überwiegend an Hand des hier derzeit verfügbaren – siehe die etwaigen Angebots-Nummern – bzw. durchgelaufenen Materials und dessen Dokumentation, die bei schon längerem Zurückliegen Lücken aufweist oder bei Fotos keine letzte Exaktheit in der Lesbarkeit der Bezeichnung gewährleistet. So bedürfen namentlich die Positionen 3-6, 10, 33, 54-56, 61, 66-69, 113-120, 123 + 129-131 und Teile des Raphael-Œuvre diesbezüglich gelegentlicher Vergewisserung, andere ihrer Ergänzung nach auswärtiger Sichtung.

Das Verzeichnis bleibt also in Bearbeitung, nicht zuletzt auch für ausdrücklich erbetene Hinweise auf hier noch unbekannte Zustandsmerkmale, denen hier alle Sympathie im Sinne Max Lehr’s bezüglich jener Kenner, die „noch an die Wichtigkeit der Etats glaub(en)“ – so 1922 angesichts der Altmeister-Sammlung Julius Hofmann’s – entgegengebracht wird. Daß dies auch noch fünfzig Jahre später anderwärts ebenso gesehen wurde – wie etwa seitens Rechtsanwalt Winkler’s, ohne dessen maßgeblichen Katalog der Inkunabeln der deutschen Lithographie[19] Raphael’s Verzeichnis ein Torso geblieben wäre – ist hier Ermunterung und Verpflichtung in einem, der Verlebendigung der Objekte und damit der Optinierung der Sammellust auch fürderhin die Steigbügel zu halten

 

1

Werkausgabe in 137 Blatt.

Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. XXVIII, 1857, 21336: Dabei des Meisters eignes Portrait in Schattenriss mit Umgebung. In verschiedenem meist kleineren Format. Die meisten Blätter sehr selten. – Ohne Bezugnahme innerhalb der Einzelauflistung, da hier noch nicht vorgelegen.

 

2

Sammelausgabe von 44 Radierungen auf 28 Blatt.
(Augsburg, Ferd. Ebner, nicht vor 1821.) Fol.

Schwerdt III, 190, a: „Rare“ und in Unkenntnis des postumen Charakters angesichts der Druckqualität irrig „mostly proofs“. – Auf schwerem Papier. – Als Zustand II bzw. III innerhalb der Einzelauflistung.

 

3 – 14

Nagler: Verschiedene kleine Jagdstücke, Köpfe von Hunden, Katzen, Affen, Bären, Sauen etc.
Wenigstens 12 Blätter. J. G. Winter 1784, in 8. und 12.
1776 – 1786

(3+4)  Jeweils Kopf des Bären.

Wohl: J. G. Wintter del. et sculp. 1776 – Ca. 11 x 14 cm.

(5)  Kopf des Ebers.

Bezeichnung wohl wie vor. – Ca. 11 x 14 cm.

(6)  Kopf des Löwen.

JG Wintter invenit et fecit 1776. *. – Ca. 11 x 14 cm. – Die beiden „7“ invers.

(7)  Katzenkopf.

JG Wintter / 1783. I . – 4,2 x 3,6 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 5.
Angebots-Nr. 13.058 / EUR  40. (c. US$ 55.)

(8)  Hundekopf.

1783. Weitere Bezeichnung hier nicht dokumentiert. – 4,7 x 4,1 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 4.

(9)  Der Löwe, die drei Hunde unterrichtend.

JG Wintter inv 1784 – 4,9 x 5,8 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 3.
Angebots-Nr. 13.057 / EUR  99. (c. US$ 136.)

(10)  Die einander anfauchenden zwei Katzen.

J. G. Wintter inv. 1784. – Ca. 6 x 8 cm.

(11)  Der Bayern-Löwe nebst Wappen.

Hier nur dokumentiert „1786“. – 7,6 x 9,1 cm. – Vermutete Zugehörigkeit.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 6.

(12)  Der Bär als Honigdieb.

JGWintter – 5,8 x 7,3 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 7.

(13)  Ländliche Schloßanlage sowie Schuppen + Zelt nebst winziger Staffage, jeweils eingefriedet, dazwischen von Fuhrwerk befahrene Straße.

JG: W: inv fec . – 6,7 x 8,5 cm. – Vermutete Zugehörigkeit.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 2 (Farmhouse).
Angebots-Nr. 13.184 / EUR  50. (c. US$ 69.)

Weitere Blätter hier nicht bekannt, siehe aber 125.

 

15 – 20

Folge von 6 Blatt, numeriert, mit Hirsch- + Saujagden.
1777

(15/16)  Der Jäger im Anstand auf den Zehnender. – Der tot verbellte Zehnender.

10,6 x 12,8 cm. – Blatt 1: Wintter ex Monachi

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 14-15.
Angebots-Nr. 15.658 / EUR  690. (c. US$ 947.). – Abbildungen

(17/18)  Das Hauptschwein im Winterwald. – Der bei dem erlegten Hauptschwein die Pfeife rauchende Jäger.

10,3-10,5 x 12,7-12,8 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 16-17.

(19)  Der Keiler, von den drei Hunden gepackt, deren einer erledigt ist.

JGWintter. 1777. – 10,2 x 12,8 cm.

(20)  Das 6. Blatt der Folge hier unbekannt.

 

21 – 24

Folge von 4 Blatt mit Hirschen + Sauen, angefallen von Hunden.
1777-1783

(21)  Der flüchtige Zehnender mit den  drei Hunden, deren einer erledigt ist.

JG Wintter Fec 1777. – 10,5 x 15,4 cm. – Das Sternchen im Unterrand für Blatt 1 stehend?

(22)  Die Grobe Sau mit den drei Hunden. – JGW 1783 – 10,9 x 17,3 cm. – In lichtem Braun-Schwarz.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 8.

Die übrigen Blätter der Folge hier unbekannt, siehe aber 127.

 

25

Der Grau-Hirsch mit acht Enden.
1783

Dieser Gute Grau=Hirsch von Ungrad 8. End ist in den Kurfürstlichen Thier Garten negst Nümphenburg.

J. G. Wintter del. et Sculp. Monachy. 1783. – 29,4 x 24,1 cm.

 

26 – 33

Folge von 8 Blatt, numeriert, mit verschiedenen Tieren.
1783-1784

(26)  Der Vorstehhund nach rechts vor den beiden Rebhühnern.

JGW / 1783 – 14,6 x 20,7 cm.

II:  Als Blatt 10 innerhalb der Folge „Verschiedene Thier=Stücke“ (34-39).

(27)  Der Windhund nach rechts, einen Hasen haltend.

JGWintter. inv. 1783 – 14,3 x 20,6 cm.

II:  Als Blatt 9 innerhalb der Folge 34-39.

(28)  Das Wildschwein am Baume.

JG Wintter . invenit . et fecit 1784. – 12 x 16,7 cm.

(29)  Die beiden Schweine bei dem Gebäude.

JGW.. 1783. – 14,6 x 20,5 cm.

II:  Als Blatt 6 innerhalb der Folge 34-39.

III:  Innerhalb Position 2 als Blatt 6 eines dortigen 6blätt. Satzes. – Schwerdt 32.
Angebots-Nr. 15.663 / EUR  230. (c. US$ 316.)

(30)  Das abgelebte Pferd, stehend nach rechts.

JG Wintter inv: et fec: 1783 – 14,5 x 20,5 cm.

Zitiert das Pferd aus der auf Johann Heinrich Roos’ Zeichnung in Augsburg (G.1671) zurückgehenden Tiergruppe der Ridinger-Radierung Thienemann 802. – Vgl. hiesige Abbildung der Wintter’schen Kreidezeichnung.

II:  Als Blatt 7 innerhalb der Folge 34-39.

III:  Innerhalb Position 2 als Blatt 1 des dortigen 6blätt. Satzes. – Schwerdt 27.

(31)  Der ruhende junge Tiger nach rechts.

JG Wintter inv: fecit / 1783 – 14,4 x 20,5 cm.

II:  Als Blatt 3 innerhalb der Folge 34-39.

III:  Innerhalb Position 2 als Blatt 3 des dortigen 6blätt. Satzes. – Schwerdt 29.
Angebots-Nr. 15.667 / EUR  430. (c. US$ 590.)

(32)  Der schreiende Hirsch nach rechts.

