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An diese große Sammlung schließt sich ganz natürlich eine kleinere an, welche den Titel führt:

Die  par force Jagd  des  Hirschen
und  deren  ganzer  Vorgang
mit  ausführlicher  Beschreibung
in  16  Kupfertafeln.

Joh. EI. Ridinger del. sculps. et excud. Aug. Vind.

Sie ist später entstanden und noch sauberer ausgearbeitet als die vorhergehende und gehört zu den gesuchtesten Werken unseres Meisters, zumal da sie nach abgeschaffter Parforcejagd sogar einen historischen Wert erhalten hat. 1′ 5″ 3‴ breit, 9″ 4‴ hoch. Sie ist also breiter, aber nicht so hoch, als der Fürsten-Jagdlust, und ist in 4 Teilen à 4 Blatt ausgegeben worden, wovon jedes unten einen ausführlichen Text, jedoch nur in deutscher Sprache enthält. Die Blätter sind ebenfalls nicht numeriert, aber bei jedem ersten Blatt der 4 Lieferungen steht oben: Der Par Force Jagt 1ter, 2ter, 3ter, 4ter Teil.

49.

(1) Die Vorsuche mit den Leit-Hunden zur Par Force Jagt.

„ Wann es dem Fürsten beliebet Par Force zu Jagen “  u. s. w.

In einem schönen Laubwalde sind Piqueurs und Besuchknechte geschäftig, die Leithunde auf eine Hirschspur zu bringen und auf derselben zu erhalten. Das Weitere besagt die ausführliche Unterschrift.

50.

(2) Die ganze Meute derer parforce Hunde wird auf den Rendevous aufgeführet.

„ Wann der orth vor die Assemblee oder Rendevous bestimmt ist “  u. s. w.

Auf einem freien Platz im Walde sitzen und liegen eine Anzahl Jäger mit dem Frühstück beschäftigt. Dahin zieht eine Unzahl gekoppelter Parforcehunde, von berittenen Jägern, die mit Hörnern und tüchtigen Peitschen versehen sind, angeführt und begleitet.

51.

(3) Die Par Force Pferde werden auf den Rendevous aufgeführet.

„ Wann der Zug zur par force Jagt angehet Reitet zu erst “  u. s. w.

Eine große Menge schöner Pferde, gewöhnlich drei gesattelte nebeneinander, von dem Reitknecht in der Mitte geführt, sind auf dem langen Zuge nach dem Versammlungsorte. Es ist viel Leben und Ridinger’s Meisterhand versteht es, Abwechselung in dies Leben zu bringen.

52.

(4) Das Früh-Stück wird von denen Piquers u. Besuchknechten eingenommen, u. die Harden à 36 bis 40 hunden in ordnung gebracht.

„ Nachdem die Parforce Pferde samt der Meute der Hunde auf dem Rendevous angekommen “  u. s. w.

In der Umgebung schöner Waldbäume sitzen und liegen die schmausenden und zechenden Piqueurs und dergleichen, überall von einzelnen Hundegesellschaften, Harden genannt, umgeben.

53.

(5) Oben steht: Der Par Force Jagt 2ter Teil.
Die Relais werden von dem Comandeur der Jagt ausgesetzt.

„ Wann die ankunfft des Comendanten und Vice Comandeur alles “  u. s. w.

Um bei der Menge Menschen und Tiere, welche bei einer solchen kostspieligen Hirschhatze gebraucht wurden, Ordnung zu erhalten, wurden von den vornehmsten Führern der Jagd genau die Plätze angewiesen, wo die Relaispferde, die verschiedenen Hundekoppeln, samt ihren berittenen Führern, anhalten sollten. Unser Blatt ist mit solchen teils anhaltenden, teils in Abteilungen weiter, bis an den bezeichneten Ort, vorwärtsziehenden Trupps angefüllt. Die Anordner sind ganz vorn geschäftig.

54.

(6) Die Ankunfft des Fürsten auf dem Rendevous.

„ Wann die Relais auf ihre Stationen abgegangen “  u. s. w.

