Thienemann Online

Blätter dieser Folge bei lüder h. niemeyer kaufen
Buy sheets from this set at lüder h. niemeyer

Ich komme nun zu einer Sammlung, welche hier eine Hauptrolle spielt, mir aber manche Not gemacht hat. Sie wird gewöhnlich kurzweg

Der  Fürsten  Jagd-Lust

genannt, aber der eigentliche, auf einem großen Blatt befindliche Titel heißt:

„ Vollkommene und gründliche Vorstellungen der vortrefflichen Fürsten-Lust oder der Edlen Jagtbarkeit, wie solche Nach der wahren Beschaffenheit als auch rechten Gebrauch aller hierzu gehörigen Requisiten nach eines jeden Thiers Art und Manier erforderlich, in specie aber derer hierzu üblichen Waydmännischen Terminis ganz deutlich vorgestellet und nach dem Leben gezeichnet worden. “

„ Erster Theil inventiret in Kupfer gebracht und verlegt von Johann Elias Ridinger, Mahler in Augspurg. Anno 1729. “

Es folgt derselbe Titel französisch: „Parfaite & exacte Representation des Divertissiments de Grands Seigneurs“ etc. Dann folgt, gleich unter dem Titel, eine Vorrede, ebenfalls deutsch und französisch:

„ An den günstigen Leser.

„ Ich habe dieses Werk mir vorgenommen nicht sowohl seiner sonderbahren Lustbarkeit als vielmehr irgend des Nutzens, so sich in specie junge Herrschaften daraus schöpfen können, indem mein Hauptzweck dahin gehet, die sonst so weitläuffige Jagt-Beschreibungen aufs kürzeste und deutlichste (und zwar auf Angabe wohl erfahrner Jäger) auf die neueste Manier zusammen zu fassen und mit Kupfern, so ich nach dem Leben gezeichnet, zu illustriren, es werden deren, sowohl erfahrne Cavalliers, als auch gute Jäger, deren Accuratesse genugsam darin zu finden wissen. Es ist in diesem Ersten Theil der Anfang von dem edeln Hirsch gemacht worden, um eine Probe zu sehen, wie günstig er von denen Jagt- und Kunstliebenden aufgenommen würde. Sollte ich so glücklich seyn, Dero günstiges Belieben daran zu erfahren, so werde ich künftighin mit Herausgebung derer andern Theilen mich so viel mehreres expedieren. Ich habe aber dabei zu erinnern, dass um mehrern Lusts willen künftig denen Herrn Liebhabern zu Gefallen die 6 Blatt nicht von einem Thier allein, sondern von unterschiedlichen Wild vorstellen werde und gleich wie ich gesonnen, alle Arten und Manieren des Jagens zu weisen, so werden dann nach und nach solche in denen Theilen vollkommen eingebracht werden, daher auch die Blatt noch ohne Ziffern gelassen: statt deren ich, so Gott Leben und Gesundheit geben wird, bei Vollendung desselben einen gedruckten Catalogum mit herausgeben werde (ist mir nicht zu Gesicht gekommen. Th.) um solche nach ihrer rechten Art und Ordnung legen zu können.

„ Dass ich indessen bei diesen ersten 6 Blatt die Figuren von des edlen Hirschen Alter etwas grösser vorgestellt als die andern, ist es allein darum geschehen, seine Natur und Art desto besser zu exprimiren, wie ich denn solches alle mahl bei einem besondern Wild thun werde. Endlich so werde auch die Spuhr oder Fahrt von einem jeglichen Wild so wohl nach seinem Stand, Gang und Sprung besonders anzeigen, mithin diesem Werke eine rechte Vollkommenheit zu geben trachten. Da ich indessen den Grossgünstigen Liebhaber Göttlicher Obhut, mich aber dessen Affection empfehle. “