JG W inv. 1783 – 13,8 x 19,9 cm.

II:  Ohne Nummer als Blatt 2 innerhalb der Folge 34-39.

III:  Innerhalb Position 2 als Blatt 5 des dortigen 6blätt. Satzes. – Schwerdt 31.

(33)  Der am Baum hängende Hase, mit der toten Ente und der Flinte.

J. G. Wintter inv. et sculp. Ao. 1783 (nach Nagler). – Format im Rahmen der obigen.

 

34 – 39

Verschiedene Thier=Stücke.
Folge von 12 Blatt, numeriert, davon 6 als Zweitzustände
der Positionen 26-27 + 29-32.
1783 – 1784

Jeweils ausführliche Bezeichnung mit Datum – ein Blatt nur monogrammiert – , im Bild oder Unterrand. – Ca. 13,8-14,6 x 20-21 cm.

(34)  Titel, figuriert mit starkem Rehbock, Ricke und Kitz.

Verschiedene Thier=Stücke von Joseph Georg Wintter invendirt und radirt in München anno 1784. – 14,2 x 20,6 cm.

II:  „radirt“ durch „verlegt“ ersetzt und somit wohl postumer, gleichwohl Büttenabzug im Gegensatz zur Ausgabe der Position 2, in der das Blatt ohnehin nicht präsent ist.

(35)  Der nach links stehende Leopard.

JG Wintter invenit et fecit ano. 1784.

II:  Innerhalb Position 2 als Blatt 4 des dortigen 6blätt. Satzes. – Schwerdt 30.
Angebots-Nr. 15.668 / EUR  430. (c. US$ 590.)

(36)  Der nach rechts liegende Löwe.

JGWintter invenit et fecit. / 5 – 14,2 x 20,7 cm.

(37)  Der nach rechts stehende Jagdhund an einer Vorsprungkante.

8 / JG Wintter / inv. 1783 – 14,2 x 20,6 cm.

II:  Innerhalb Position 2 als Blatt 2 des dortigen 6blätt. Satzes. – Schwerdt 28.

(38)  Das nach links liegende Tier.

JG Wintter. inv et fecit. 1784. / ii (11) – 14,5 x 20,8 cm.

(39)  Die nach links stehende Hyäne.

JG Wintter. fecit 1784 / 12 – 14,3 x 20,6 cm.

 

40 – 45

Sechs Blatt nach de Vos, Joh. Melchior Roos, Ridinger und Berchem,
davon zumindest 40-43 numeriert.
1784

(40)  Groß- und Niederwild, Hunde und Pferde im Paradies. Ausschnitt aus Paul de Vos’ Bild in Schleißheim (Wurzbach: München).

Paul de vos pinx. / Jos. Wintter Sculp et excud Monachi 1784. – 14,8 x 22 cm. – Wurzbach, Vos-Wintter, 1.

II:  Innerhalb Position 2 als Blatt 1 eines 4blätt. Satzes. – Schwerdt III, 190, a, 10.

(41)  Der von 8 Hunden gehetzte Rehbock.

Nach Paul de Vos’ Bild in Schleißheim.

Paul de vos pinx. / Jos. Wintter Sculp ex Mon. – 14,7 x 21,7 cm. – Wurzbach, Vos-Wintter, 2. – Von Nagler wohl irrig als gleichfalls datiert geführt.

II:  Innerhalb Position 2 als Blatt 2 des 4blätt. Satzes. – Schwerdt 11.

(42)  Jagdstück mit an Baum gebundenem erlegten Damhirsch sowie Stachelschwein, bewacht von zwei Hunden. Dazu Geflügelkorb.

Nach Johann Melchior Roos.

Melchior Roos pinx. / J. Wintter Sculps. et ex. Mo. – 14,5 x 18 cm.

II:  Innerhalb Position 2 als Blatt 3 des 4blätt. Satzes. – Schwerdt 12.

(43)  Jagdstück mit angeschweißtem Hirsch und allerlei Geflügeltem, bewacht von zwei Hunden.

Nach Johann Melchior Roos.

Melchior Roos pinx. / Wintter Sculp. et exc. Mo. – 14,5 x 17,9 cm.

II:  Innerhalb Position 2 als Blatt 4 des 4blätt. Satzes. – Schwerdt 13.

(44/5)  Nach Joh. Elias Ridinger + Nicolaes Berchem.

Hier nicht bekannt.

 

46 – 53

Vieh-Stücke nach verschiedenen Meistern.
Folge von 8 Blatt, numeriert.
1784

(46)  Titelblatt mit liegender Ziege und stehendem Schaf.

Nach Johann Heinrich Roos.

Viech=Stücke nach verschiedenen Meistern radiert und verlegt Joseph Georg Wintter Hof und Jagt Kupferstecher in München 1784. / JHRoos inv. – 13,7 x 18,2 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 18.

(47)  Die pissende Kuh und die beiden Schafe. Vor Dorfsilhouette.

Nach Karel Dujardin.

C. du hortein inv. fecit / 2 (spiegelbildlich) / JG Wintter. feit (sic!) . 1783. – 13 x 17,6 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 19.
Angebots-Nr. 15.656 / EUR  128. (c. US$ 176.)

(48)  Die knochige alte Kuh, stehend nach links, vor morschem liegenden Baumstamm. Vor Dorfsilhouette.

Nach Karel Dujardin.

K. du jardin. inv. / 3 (spiegelbildlich) / JGWintter 1784 – 13,4 x 18 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 20.
Angebots-Nr. 15.661 / EUR  98. (c. US$ 135.)

(49)  Die liegende Kuh am Weidengatter nach links. Mit Gehöftsilhouette.

Nach Karel Dujardin.

K. du. jardin. inv / 4 (spiegelbildlich) / JGWintter Fecit 1784. – 13,6 x 19,1 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 21.
Angebots-Nr. 15.662 / EUR  128. (c. US$ 176.)

(50)  Die stehende und die liegende Kuh, jeweils nach rechts. Auf dorfnaher Weide mit dem Kirchturm im Hintergrund.

Nach Karel Dujardin.

K. du. jardin. inv / 5 / JGWintter sculp 1784 – 13 x 17,6 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 22.
Angebots-Nr. 15.659 / EUR  145. (c. US$ 199.)

(51)  Der Stier nach rechts auf schönem Plateau.

Nach Nicolaes Berchem.

Berchem. inv. / 6 / JGWintter. sculp. 1784. – 13,5 x 17,9 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 23.
Angebots-Nr. 15.654 / EUR  145. (c. US$ 199.)

(52)  Die grasende Kuh nach links und die am Gatter unter mächtigem Baume ruhende, den Betrachter anblickend. Mit Kirche + Gehöftdach zur Rechten.

Nach Karel Dujardin.

K du jardin inv. / 7 / JGWintter. sculp. 1784. – 13,8 x 18,3 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 24.
Angebots-Nr. 15.660 / EUR  158. (c. US$ 217.)

(53)  Die beieinander liegenden beiden Kühe inmitten malerischer Hügellandschaft.

Nach Jan Both.

Both. inv / 8 / JGWintter sculps. 1784. – 13,8 x 18,4 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 25.
Angebots-Nr. 15.655 / EUR  185. (c. US$ 254.)

 

54 – 56

Folge mit 3 Blättern mit Hirschparken.
Mit Dedication an (Kurfürst) Carl Theodor,
von Joseph Georg Wintter nach der Natur gezeichnet
und in Kupfer geätzt 1784.

(54)  Der Schleißheimer Hirschplan.

Der Schleisheimer Hirsch Plan (Moser und „so von Theodor Freiherrn von Waldkirch, Churpfalz=Bayerischen Obristjägermeister errichtet worden“). – Ca. 28 x 35 cm.

II:  Innerhalb Position 2 ohne Lokalbezeichnung. Schwerdt faßte in Unkenntnis Naglers daher diese Dreiergruppe mit der der hiesigen Positionen 66-69 unter 38-44 zu einem 7er Satz zusammen, „showing the arrangement of a deer park (and) are particularly interesting“. Der hiesige Dreiersatz bei ihm 42-44.

(55)  Der Hirschgarten bei Nymphenburg.

Hirsch=Garten (Moser und errichtet wie vor). – 27,7 x 37 cm.

II:  Innerhalb Position 2 und als Blatt 1 (Nagler: 2) geführt.

(56)  Die Hechenkircher Saujit. An schönem Wintertag bei den Futterhäusern und mit auch Hirschen + Tieren.

Höchenkircher Saujit (Moser und errichtet wie vor). – 28 x 35,6 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Ohne Schrift.

 

57

Grobe Sau vor zischelnder Schlange.
1784?

Kompositionsmäßig dem großformatigeren „Wildschwein am Baume“ (16) aus 1784 zugehörig.

I:  Vor der Schrift. – 9,9 x 14,8 cm.
Angebots-Nr. 15.666 / EUR  585. (c. US$ 803.). – Abbildung

II:  Mit der Schrift „J. G. Wintter 1784 sc.“, wie seitens eines Vorbesitzers bei vorgenanntem Zustands-Druck ergänzt.

 

58

Der Hirschgarten bei Nymphenburg.
Ca. 1784

Prospect des Churfrtl. Thier Garten nächst Nümphenburg / I. G. Winter inv. et fec. / Dedicirt (mit Wappen) Sr. Excellenz Herrn Baron v. Waldkirch auf Schollenberg und Reutha, Sr. Churfrt. Drl. zu Pfaltz Bayrn … Cammerer, Geheimer Rath, Obrist Jaeger=Meister, Forst Meister und Mauttner zu NeuOettingen. – Blattgröße 26,2 x 27,5 cm.

Von 26 Stück Rotwild – Hirsche, Tiere und ein Kitz – in allen Stellungen belebte, seitlich von Pavillons eingefaßte Szenerie. Auf dem Balkon des einen ein Paar, unten Frau mit Futterkorb.

 

59 – 65

Folge von sieben Landschaften
mit 5 Hirschen und 1 Rehbock mit seltenen Geweihen.
Alle (mit Abweichungen) bezeichnet:
Jos. Geo. Wintter inv. fec. et excudit. Monachy 1785 …
Im (sic!) frühen Drucken vor der Schrift (Nagler).
1785

(59)  Dieser Seltne Hirsch ist in dem Churfürstlichen Oberforst- und Wildmeister amt Neuötting und Julbach 1720 geschossen worden.

Ioseph Georg Wintter inv: et Fecit et excud Monachy 1785 / (I). – 42,2 x 47,8 cm.

I:  Vor der Schrift.

II:  Wie oben.

III:  Innerhalb Position 2. – Numeriert als Blatt 1.

(60)  Dieser weisse Tann (Dam-) Hirsch ist zu Schwezingen in der Stern alée lebendig gefangen worden Ao. 1781:

Jos. Geo. Wintter inv & fec & excud a Monachi 1785 – 42,2 x 27,8 cm.

I:  Vor der Schrift.

II:  Wie oben.

III:  Innerhalb Position 2.

(61)  Dieses Hirschens Seltnes geweih mit vier Rosen ist in dem Churfürstlichen Hirsch garten bey Nünphenburg (sic!) zu sehen.

Jos. Georg Wintter inv. fec. et excudit Monachy ao. 1785 / (III). – 40 x 27,5 cm.

I:  Vor der Schrift.

II:  Wie oben.

III:  Innerhalb Position 2. – Numeriert als Blatt 3.

(62)  Das sonderbare Hirsch=Geweih ist in dem Churfürstln. Hirsch=Garten bey Nünphenburg (sic!) zu sehen.

Bezeichnung hier nicht dokumentiert. – 42,1 x 27,9 cm.

I:  Vor der Schrift.

II:  Wie oben.

III:  Innerhalb Position 2. – Numeriert als Blatt 4.

(63)  Dies besonder Schöne Reeh gewichtl ist in dem Chur fürstlichen Hirschgarten bey Nümphenburg zu sehen.

Ios. Geo. Wintter inv. Fecit et excudit Monachy ao. 1785. – 38,6 x 27,8 cm.

I:  Vor der Schrift.

II:  Wie oben.

III:  Innerhalb Position 2.

(64)  Dieses Hirschens prächtiges Geweÿh ist in der Chur=Fürstlichen Residence in einen Hofgang zu seehen.

Ios. Geo. Wintter inv. fec. et excudit Monachy 1785.

I:  Vor der Schrift.

II:  Wie oben.

Das letzte Blatt hier nicht bekannt. Auch von Moser führte 1788, a. a. O. per Nrn. 4-8, nur die ersten fünf (59-63; Schwerdt 33-37) und ebenfalls in dieser Abfolge.

 

66 – 69

Folge von 4 Blatt Hirschen in Parken
(so auch Weigel, Abt. XIII, 1843, Nr. 12596).
22,6-23 x 34,7-35 cm.
1785-1786

(66)  Das in voller Flucht über ein Gatter setzende Hirschrudel (zwei Hirsche und drei Tiere).

J. G. Wintter inv. fec. et exc. Monachy 1785. / I . – Nagler 14 und unbeschadet seines „qu. fol.“ hier und „gr. qu. fol.“ dort zweifellos bereits inbegriffen in seiner Pos. 4, Folge von vier Hirschjagden in Parken, bezeichnet wie vor.
Angebots-Nr. 16.081 / EUR  730. (c. US$ 1002.).

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 38.

(67)  Der Einsprung eines Kapitalen in einen Hirschpark. In diesem schon ein Hirsch, drei Tiere und ein Kitz.

J. G. Wintter inv. fec. et exc. 1785. Monachi / 2

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 39.

(68)  Der Anstand auf einen Hirschen in der Salzlecke aus dem Schießstand. Ersterer zusammenbrechend, ein Zehnender und zwei Tiere über das Gatter setzend.

J: G: Wintter inv et sculp Monachy 1786 / 3

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 40.

(69)  Bei den Futterhäusern. Kapitale Hirsche und Tiere, teils ruhend, wie ein 18-Ender ganz vorn.

J. G. Wintter inv. et sculp. exc. Monachy 1786 / 4

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 41.

 

70 – 75

Folge der 6 Blatt Ansichten der churfürstlichen Reviere
am Starnberger See und des weiteren Münchener Umfelds.
1785-1786

Teilweise zusätzlich mit Kaltnadel. – Die Titelbezeichnungen folgen alter Hand in Bleistift auf dem hier beschriebenen Exemplar des Erst-/Zweitzustands (Nagler: Im ersten, seltenen Drucke vor der Schrift). – Formate jeweils die Blattgröße.

I:  Vor aller (?) Schrift.

II:  Mit der Bezeichnung wie 71 + 73 ?

III:  Mit aller Schrift
(ggf. 2. Zustand, wenn dieser zu I gehören sollte).

(70)  Prospect des churfürstl: Schloße (?) und Pfarrggericht Staarenberg am See ebendieses nahmens

17 x 28,3 cm.

(71)  Prospect von dem churfürstlichen Lust=Jagd=Schloß Berg Starenberger See zu Beyren

16,8 x 28 cm.

II:  J: G: Wintter inv: et fecc 1785

(72)  Grienewald an der Isar – 17,3 x 28,1 cm.

(73)  Prospect des churfürstlichen Hirschgarten bey Nümphenburg

17,2 x 28 cm.

II:  J: G. Wintter inv et fecc 1786 – Abbildung

(74)  Prospect der Gegend um BenedictBeyeren im Obb: Bayern

17,1 x 28,1 cm.

(75)  Prospect der herzoglichen Schwaig Angen ohnweit Murnau im obererland Bayern

17,2 x 28,2 cm.

 

76 – 100

Die Folge der Fabeln nach Æsop in 25 Blatt.
1786

(76)  Der Wolf und das Lam

3. Fab: / JGW: inv feit 1786 – 13,1 x 8,1 cm.

(77)  Der Hund und der Schatten

6. Fab= / JGW: inv: feit: 1786 – 13,1 x 8 cm.

(78)  Der Löwe mit andern Thieren auf der Jagd

7 Fab / JGW: inv feit 1786 – 13,1 x 8,2 cm.

(79)  Der Fuchs und der Rabe

13 Fa / JGW: inv feit 1786 – 13,2 x 8 cm.

(80)  Der Wolf und die Sau

22 Fa: / JGW: inv: feit 1786 – 13,1 x 7,9 cm.

(81)  Die Hasen und die Frösche

27 Fa: / JGW inv feit 1786 – 13,1 x 8 cm.

(82)  Der Frosch und der Ochse

35. Fa= / JGW: inv feit 1786. – 13 x 7,8 cm.

(83)  Das Pferd und der Esel

38 Fa: / JGW inv feit 1786 – 13,1 x 8,4 cm.

(84)  Der kranke Löwe und der Fuchs

48. Fa= / JGW inv: feit 1786. – 13,3 x 8,1 cm.

(85)  Der Hund und die Krippe

Fa. 64 / JGW inv: fecit 1786 – 13,2 x 8,3 cm.