„ Cum gratia et privil. Sac. Caes. Maj. “

Darauf folgen nun sechs und dreißig Tafeln, so viel sind angegeben in dem ältesten gedruckten Verzeichnisse von Ridinger’s Werken, welches mir bekannt ist und das ich der Güte des Herrn August Artaria in Wien verdanke, desgl. in v. Cobres äußerst genauer Büchersammlung Th. I. p. 456. Dagegen läßt sich kein Zweifel erheben. In den neueren Verzeichnissen, so wie in den Kupferstichsammlungen selbst, fand ich überall nur acht und zwanzig Stuck. Wo waren nun die fehlenden 8 geblieben? Es sind unstreitig die folgenden Blätter, welche in den Katalogen „Jagd-Vorstellungen mit derselben Erklärung in 8 Kupferblättern, klein Real-Halbbogen“ und in den Sammlungen, nach dem angeblich ersten Blatte, „Der Tiergarten“ genannt werden. Denn in jenem ältesten Verzeichnis ist diese Sammlung nicht besonders genannt, so wenig als in dem Werke v. Cobres und in der eben angeführten Vorrede nennt ja Ridinger ganz deutlich ein Blatt, welches sich unter jenen 8 befindet, „Des edlen Hirschen Alter“ als zu der Fürsten-Jagdlust gehörig. Dies hat auch in mir alle Zweifel, die ich früher dagegen hegte, beseitigt und mich zu der Überzeugung gebracht, daß Ridinger diese 8 Blatt in kleinerem Format, als die ersten zu dieser Sammlung, gefertigt, später aber, da er guten Absatz fand, die Tafeln sehr vergrößert und sorgsamer ausgearbeitet habe. Wir betrachten also zuerst diese 8 Blatt, welche jetzt als besondere Sammlung angegeben und verkauft zu werden pflegen.

13.

(1) Der Thiergarten.

Breite 8″, 4‴. Höhe 9″, 3‴, so auch die folgenden 7, aber um sie den nachfolgenden 28 Blättern ähnlich zu machen, habe ich sie zuweilen mit ungemein breiten Rändern gefunden, was eben nicht gut aussah. Bei allen 36 Bl. finden wir unten eine Erklärung in deutscher und franz. Sprache. Beim Tiergarten fängt sie an:

„ Dieses ist ein Ort von auserlesenen guten Waldungen “ u. s. w.

Wir erblicken einige nähere und entferntere Baumgruppen, in den freien Bäumen dazwischen allerlei Tiere, welche jagdbar sind, der edle Hirsch und der Damhirsch, vorn im Wasser, Wolf, Fuchs, wildes Schwein, Dachs, Kaninchen, wilde Gans, wilde Katze auf einem Baum. Man sieht diesen Tafeln die frühere Zeit noch an.

14.

(2) Des Edlen Hirschen Alter.

„ Der Edle Hirsch hat Gehörne oder Geweihe “ u. s. w.

Dies ist nun die Tafel, auf welche Ridinger in der Vorrede aufmerksam macht. Wir sehen hier, in passender Umgebung und ziemlich großer Figur, ein Hirschkalb, einen Spießer, Gabler, 6, 8, 10, 12 ender und ein Stück Wild.

15.

(3) Der an dem Thiergarten gemachte Einsprung.

„ Durch solchen wird fremden Wild das Einspringen erlaubet “ u. s. w.

Oben eine Öffnung in der Umzäunung, durch welche eben ein Hirsch eintritt, ein anderer und zwei Hirschkühe bemerkt man schon darin.

16.

(4) Das bestetten des Edlen Hirsches mit dem Leithund.

„ Der Jäger, so einen Edlen Hirsch bestetten will “ u. s. w.

In einem Walde bemerkt man vorn drei Jäger mit zwei Leithunden, bemüht, dieselben auf eine Hirschspur zu bringen. Weiter hinten hat einer den Hund schon auf die Spur gebracht und läßt ihn, an der Leine gehalten, dieselbe verfolgen.

17.

(5) Das mit Flammen-Schnüren umstellte Jagen.

„ Es ist dieses so wol vor Hoch als Niederes Wildpreth erfunden “ u. s. w.

Vorn sieht man die sogenannten Flammenschnüren quervor in einem Wald gezogen. Ein Hirsch liegt niedergeschossen unter den Schnüren und auf einen anderen, über dieselben setzenden, wird eben Feuer gegeben.

18.

(6) Die Wolfs-Falle oder Grube.

„ Gleichwie der Wolf ein sehr gefrässiges etc. Thier ist “ u. s. w.

In einer sehr gebirgigen Landschaft sehen wir rechts eine Wolfsscheibe, auf der eine lebende Ente befindlich. Um diese haben sich vier Wölfe versammelt, auf welche, ganz vorn, drei Jäger im Anstand liegen. Neben ihnen ein Wolfshund.

19.

(7) Die Fuchs-Eisen und Fallen.

„ Wie listig auch dieses Thier ist “ u. s. w.

Eine ganz hübsche Waldpartie mit allerlei Fuchsfallen und vier Füchsen, davon zwei sich bereits gefangen haben.

20.

(8) Der wilde Enten-Fall.
La Prise de Cannes sauvages.

„ Es werden die wilden Enten meist aus freyer Faust erschossen “ u. s. w.