(86)  Der Fuchs ohne Schwanz

Fa: 82 / JGW f 1786 – 13 x 8,3 cm.

(87)  Der Hund und der Wolf

Fa 85 / JGW: inv: feit 1786 – 13,1 x 8,2 cm.

(88)  Das Reh und der Hirsch

Fa: 96 / JGW: inv f. 1786. – 13,2 x 8,1 cm.

(89)  Die Löwin und der Fuchs

Fa 94 (97?) / JGW inv: f 1786 – 13,1 x 8,2 cm.

(90)  Der Hund und der Han und der Fuchs

Fa 112 / JGW: inv: fecit 1786. – 13,3 x 8,4 cm.

(91)  Der einäugige Hirsch

Fa= 116 / JGW: f 1786. – 13 x 8,1 cm.

(92)  Der Schäfer und der iunge Wolf

Fa= 122 / JGW: inv f 1786. – 13,4 x 8,2 cm.

(93)  Die Eiche und die Weide

163, Fa: / JGW unv: feit 1786. – 13,2 x 8 cm.

(94)  Der zum Artz (sic!) gewordene Frosch

Fa: 171 / JGW: inv fecit 1786. – 13,4 x 8,3 cm.

(95)  Die zwey Freunde und der Baer

Fa= 173 / JGW: inv fecit 1786. – 13,4 x 8,1 cm.

(96)  Der Löwe und die Stiere

Fa= 179 / JGW: inv & fecc 1786 – 13,2 x 8,1 cm. – Mit Kaltnadel.

(97)  Der Schwan und der Storch

Fa= 191 / JGW inv: f 1786 – 13 x 8,1 cm.

(98)  Die Knaben und die Frösche

Fa: 199 / JGW fecit – 12,9 x 8 cm.

(99)  Der Eber und der Fuchs

Fa= 213 / JGW: inv f: 1786. – 13,1 x 8,2 cm.

(100)  Der Adler die Katze und die Sau

Fa: 229 / JGW: inv f 1786. – 12,7 x 8,1 cm.

 

101 – 112

Das aufsezen oder wachstum des Hirschgeweihes
nach Natur genomen von Jo Geo Wintter 1787.
Folge der 12 numerierten Blatt.
1787

I:  Erstausgabe ohne Verlegerhinweis und mit 9 typographischen Zustands Merkmalen sowie verschiedentlich noch sichtbaren feinen Schriftlinien. – Auf feinem Linienpapier mit Wz.-Fragmenten Lilienwappen mit Krone bzw. C. I. Molitor (1).

II:  Postume Zweitausgabe mit Verlegeradresse Augsburg, F(erdinand) Ebner, stehend für frühestens 1821 als dem Jahr der Verlagsgründung. – Die neun typographischen Zustands-Merkmale von I) sind berichtigt bzw. ergänzt. Noch sichtbare Schriftlinien. – Auf linienlosem, etwas leichterem Papier als das der Ebner’schen Sammelausgabe der Position 2. Zwei Blatt mit typographischem Wz.-Fragment.

Wände der ridinger handlung niemeyer 2, wohl erstmals voll illustriert, doch noch in irriger Annahme der Originalausgabe; Weigel XXVI, 1855, Nr. 20346 („12 Bl. Hirsche in Landschaften … Augsburg, F. Ebner“); Schwerdt III, 190, b („An instructive series“). – Nagler 3 („… Folge … mit Hirschen in Landschaften und Waldpartien …“) + Rümann, Die illustrierten Bücher des 18. Jhdts., Nr. 1282 ohne Aussage bezüglich der Ausgabe.

(101)  No I / Das aufsezen oder Wachstum des Hirschgeweihes / nach Natur genomen von Jo Geo Wintter / 1787. / No II Ein Hirsch der seine Stangen abwirft / III Ein in der Ruhe wiederKaüender Hirsch / IIII Ein vertraulich weidender Hirsch / V Ein Hirsch im Niederthun / VI Ein trollender Hirsch / VII Ein Hirsch der etwas im wind hat / VIII Ein Hirsch in der Flucht / IX Ein Hirsch der seine Ende formiert / X Ein Hirsch der sich aufthut / XI Ein flüchtig übersezender Hirsch / XII Ein Hirsch der den Bast abstreift

Abgesehen von der oberhalb rechts des Bildes stehenden Nummer alles auf der bizarr-zackig überhängenden Steintafel einer Grotte mit Ausblick auf eine von einem Spiegelhirsch mit zwei Tieren belebten Lichtung. Darunter Wappen-Dedication:

Dem Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn / Herrn Karl August Pfalz grafen bei Rhein / Herzog in Bairen zu julich Cleve und Berg / und regierentem Herzoge in zweibrücken etc. etc. (dem Neffen Kurfürst Carl Theodor’s und dessen präsumtiver Nachfolger, dessen Hofhaltung mit Schloß und Park Karlsberg bei Homburg/Saar mit „tausend Pferden im Marstall und noch mehr Hunden in den Zwingern“ Versailles gleichkam) / Zugeeignet von seinem unterthänigst Gehorsamsten / Diener Jo: Geo: Wintter. Churpfalz Bairischer / HofKamerrath. Hofund JagtKupferstecher:

I:  Vor der postumen Ebner-Adresse, der Hinzufügung des h bei wachstum, dem Oberstrich über dem m für dessen Verdoppelung in genomen und dem sich später anschließenden ;, dem das u ersetzenden ü in julich.

II:  Mit der Hinzufügung „Augsburg / bei F. Ebner“ unterhalb des Textes der Steintafel und den unter I) gegebenen orthographischen Änderungen.

(102)  No II / JG Wintter inv fecc et ex Mon / Den 28 Hornung oder 12 Maerz werfen alle gute Hirsche ab und gewöhnlich / eine Stangen nach der andern, oefters mit einem zwischenraume von zwo. auch / drei Stunden, die geringere Hirsche werfen im April ab, und zu Ende / Mai haben alle abgeworfen.

I:  Wz.: Untere Hälfte eines Kronen-Lilienwappens.

(103)  No III / J G: Wintter inv fecc et exc. Mo / Wann der Hirsch abgeworfen hat pflegt er in einsamen Oertern zu ruhen

I:  Vor dem Querstrich im t bei Oertern. – Wz. wie vor.

II:  Mit besagtem t-Querstrich.

(104)  No IIII / J G Wintter inv fecc et excc Mo= / Den 16 Maerz fangt das Geweih Schon wider vom Kopf an / zu schieben; in Gestalt eines halben Apfels:

I:  Vor dem Querstrich im f bei fangt und vor dessen ä-Strichen. – Wz.: Die obere Hälfte wohl des Kronen-Lilienwappens wie vor.

II:  Mit besagtem f-Querstrich und den ä-Strichen.

(105)  No V / J: G: Wintter inv , fecc et exc Mo= / Den 10 April ist der Augensprossen formirt und / die Kolben werden staerker

Vgl. auch die Vorzeichnung „Diesem Hirsch sein Kopf stellt (?, sinngemäß: spricht) von einen dibischen und Recht falschen blick, dem nicht zu trauen ist“.

I:  Wz.: Oberhälfte des vorgenannten.

(106)  No VI / J: G: Wintter inv fecc. et exc: Mo= / Den 29 April sind die Kolben in 6 Ende vertheilt

(107)  No VII / J G Wintter inv fecc et exc Mon / Den 15 Mai sind die Kolben in 8 Ende vertheilt

(108)  No VIII / Jo: G: Wintter . inv fec. et exc Mon= / Den 30 Mai sind die 8 Ende deütlicher; und es ist zu bemerken / dass der Hirsch mehrere ausstreken wird

(109)  No IX / J. G= Wintter inv fecc et exc Mo / Den 12 Juni macht der Hirsch die lezte theilung / und formiert 12 Ende

I:  Wz.: Oberhälfte des obigen.