Eine Felsenlandschaft mit Wasserfall, im Wasser wilde Enten. Vorn vier Schützen, zwei im Abdrücken, einer im Anlegen, einer geduckt, um nicht gesehen zu werden. Der Hund neben ihm will apportieren.

 

Es folgen nun die viel größeren und bessern 28 Tafeln, welche vorzugsweise zur Fürsten-Jagdlust gehörig betrachten werden. Breite 1′, 3″. Höhe 10″. Die 4 ersten mit Einfassung, die übrigen 1′, 2″ breit, 9″ 10‴ hoch.

21.

(9) Die Par-Force Jagd.

„ Solche geschiehet mit par force Hunden, zu Pferd “ u. s. w.

Im Vordergrunde einer freien Waldlandschaft erblicken wir dieselbe. Eine Meute ist dem ermüdeten Hirsche auf der Ferse, einer der Hunde im Begriff ihn an der Kehle zu packen. Dahinter viele Jäger im Galopp, der erste stößt ins Hüfthorn, die anderen haben die Hirschfänger entblößt, um ihm den Fang zu geben. Weiter hinten ruhen Jäger mit Koppeln von Hatzhunden aus, Pferde stehen auf Relais und einige Reiter sprengen herbei. Ein lebendiges Bild.

22.

(10) Das umstellte Jagen.

„ Es ist dieses vornehmlich in Teutschland sehr gebräuchlich “ u. s. w.

Vorn Treiber, davon einige auf einen Baum klettern, um die Jagd besser zu übersehen, dann Jagdhunde mit ihren Führern. Vor ihnen die aufgespannten Netze, dahinter links die große Jagdhütte mit Schützen angefüllt. Einige feuern eben ab und ein Hirsch stürzt, zwei erlegte liegen bei der Hütte. Andere werden von Hunden und Treibern in die Umstellung gezwungen und eilen ihrem Tode entgegen. Im Hintergrunde Kutschen, Reiter, Fußgänger, Hunde in buntem Gemisch.

23.

(11) Die Wasser-Jagd.

„ Ist eine von den größten Ergötzlichkeiten großer Herren “ u. s. w.

Im Hintergrunde eine mit Wald bedeckte Anhöhe, darunter ein Fluß, der hier eine Krümmung macht und auf beiden Seiten mit Netzen und Tüchern eingefaßt ist. Auf dem Wasser befinden sich zwei große, fest verbundene Kähne, auf welchen die geräumige, jetzt ganz mit Menschen angefüllte, teilweise umgebene Schießhütte. Aus ihr wird eben auf einige Hirsche geschossen, deren Köpfe vor ihr aus dem Wasser auftauchen. Dahinter werden von Treibern und Hunden andere Hirsche von der Anhöhe herab ins Wasser, den Schützen entgegen getrieben. Rechts oben Kutschen, Reiter u. dergl. Auf dem Wasser noch zwei kleinere Kähne, darin Männer mit langen Hakenstangen versehen, um die erlegten Hirsche aus dem Wasser zu holen. Vorn links ein Trupp Treiber, liegend, stehend, kletternd, fallend und schreiend.

24.

(12) Die in das Netz gefallene Hirsche.

„ Wann durch den Leithund einige Hirsche bestätigt “ u. s. w.

Vorn Netze in einem Walde, darin bereits mehrere Hirsche verwickelt, zwei im Begriff darüber zu setzen. Dahinter Jäger mit Spießen und Hunde. Rechts sieht ein Jäger aus dem Gebüsch hervor nach den Hirschen, unter ihm ein lauernder Jagdhund.

25.

(13) Wie die Jagd angeblasen wird.

„ Wann die Herrschaft, auf dem Jagdplatz angekommen “ u. s. w.

Wir sehen uns auf einen freien, jetzt mit Netzen und Tüchern umstellten Platz im Walde versetzt, rechts vorn die Jagdhütte, in welcher sich die Herrschaften zum Schießen versammelt haben; gleich davor eine Menge Treiber, dann Hunde, voran blasende Jäger. Außerhalb der Netze und Tücher noch Jäger mit Hundekoppeln, auf der ändern Seile Kutschen, Reiter, Relaispferde u. s. w.

26.

(14) Die Hirsch Brunfft.

„ Dise geschihet im Septembris “ u. s. w.

Ein ansprechendes, recht lebendiges Bild. Vorn zwei starke Hirsche in hitzigem Kampfe, dabei sechs Stück Wild, gut gruppiert, links ein schreiender Hirsch hinter der Hirschkuh, weiter oben ein Paar dergleichen und ein Hirsch in einem Ameisenhaufen wühlend.

27.