(110)  No X / J: G: Wintter inv , fecc et exc Mon: / Den 30 Juni fangt der Bast. an dem ausgestrekten Geweih an / zu zeitigen

I:  Vor den Strich-Änderungen bei fangt, siehe Blatt IIII/I.

II:  Mit den besagten Strich-Änderungen.

(111)  No XI / JG: Wintter inv: fec= et exc: Mon= / Den 28 Juli hat das Geweih seine Staerke und zeitigung erlangt, so das der / Hirsch den Bast bald abstreifen wird.

I:  Vor der Hinzufügung des zweiten s bei „so das“. – Wz.: C. I. Molitor.

II:  Mit dem besagten zweiten s .

(112)  No XII / JG Wintter inv: del: et: exc= / Den 31 Julius, oder 5 August, hat der gute Hirsch auf / gesezt und vereckt; so schlaegt oder feget er den rauhen / Bast ab; bei geringern Hirschen geschicht es spaeter

I:  Vor dem Trennzeichen „=“ bei auf / gesezt. – Wz.: Oberteil eines Kronen-Wappens, doch wohl nicht identisch mit obigem.

II:  Mit besagtem Trennzeichen.

 

113 – 120

Folge von vier/acht Blatt ausländischer Tiere
mit französischen Aufschriften.
J. G. Wintter fecit 1788. – Ca. 12 x 16 cm.

(113)  Un Lion superbe d’Afrique

(114)  Le grand Tigre royal de Bengale

(115)  L’Hiene animal d’Afrique

(116)  Un Leopard(s?) d’Afrique

Die übrigen vier Blatt hier nicht dokumentiert, wie auch für Nagler nicht präzisierbar („Dazu gehören noch vier andere Blätter mit ausländischen Thieren“).

 

Folgen die periodisch nicht einordbaren Blätter in alphabetischer Folge und Arbeiten Dritter.

 

121

Rufender ungerader Achtender zur Brunftzeit.

Blattgröße 10,2 x 15,8 cm.

Angebots-Nr. 15.664 / EUR  730. (c. US$ 1002.)

Offenbar keiner der Folgen zuordbar, sofern nicht zu 28-39 gehörig. Könnte in Bezug stehen zu Position 124. – Vor der Schrift?

Thematisch korrespondiert das schöne Sujet mit dem Mitternachtsblatt der Ridinger-Folge der „Vier Tageszeiten der Hirsche“, dessen beide Nebenbuhler hier in einem Tier vereint sind.

 

122

Die Affenbarbierstube.

14,5 x 22 cm. – Weigel IX, 1840, 39, ohne nähere Angaben.

I:  Vor der Schrift?

II:  J. Wintter fec.

 

123

Die auf dem Esel durch das Wasser reitende Hirtin,
dem aufspringenden Hund einen Bissen hinhaltend.
Nach Nicolaes Berchem.

19,5 x 13,7 cm.

„ Meisterhaft radirt … Dieses Blatt gehört wahrscheinlich zu den vier Studienblättern, welche Wintter nach Berghem, P. de Laer, Wouvermans und Teniers gefertigt hat“

(Nagler, ohne sie zu beschreiben; sie sind auch hier nicht dokumentiert).

I:  C. Berghe f. 1655.

II:  Unverändert rechts oben wie vor? Sodann links unten im Wasser„J. Wintter fecc. et exc.“ und rechts auf dem Boden unscheinbar „J. G.Winter“.

III:  Wie II, doch wohl Eigenzustand innerhalb Position 2.

 

124

Der gegen Felsen gebettete erlegte ungerade (?) Vierzehnender,
den rechten Hinterlauf gegen die Flinte gelehnt.

JG Wintter fecit. – 10,5 x 15,5 cm.

Offenbar keiner der Folgen zuordbar, sofern nicht zu 28-39 gehörig. Könnte in Bezug stehen zu Position 121.

 

125

Drei Hunde, darunter Jagdhund + Bulldogge, vor Hundehütte,
sich Knochen streitig machend.

Offenbar keiner der Folgen zuordbar, sofern nicht zu 3-14 gehörig.

I:  Jos Geo: Wintter inv fecc et excc . – 10,9 x 17,5 cm.

II:  Innerhalb Position 2. – Schwerdt 9.
Angebots-Nr. 15.669 / EUR  268. (c. US$ 368.)

 

126

Die Schweinshatz.

Joseph Georg Wintter del. et sculp. – 19,3 x 27,6 cm.

Vor weiterer Schrift? Gratiger Zustandsdruck mit Facettenschmutz namentlich im weißen Unterrand und noch unsauber gearbeitetem ungefaßten Bildrand.

 

127

Der von Wölfen angefallene ungerade Zwanzigender.

Angebots-Nr. 15.665 / EUR  685. (c. US$ 940.)

In bergiger Winterlandschaft mit Gatter und zurückgesetztem Gehöft hat einer der beiden Wölfe den Hirsch an der Drossel gepackt, indes der halb verdeckte andere rückseits operiert. – Blattgröße 11,8 x 15,9 cm.

Keiner der Folgen zuordbar, sofern nicht zu 21-24 gehörig.

 

128

Die Silhouette des nachmaligen Galerie-Direktors
Georg von Dillis.

Die Silhouette auf einer Tafel unterhalb einer Urne, umgeben von Landschaft mit starkem Hirsch + zwei Skizzenbüchern nebst Stift mit, u. a., aufgeschlagenem Hirsch bzw. Hundekopf. Der Hirsch „ist von Winter, das Uebrige von Dillis“ (Nagler). – 14,5 x 9,5 cm.

Nachempfunden dem „graphischen Denkmal“ (Morét) Thienemann 974 der Ridinger-Söhne für den Vater, erscheint die Arbeit angesichts des jugendlichen Alters des „Verblichenen“ (Dillis war maximal 30!) als eine Aufmüpfigkeit der Folgegeneration gegenüber des Altmeisters großem Schatten.

II:  Innerhalb von Position 2. – Schwerdt 1.
Angebots-Nr. 14.145 / EUR  118. (c. US$ 162.)

 

129

Ausgang eines Waldes mit Jägern.

Wintter exc. – Nach Weigel, IX, 1840, 10384, der es innerhalb einer Passage graphischer Arbeiten Georg von Dillis’ nach teils anderen Meistern führt. Da reine Verlagsartikel von Wintter hier nicht bekannt sind, dem excudit auch schon bezüglich Ridinger’s hier auch kein ausschließliches Verlagsindiz zuerkannt werden kann, könnte es sich um eine Arbeit Wintter’s nach Dillis handeln (siehe entsprechend Pos. 130). Die Zusammenarbeit beider bei Position 128 bleibt gleichwohl zu bedenken.

 

130

Ein Wolfskopf.

Nr. 2. / Ridinger fec. / Wintter excudit

Vergrößert und im Gegensinn nach einem der Wolfsköpfe aus Th. 744 von 1742. – „… ich kann ihn nur für eine Copie Wintter’s … halten … und keineswegs von unserm Meister selbst gestochen“ (Thienemann S. 294).

 

131

Folge von 4 Blatt Hirschen in verschiedenen Stationen
laut Nagler nach Wintter in qu.-8° gestochen von Balzer
(wohl Anton, 1771-1807, oder Johann Karl, 1768-1805).

 

132

Portrait Joseph Georg Wintter’s.
Lithographie von Maximilian Franck
(Düsseldorf um 1780 – Stuttgart nach 1830).
Winkler 15: 79 + 71
1813 (ff.?)

Aus Lieferung 7 von Franck’s 80blätt. „Deutsche Künstlergalerie“ bei 7,5-11,5 x 5,7-10,5 cm Bild- und 35,5 x 27 cm Blattformat, wobei den mit „Franck fecit“ bezeichneten rückseitenfreien Brustbildern Künstlername + Biographie in Buchdruck folgen (Erstzustand, Winkler 12 f.).

Die Neuauflage von 1818 (Zustand II, Winkler 14) ohne Biographie, der Künstlername nunmehr in Steindruck. Entsprechend das Papierformat auf ca. 24,5 x 20,5 cm verkürzt. Qualitativ generell „breit, schwarz und wenig plastisch“.

 

Für Joseph Georg’s Portrait
– Winkler 15: 79 –

ergeben sich verwechslungshalber drei Zustände, nämlich

I:  wie oben

II:  Bild des Vaters, Johann Georg (W. 15: 71)

III:  geheilter 2. Zustand.

 

Für  Arbeiten  Raphael  Wintter’s  nach  väterlichen  Vorlagen

siehe  die  folgenden  Nrn. Ra 57 , 62n , 88 + 90.

 


 

RAPHAEL  WINTTER

1784 München 1852

 

Das graphische Werk  –  Vorläufiges Verzeichnis

Mit Konkordanz zu Nagler

Im Gegensatz zu seinen „grösstentheils der ersten Periode der Erfindung dieser Kunst angehörenden“ Lithographien (Nagler: ziemlich zahlreich; Ferchl: 140 Blatt[20]) ist das Radierwerk zum einen geringer und überrascht zum andern durch seine feine Qualität. Begründete 1805 (Winkler[21]; Lutterotti: 1807[22]) zusammen mit den Brüdern Dall’Armi „die erste lithographische Druckerei in Rom“ (Winkler). 1809 avancierte er zum 1. Lithograph der von seinem Stiefvater und erstem Lehrer Joh. Michael Mettenleiter eingerichteten Lithographischen Anstalt des kgl. Staatsrates, deren späterer Inspektor er wurde. 1830 zweite Italienreise (siehe 16-27).

 

Die  Radierungen

 

Ra 1 – 2

Zwei kleine Blätter mit Schafen

Nach Chr. Wilh. E. Ditrich, gen. Dietricy. – R. W. 1801

 

Ra 3

Der ruhende und der stehende Ochse mit den zwei Schafen.

J. Ch. D. / Raph. Winter fecit 1806. – In 12°.

 

Ra 4 – 15

Verschiedene Thiere nach Natur gezeichnet und radiert.
München zu finden bey Raph. Wintter 1814.
In orig. Heftumschlag.
1806-1814

Seitens Nagler’s, wie für keine andere seiner Folgen und Einzelblätter, mit „Aesserst zart und geistreich“ apostrophiert. – Die Blätter des hier beschriebenen Exemplars auf Plattenkante geschnitten und original (?) auf 23,4 x 31,6 cm großen Büttenkarton aufgewalzt bei 1,7 cm breitem Tuschrand nebst Einfassungslinien als Paspelierung.

(4)  Der lauernde Tiger (recte Panther, Leopard, auch Jaguar).

Tiger : Raph – 12,9 x 15,7 cm.

(5)  Die Vierergruppe liegender, stehender und (2) aufgerichtet sitzender Jagdhunde.

Raphael Wintter fec 1806 – 5,1 x 7,7 cm. – Wohl gelöschte Voradresse.

(6)  Die sitzende Katze. – Evt. gelöschte Voradresse.

Raphael Wintter fec 1806 – 5,2 x 6,8 cm.

(7)  Der Pferdekopf mit dem Geschirr, bis zur Brust sichtbar.

Raph: Wintter 1806 – 4,9 x 5,7 cm.

(8)  Der stehende Büffel (Büffelkuh) am Wasser mit Zwei- oder Dreimaster und weiterem Segler am Horizont.

Raphael Wintter del Rom (nach Winkler 1805, nach Lutterotti 1807) fec 1813 – 10,9 x 15,9 cm. – Siehe auch Ra 188.

Weigel IV, 1837, 5360: Stehender Büffel am Meeresufer. Romae 1813.

(9)  Die drei liegenden Schafe.

Raph: Wintter inv fec: 1813 / 1813 – 8,9 x 14 cm.

(10)  Die liegende Ziege nach links.

Raphael Wintter inv fec 1813 – 8,5 x 13,9 cm.

(11)  Die beiden liegenden Schweine vor Schuppen + Gartenpalisade.

Raphael Wintter inv fec 1814 – 9,4 x 12,6 cm.

(12)  Der nach rechts stehende Widder mit dem zur Linken liegenden Tier nahe der Almhütte mit der Sennerin in reich gestalteter Gebirgslandschaft.

Raphael Wintter fec 1814 – 8,7 x 13,2 cm.

(13)  Die drei liegenden Schafe vor Stall (?) und Gatter, an dem ein Mann steht. – Unten im Blattwerk:

Raphael Wintter inv fec 18(13) – 9,3 x 12,7 cm.

(14)  Die nach rechts stehende Ricke inmitten vielfältiger Kleinflora.

7,4 x 10,9 cm.

(15)  Der sitzende Orang-Utan en face.

7,8 x 6,2 cm. – Unten evt. gelöschte Signatur.

 

Ra 16 – 27

Thierstudien in Italien gezeichnet im Jahre 1830,
und in Kupfer radirt.
Karlsruhe, Joh. Velten, 1831. Qu.-4°.

Folge von 12 (Weigel 2599) oder 13 (Nagler, evt. Titel + 12) Blatt in orig. Heftumschlag. – Einige mit R. W. bezeichnet.

 

Ra 28 – 33

Italienische Thierstudien.
Folge von 6 Blatt, gewidmet dem Münchener Kunstverein.
1831-1832

(Nagler, in 4°; Weigel 13702: 1832, kl.-qu.-fol.).

 

Ra 34

Landschaft mit einem Bären.

Nebst einem figürlichen Zeichen. 8°. – Brulliot I, 3226.

 

Ra 35 – 40

Schafe und Ziegen in Landschaften.

Folge von 6 Blatt in 4°. – „Schöne Blätter“ (Nagler).

 

Ra 41 – 46

Wilde und zahme Thiere in Landschaften.

Folge von 6 Blatt in 4°. – „Schöne radirte Blätter“ (Nagler).

 

Die  Lithographien

Ra 47 – 91

1803-1815

(57)  Der von einer Meute von sechs Hunden niedergezogene Hirsch nach links. Drei greifen ihn am Halse, einer vom Rücken an; vorn zwei verletzte.

G. (so Winkler; Wend[23] 9, „J.“?) G. Wintter inv et del / den 18 May 1785 / Rap: Wintter fec: 1807. – 24 x 40 cm. – Winkler 931: 11.

(62n)  Die drei jachtenden Hundeköpfe. 1810-1812.

14 / J. G. Wintter del. – Ca. 15,8 x 22 cm. – Winkler 931: 16/14.

(88)  Der nach links liegende gescheckte Jagdhund.

G. Wintter inv: 1788 / Raph. Wintter fec: 1815. – 11,5 x 21,3 cm. – Winkler 931: 42.

(90)  Eine Schweinehatz, auf Stein gezeichnet und auf Naturpapier schön Abgedruckt von Hrn. Raphael Winter Preis 1 fl 36 kr.

(nach Winkler die Ankündigung im Wöchentl. Anzeiger für Kunst und Gewerbefleiß, Jg. II, Nr. 32, vom 10. 8. 1816).

Nach rechts mit zwei Hunden auf dem Rücken des Keilers und zwei vorn rechts von ihm niedergeworfenen.

G. (? J.!) G. Wintter inv del 1788 / Raph: Wintter fec 1815. – 29,8 x 46 cm. – Winkler 931: 44.

Für die übrigen siehe Winckler 931: 1-10, 12-41, 43 + 45.

 

Ra 92 – 95

Vier Blatt zu Michael Schmid’s
Naturhistorische Beschreibung der Säugthiere,
hier Teile I + III.
1814-1816

(92)  Der Baummarder. Ein Nest ausnehmend.

R. Winter fec. – Ca. 20 x 15 cm. – Winkler 775/8, 37.

I (1814): Tafel 37.

II (Neuauflage ohne Jahr): Tafel 27.

Für Bezugnahme auf Winkler siehe obige Fußnote zu diesem. – Ursprünglich möglicherweise schon 1807/08 einmal erschienen.

(93)  Der gemeine Hase. Mit der Silhouette von München in der Ferne.

R. Winter fec. – Format wie vor? – Winkler 775/8, 98. – In von W. nicht vermerktem 2. Zustand anders numeriert? Siehe 50.

(94)  Das wilde Kaninchen.

R. Winter fec. – Format wie vor? – Winkler 775/8, 99.

(95)  Das zahme Kaninchen.

R. v. (? Nobilitierung hier nur für den Bruder Heinrich Eduard bekannt) Winter fec. – Format wie vor? – Winkler 775/8, 100.