(15) Das Brunst Schiessen.

„ Es ist dies noch eine arth zu jagen der alten Teutschen “ u. s. w.

Vorn links vier Jäger, zwei im Abschießen, der in der Mitte befindliche Hirsch stürzt zusammen. Waldumgebung, unten rechts Wasser.

28.

(16) Wie die Hunde an das Horn und Stimme zu gewöhnen.

„ Gleich wie eine jegliche art Hunde ihre besondere tractation erfordert “ u. s. w.

Ein Jäger bläst und eine ganze Meute eilt angefeuert von ihrem Wärter auf ihn zu, heult und umtanzt ihn. Links die Hundeställe, davor ein Reiter, daneben eine andere Hundekoppel mit ihren Führern.

29.

(17) Wie die Hunde ihr recht bekommen oder gepfneischt werden.

„ Wann die Jagdt vollendet, wird der Hirsch — gebrochen “ u. s. w.

Ein Blatt voller Leben. Acht Jäger blasen, zwei halten Kopf und Fell des Hirsches, dessen Fleisch den Hunden vorgeworfen ist, welche es gierig und neidisch verzehren. Der Herr der Jagd sucht sie mit der Knute in Ordnung zu erhalten.

30.

(18) Der Baeren Fang.

„ Weilen der Bär ein sehr starkes wildes – Thier ist “ u. s. w.

In einem Walde ist eine tiefe, mit Reisern dicht bedeckte Grube gegraben, der mitten darauf gestellte Honigtopf hat zwei Bären herbeigelockt, der eine stürzt eben brummend in die Grube, der andere zieht sich erschreckt zurück.

31.

(19) Wie die Schweine mit Netzen gefangen werden.

„ Diese arth zu jagen geschihet, wann man viel Sauen mit einander fangen “ u. s. w.

Vorn links niedergezogene Netze, in welche sich zwei Eber verstrickt haben, vier andere von Menschen und Hunden gehetzt eilen darauf zu, um darüber wegzusetzen. Es wird geblasen, geschrien, gehetzt.

32.

(20) Der Einsprung an dem Saugarten.

„ Es ist dieser Saufang alleine vor solche Herrschaften “ u. s. w.

Ein grunzendes Schwein befindet sich schon im Saupark, ein anderes stürzt eben hinein, und noch vier sind im Begriff zu folgen.

33.

(21) Wie auf die Schweine angestanden wird.

„ Wann ein Jäger das Schwein mit dem Leit Hund ein gekreiset “ u. s. w.

Schöner Wald, darin ein Hauptschwein von einem Saubeller heftig angebellt und angehalten; hinter einem Baume zwei Schützen, davon der eine Feuer gibt, der andere sich fertig macht.

34.

(22) Die Schweins Hatz.

„ Es ist dieses eine der lustigsten aber auch gefährlichsten Jagden “ u. s. w.

Jäger zu Pferde und zu Fuß, einige blasend. Die Saurüden haben einen starken Eber gepackt, und ein Waidmann fängt ihn eben ab.

35.

(23) Wie die Rehe in Netzen oder Garn gefangen werden.

„ Es wird in Brüchen, morästen oder jungen Gehölze “ u. s. w.

Vorn Jäger, Treiber und Hunde, um Rehe in die aufgestellten Netze zu scheuchen. Einige haben sich schon darin verwickelt, andere setzen darüber, um auf der anderen Seite hinein zu geraten.

36.

(24) Wie die Rehe mit Hunden gehetzet werden.

„ Obwohl die Rehe meistens in dem treib Jagen gebürschet “ u. s. w.

Links zwei heransprengende Jäger, vor ihnen Parforcehunde einen Rehbock verfolgend. Dieser springt aber Gebüsch auf einen Hund zu, der einen anderen Rehbock im Genick gepackt und niedergezogen hat. Der darüber stehende Jäger schreit ängstlich auf, da er seinen Hund in solcher Gefahr sieht.

37.

(25) Der Anstand auf die Rehe.

„ Es geschiehet solcher an orten da man ihre Wexel findet “ u. s. w.

Zwei lauernde Jäger knallen auf vor ihnen befindliche Rehe, ein Rehbock ist gestürzt, eine Ricke tut den Todessprung, ein dritter oben erlegt noch einen Rehbock.

38.

(26) Wie der Wolff mit Netzen zu fangen.

„ Disem schädlichen raubthiere genugsamen abbruch zu thun “ u. s. w.