I:  Tafel 100.

II:  Tafel 98.

 

Ra 96 – 109

Anleitung zur Thierzeichnung
München, Verlag der lithographischen Kunstanstalt
an der Feyertagsschule (recte Feyertags=Schule?),
ca. 1816.

Folge der 14 numerierten Blatt im originalen Heftumschlag (Heft 1, alles) in qu.-fol.
nach eigener Vorlage sowie nach Joh. Hch. Roos, Potter, Dujardin,
G. P. Rugendas I oder II und Adriaen van de Velde.

„ Gutes, und schön behandeltes Werk “
(Nagler, irrig als ganz nach eigener Zeichnung).

Winkler 931/50/51: 1-10, 10a, 11-14.

I:  Winkler unbekannt. – Vor der „1817“ auf dem Vorderumschlag + der „1816“ auf Blatt 13. – Mit der noch offen gelassenen Anzahl der „Blätter“ und der Bezeichnung „Heft I“.
Bei Erscheinen 1817 (II) war der Gedanke an eine Herausgabe in Lieferungen zumindest vorerst (siehe Winkler 54 nebst, hier, Ra 136-141) offenbar bereits aufgegeben. Der Eindruck der Jahreszahl für ein noch nicht erscheinensfähiges Werk beim Probedruck hier dagegen folgerichtig als verfrüht fehlend.
Gegenüber dem hiesigen „an der …“ im II. Zustand „bey der Feyertags-Schule“. – Zahlreiche kleine schwarze Stippen als Merkmal für den noch nicht gereinigten Stein.

II:  Mit obigen „1817“ bzw. „1816“, ohne „Heft I“ + Blätter-Hinweis. „Bey“ statt „an“ der Feiertags=Schule. – Schon (?) mit vorkommender „1817“ innerhalb der Buchdruck-Innentitel.

III:  Bei 1817er Umschlag innerhalb der Buchdruck-Innentitel Jahresangaben mit 1817 + 1819.

IV:  In „1825“ geändertes Erscheinensjahr auf dem Umschlag.

Im einzelnen nach II :

(96)  Köpfe von Ziege, Schaf + Bock.

Oben in Umriß, unten ausgeführt. – 19 x 29,3 cm.

(97)  Köpfe von Hund, Kuh + Pferd.

Wie vor. – 19,8 x 31,7 cm.

(98)  Der Jungbulle nach rechts und die beiden Esel unter der Kopfweide.

Umriß, unten begrenzt. – 15,5 x 35 cm.

(99)  Wie vor, doch ausgeführt.

Vandervelden inv.

(100)  Das Pferd nach links mit Bauernhaus- + Baumstaffage.

Umriß, unten begrenzt. – 19,8 x 35 cm.

(101)  Wie vor, doch ausgeführt.

P. Rugendas inv.

(102)  Tierköpfe, ausgeführt. In oberer Reihe drei Schafe + Ziege, darunter Widder, Ziege + Ziegenbock.

14,5 x26 cm.

(103)  Die beiden liegenden Schafe.

Links als Umriß, rechts ausgeführt. – C. Dujardin inv. / R. Wintter del. – 11 x 32 cm.

(104)  Der liegende Bock (rückseits) und die nach links stehende Ziege.

Heinrich Ross inv. – 11,3 x 31,5 cm.

(105)  Der Widder und die beiden Schafe, ruhend.

Das rechte streckt den linken Fuß nach vorn.

Heinrich Ross inv. 1630 (5,2 cm lang). – 11,8 x 31,3 cm.

In der Roos-Radierung „Ziege und drei liegende Schafe“ von ca. 1668 (Jedding, 1998, im Vorspann zu 15-27 mit Abb. 21) bzw. 1668/70 (Hollstein 20 mit Abb.) ist es der rechte Vorderlauf des Widders. Die Datierung also irrig.

(105a)  Winkler’s wiederum mit 10 numerierte Variante 10a als „Seitenverkehrte Wiederholung“. – Schriftlänge auf 3,5 cm verkürzt.

Gegenüber der Roos-Vorlage seitenrichtig, wenngleich diese nur als Ausschnitt und mit Veränderungen wiedergebend.

(106)  Die beiden Jagdhunde. Nach rechts vor Kornfeld.

R. Wintter inv. fec. – 15 x 32 cm. – Siehe auch Ra 187.

(107)  Die Kuh nach rechts vor dem Baumstamm.

P. Potter inv. – 14,5 x 32 cm.

(108)  Der saufende Esel im Bach.

Carl Dujardin inv. 1652. / R. Wintter fec. 1816. – 12,2 x 30,5 cm.

(109)  Die beiden abgesträngten Pferde nach links.

Rugendas inv. – 17,5 x 31,5 cm.

 

Ra 110 – 133

Lithographirte Thierzeichnungen als bildliche Darstellungen
der Fabeln chlassischer (sic!) Dichter.
München, Zeller, 1816(-1817).

Folge von 24 Blatt in 4 Lieferungen à 6 Blatt in orig. Heftumschl.

Raphael Wintter inv. & fec., tlw. mit 1816 + 1817. – Ca. 21 x 16 cm.

Winkler 931: 45 (Titel) + 46-49, jeweils 1-6. – Nagler 11 + Weigel 6826 mit allen 24 Blatt als Heft 1, daraus folgernd „auf 4 Hefte berechnet, es erschien aber nur eines“ bzw. „1s Heft … Mehr ist nicht erschienen“. – Siehe aber die 18blätt. Fortsetzung Ra 161-177 aus 1824(-25). – Ausgegeben in zwei Zuständen:

I

Kolorierte Luxus-Ausgabe,
aufgezogen auf Karton mit vorgedruckter Einfassung von zweimal zwei Linien.
Von Winkler als II geführt.

II

Ordinärausgabe auf stärkerem Velin,
den Charakter der originalen Zeichnung sehr schön wiedergebend.

 

Ra 134

Der zusammengerollt liegende gescheckte Jagdhund nach links.

Winkler 931: 55 – Raphael Wintter fec 1817. – 11,9 x 23,9 cm.

 

Ra 135

Der gestürzte Rehbock.

Winkler 931: 52 – 1818

I:  Nach Natur gezeichnet von Raphael Wintter 1818. – 12,4 x 24,4 cm.
Rechts in der Darstellung weiß umrandetes Feld mit orientalisch anmutendem Zeichen.

II:  R W 1818. – Mit Tonplatte gedruckt mit Lichtern namentlich auf dem Bock. Besagtes Feld rechts unten nunmehr als hell umrandeter schwarzer Kasten.

 

Ra 136

Das Wiesen-Fest am Maximilians-Tage 1819.
– Winkler 931: 53 –
1819

Drei Jockeys auf weit ausgreifenden Pferden nach rechts.
Das Wiesen-Fest … wie vor. / Raph. Wintter. – 26 x 50,8 cm.

 

Ra 137 – 142

Vorlagen für geübtere Thier-Zeichner.
Auch zu Staffagen in Landschaften geeignet.
Nach Potter, A. van der Velden, Heinrich Roos
und anderen berühmten Meistern gesammelt,
auf Stein gezeichnet und gedruckt von Raphael Wintter
als Fortsetzung
zu dessen 1817 erschienener
Anleitung zur Thier-Zeichnung (Ra 120-133).
München, zu finden bey Jos. Sidler, 1820.

Folge von 6 Blatt in qu.-4° in originalem Heftumschlag.

Winkler 931: 54

(nur Umschlagtitel, den wiederum Dussler – nur 5 Blatt – nicht kannte).

Trotz der Ankündigung auf der Umschlagrückseite von mindestens 3 Heften – auf dessen Vorderseite nur der Eindruck „Heft“ ohne Zahl, die auf einem 1965 am Markt gewesenen Exemplar handschriftlich mit „1“ ergänzt war – alles Erschienene.

 

Ra 143 – 148

Darstellungen von Schafen für Zeichenschule

Sechs Einzelblätter als teilweise verkleinerte Darstellungen der Blätter von 1815
(Winkler 931: 36 ff. innerhalb von Ra 47-91), teils seitenverkehrt.
Raph. Wintter del. – Blattgrößen 22,5 x 36,5 cm.
– Winkler 931: 57-62 –
ca. 1820

 

Ra 149

Der nach links liegende gescheckte Jagdhund.