Eine Menge Treiber und einige Jäger eilen zu einem im Netze gefangenen Wolf, der eben einem mitverstrickten Hunde die Kehle zerbeißen will. Da holt ein Treiber mit der Holzaxt aus, um ihm das Lebenslicht auszublasen. Einige trommeln andere halten das Netz fest, einer pfeift. Ein Wolf entwischt. Kurz es ist ein Mord-Spektakel.

39.

(27) Wie der Wolff auf das Luder gebracht wird.

„ Unter vielerley arten ist auch der besten eine “ u. s. w.

An einem dürren Raumzweige im öden Walde ist der Hinterschenkel eines krepierten Pferdes etwas hoch aufgehangen, so daß ihn Wölfe nur durch Springen erreichen können. Dies hat nun einer von den drei herbeigelockten getan, aber schon knallen die im Hinterhalt verborgenen Schützen los.

40.

(28) Der Einsprung eines Wolffs Garten.

„ Es hat diser mit dem einsprung des Saugartens fast gäntzliche gleichheit “ u. s. w.

In einem Walde befindet sich eine Verzäunung von Palisaden, darin ein hoher Absatz. Darunter ein totes Schaf, auf dem ein Wolf sieht und sich grimmig nach einem anderen umsieht, der eben einspringen und das Aas mit verzehren will.

41.

(29) Der Wolff in der Grube zu fangen mit dem Lamm oder Schaff.

„ Dises ist eine invention der alten Teutschen “ u. s. w.

In der Mitte eine starke Stange in einer verdeckten Wolfsgrube aufgerichtet. Auf dem darauf befindlichen Wagenrad ein Schaf gebunden, welches durch sein Schreien vier Wölfe herbeigelockt hat. Einer davon stürzt eben in die Grube, die anderen heulen um dieselbe herum.

42.

(30) Die Gems auf der Salzlecke zu Pürschen.

„ Das der grosse Schöpffer alles weislich geordnet “ u. s. w.

Alpengegend, darin eine Salzlecke mit einer Gemse, auf welche eben ein Jäger aus dem Hinterhalte losdrückt.

43.

(31) Wie der Tachs mit der Hauben in seinem Bau zu fangen.

„ Die art dises Thierleins wie es sich in seinem bau unter der Erden halte “ u. s. w.

Rechts ein Dachsbau, davor eine Netzhaube, welche mit Stricken, die ein verborgener Jäger hält, zugezogen werden kann. Ein Dachs will eben hinein üben wird ein anderer von einem Hunde erwürgt, wozu ein Jäger mit der Laterne leuchtet. Ja es ist eine Nachtszene, man sieht die Sterne am Himmel.

44.

(32) Wie die Hasen mit Netzen gefangen werden.

„ Unter so vielen Nachstellungen welche dises lustige Thierlein erdulden muss “ u. s. w.

In aufgestellte Netze werden von Menschen und Hunden geängstigte Häslein getrieben, einige sind schon gefangen, andere werden von Hunden erwürgt, oder tot geschlagen.

45.

(33) Der anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getriben werden.

„ Unter so vielen nachstellungen welche der Hase auszustehen hat “ u. s. w.

Zwei Stöberhunde im flüchtigsten Laufe treiben Hasen herbei. welche zwei Jäger erlegen.

46.

(34) Wie die Hasen mit Wind-Hunden gehetzt werden.

„ Wie vergnügt diese Jagt seye ist denen welche solche practicieren am besten bewusst “ u. s. w.

Zwei Jäger sprengen den Windhunden nach, welche eben ein Häschen packen wollen. Dahinter einige Jäger zu Fuß und absuchende Hunde. In der Luft ein Regenbogen.

47.

(35) Die Auer-Hanen Paltz.

„ Der Auerhan ist der vornehmste unter allen Waldvögeln “ u. s. w.

In der Morgendämmerung befinden sich zwei Jäger auf der Auerhahnsbalz. Ein Hahn ist schon erlegt, einer flattert angeschossen herab, ein dritter sitzt balzend auf einem Zweige und ein Schütze legt auf ihn an. Sollte das nicht gegen die Natur dieses Vogels sein, welcher in seinem Balzrevier kein anderes Männchen duldet?

48.

(36) Wie die Rebhüner mit dem Hamen und Schies Pferd zu fangen.

„ Wann der Hüner-Hund die richtige anzeige gethan “ u. s. w.

Es sind auf freiem Felde Netze und hinten Hamen aufgestellt, in welche Rebhühner von Männern gerieben werden, welche sich teils in Ochsenhäute verhüllt, teils hinter Schießpferde versteckt haben.

Blätter dieser Folge bei lüder h. niemeyer kaufen
Buy sheets from this set at lüder h. niemeyer