11,4 x 17,1 cm.
– Winkler 931: 56 –
Ca. 1820

 

Ra 150

Das Gestüt im Oberland.

Innerhalb der Gebirgskulisse möglicherweise der Wendelstein.
R. W. – 24,4-24,6 x 40 cm.
– Winkler 931: 63 –
Ca. 1820

 

Ra 151

Schloß Friedberg bei Volders.

– Winkler 931: 64 –
Ca. 1821

Ansicht des Schloßes Friedberg bey Volders / Nach der Natur gezeichnet von M. Predella. / R. Wintter in München. – 31,9 x 40 cm.

 

Ra 152 – 155

4 Blatt mit Darstellungen von Kühen aus
1824

Nicht bei Winkler. – Bezeichnung hier nicht dokumentiert. – Blattgröße ca. 26 x 34 cm.

 

Ra 156 – 173

Auswahl anmuthiger Fabeln aus den vorzüglichsten Dichtern
zur Belehrung und Unterhaltung.

Folge von 18 Blatt nebst lithographiertem Titel
Karlsruhe, Joh. Velten, 1824(-25). 4°. Orig. Heftumschlag.

Die Titelangabe als Teil II nimmt Bezug auf die 24blätt. Folge aus 1816/17 (Ra 110-133). Mit Ausnahme des Titels nicht bei Winkler, der im Anschluß an 49 lediglich diesen ausführlich wie folgt beschreibt :

„ … Der Inhalt beginnt mit einer neunzehnten Fabel und endet bei der sechs und dreyßigsten; es werden also sechs der ersten Blätter nicht mitgezählt. Die meisten Bilder sind nicht bezeichnet, einige mit Raph. Wintter delin., andere mit inv oder invent, auc mit 1825. Bei zwei Blättern sind die ausführenden Lithographen angegeben A. Hatzfeld bzw. H. G. 1825.“

Auf der 1998er Londoner Versteigerung des ersten Teils (alles) der Winkler Collection figurierte schließlich ein komplettes Exemplar unter Lot 106.

 

Ra 174 – 179

„ Eine Serie (von 6 Blatt) kräftig umrandeter Rotwild-Bilder …
nicht bezeichnet oder signiert, auf dickem Papier mit sehr bildhaften
Hinter- und Vordergründen, ist vermutlich
eher um 1830 als um 1820
entstanden. “ – 17,8 x 13,9-14,5 cm.
– Winkler 931: 65-70 –

(174)  Der Achtender nach rechts vor steilem Felsen.

(175)  Der auf der Wiesenkuppe nach rechts liegende Spießer.

(176)  Der nach rechts laufende Sechsender.

(177)  Der nach rechts laufende Vierzehnender.

(178)  Der nach rechts unter hohlem Baum liegende Sechszehnender mit der abgefegten Geweihstange.

(179)  Der nach links stehende Gabler mit dem nach rechts gewandten Kopf. In der Ferne Kirche + Maibaum, rechts vorn starke Losung.

 

Ra 180 – 181

Zwei Wiedergaben nach Gemälden Willem Romeyn’s
in der Sammlung des kgl. bayer. Geheimen Rats von Kirschbaum

„aufgezogen auf geripptes Papier mit vierfacher, teils plastischer Umrandung, darunter
Romayn pinx / Raphael Winter del. / le Tableau se trouve …
Bildrand und Unterlage links durch kreisförmigen 7 mm breiten Trockenstempel
mit W gesichert. Die Wiedergaben in Kreide, mit ocker Ton, Lichtern
auf den Tieren, 159 x 205 (mm); Unterlage, Rahmen und Schrift 219 x 248.
Die Rahmen sind leicht angetuscht. “
– Winkler 931: 71 + 72 –

(180)  Die vier ruhenden Schafe hinter dem Wall und den beiden Bäumen.

Mit Blick in die Ferne und auf ein weiteres, stehendes Schaf.

(181)  Die liegende Ziege mit den beiden Schafen, von denen eines gleichfalls ruht, das andere steht.

 

Ra 182 – 186

5 Blatt mit Darstellungen von Ziegen und Schafen

Im Blattformat von ca. 27 x 34 cm. – Ohne Details. – Bei Winkler?

 

Ra 187

Die beiden Jagdhunde nach rechts vor dem Kornfeld
nach Raphael Wintter, Ra 106.

Lithographie von Ludwig von Reiche (1775-1854), preuß. Generalmajor und Leiter der 1817 eingerichteten Druckerei im Kriegsministerium in Berlin, die von 1819 bis August 1820 auch Kunstblätter verlegte. – 14,5 x 25,2 cm. – Winkler 659: 2 –

 

Ra 188 – 190

3 Blatt numerierte Lithographien nach Raphael Wintter
aus Michael Schmid’s (in München tätiger zoolog. Zeichner und Tierlithograph, gest. daselbst 1825) „Naturhistorische Beschreibung der  Säugthiere“, vgl. Ra 92-95, Tl. I. –

Ca. 20 x 15 cm.
1814
– Winkler 775/8: 49 , 65 + 76 –

(188)  Die BüffelKuh / N. Raph. Winter / S…. – Siehe Ra 8.

I:  Tafel 49.

II:  Die Büffelkuh (kleiner). – Tafel 47.

(189)  Der Dromedar / N. Winter

I:  Tafel 65.

II:  Tafel 70.

(190)  Die Hyaene / N. Winter

I:  Tafel 74 (? recte wohl 76!).

II:  Tafel 17 / Die orientalische Hüaene.

 

Für weitere Steinarbeiten siehe Nagler 14 :
Verschiedene Portraite, Costüme, Carrikaturen,
Landschaften mit Thieren, Croquis etc.,
in verschiedenem Formate.

 


 

HEINRICH  EDUARD  VON  WINTTER

1788 München 1825

Für das graphische Werk des namentlich durch seine 88 Blatt Komponisten-Blätter bekannten nobilitierten jüngeren der Brüder – 1806 Professur für Zeichenkunst in Sarguenes, 1809 2. Lithograph an der Lithographischen Anstalt des kgl. bayerischen Staatsrates – siehe Winkler 930 und, als eventuelle Kopie nach ihm, 301: 2.

 


 

Konkordanzen  zu  Nagler

Joseph  Georg  Wintter

Nagler (1851) Niemeyer (2001)
1 128
2 76-110
3 101-112
4 66-69
5 54-56
6 59-65
7 70-75
8 26-33
9 113-120
10 15-20?
11 21-24
12 46-53
13 34-39
14 66-69
15 66-69
16 122
17 25
18 40-45
19 40-45
20 123
21 3-14
Für die Seite 542 im Text erwähnte Balzer-Folge 131

 

Raphael  Wintter

Nagler (1851) Niemeyer (2001)
1 Ra 16-27
2 Ra 28-33
3 Ra 4-15
4 Ra 41-46
5 Ra 35-40
6 Ra 4-15
7 Ra 1- 2
8 Ra 34
9 Ra 4-15
10 Ra 3
11 Ra 110-133
12 Ra 96-109
13 Ra 137-142

© copyright jan hendrik niemeyer 2001-2014

 

Fußnoten

[19] R. Arnim Winkler, Die Frühzeit der deutschen Lithographie / Katalog der Bilddrucke von 1796-1821, Mchn. 1975. – Über das von ihm Übernommene hinaus ist das Werk die letzte Instanz für letzte Zustandsfragen. Und zugleich die Antwort eines Sammlers (15000 Lithographien, über 200 Handbücher) darauf, was Weg und Glück eines Lebens auch auszumachen vermag. Und welch eine Kraft- und Lustquelle in einem dem beruflichen Alltag aus der Beschäftigung mit der Sammlung erwächst. – Zurück
[20] Franz Maria Ferchl, Übersicht der einzig bestehenden, vollständigen Incunabeln-Sammlung der Lithographie, Mchn. 1856, SS. 22, 48-50, 59 + 61. – Zurück
[21] a. a. O., S. 53, Vorspann zu Position 142. – Zurück
[22] Lutterotti, J. A. Koch, Bln. 1940, S. 59. – Zurück
[23] Johannes Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, Bd. I/1, Lpz. 1975. – Zurück

Zuletzt aktualisiert am 3. Juli 2014.