Im Vordergrunde sehen wir den fürstlichen, mit 6 edlen Rossen bespannten, offenen Jagdwagen, darin Fürst, Fürstin, ein Hoffräulein und ein Herr mit vielen Vorreitern. Im Hintergrunde eine große Menge Reiter, leere Reitpferde, Kutschen, Hunde u. s. w., umgeben von schönen Baumgruppen.

55.

(7) Der Zug nach dem Bogen auf den Anjagts Hirschen.

„ Wann man sich in den Zug zu attaquiren gesetzet “  u. s. w.

Vorn ein stattlicher Piqueur mit dem Hunde an der Leine nebst anderen bemüht, den Hund auf der rechten Spur des ausgewählten Schlachtopfers zu erhalten. Ihr folgen eine Menge Meuten, berittene Jäger, der Fürst, auch die Fürstin nebst Fräulein fahrend von vielem Gefolge umgeben. Im Hintergrund das Schloß.

56.

(8) Der Anjagts Hirsch wird mit dem Lancier Hunde gesprengt.

„ Dises geschihet mit einem Leith oder alten guten par force Hunde “  u. s. w.

In einem dichten Walde bemerken wir den Preis der Jagd, den mit allen Kräften fliehenden Hirsch, vom Leithunde, der vom Piqueur festgehalten wird, verfolgt und angebellt. Jäger suchen durch Geschrei, Hörnerschall und Peitschenknall die Flucht des geängstigten Wildes noch zu beschleunigen und der Meute zu überliefern, die ihm nacheilt.

57.

(9) Überschrift: Der Par Force Jagt 3ter Theil.
Der Hirsch wird von dem Piquer aufgenommen die ganze Meute bei denen brüchen auf die fährte gebracht und nach ihren Harden gelöset.

„ Wann der Anjagts Hirsch Le Cerf de Meute Lancieret worden “  u. s. w.

Hier geht nun erst die eigentliche Hirschhatze an. Der Hirsch in größter Flucht wird von Jägern und Hunden in Masse verfolgt.

58.

(10) Die Jagt gehet gut die Hunde haben den Hirsch en vué und jagen aus vollen Halse.

„ Wann der Hirsch auf ein neues ausgemacht oder relancieret worden “  u. s. w.

Der nun schon sehr ermüdete Hirsch scheint bald von der Meute, die nebst den Jägern ihn aufs Hitzigste verfolgt, erreicht zu sein.

59.

(11) Der Hirsch ist verlohren die Hunde haben Change und werden gestopfft oder arretiert.

„ Wann der Hirsch forcieret oder lancieret worden “  u. s. w.

Der Hirsch hat durch List die allzueifrigen Hunde von der Spur abzubringen gesucht und sich in Walddickicht verborgen. Sie irren nun unstet herum. Da werden sie denn durch Horn und Peitsche zum Stillstand gebracht, bis man den Hirsch, oder doch seine Fährte, wiedergefunden hat.

60.

(12) Der Hirsch stellt sich, und kaempfft die Hunde ab.

„ Nachdeme die Jagt an dem Hirschen beständig verbleibet “  u. s.w.

Der wiedergefundene, aber ganz ermüdete Hirsch, setzt sich zur Wehr, verwundet und tötet auch einige Hunde. Die Meuten aber werden durch Horn und Peitsche zum wütenden Angriff getrieben und gehen ihm mehr und mehr zu Leibe.

61.

(13) Überschrift: Der Par Force Jagd 4ter u. letzter Teil.
Der Hirsch stellt sich im Wasser die Hunde werden gestopfft u. ihme der Fang gegeben.

„ Wann die Hunde dem Hirsch sehr scharff und immer an Ihme sind “  u. s. w.

Der Hirsch hat sich in seiner Angst ins Wasser geflüchtet, da hält man die Hunde zurück und gibt ihm den Gnadenstoß. Die ganze Gesellschaft hat sich um das Wasser versammelt.

62.

(14) Der Hirsch wird von denen Parforce Hunden angefallen und ihme der Fang gegeben.

„ Es seye nun das nach Vorgehender Vorstellung “  u. s. w.

Der Künstler denkt sich den Fall, daß der Hirsch aus dem Wasser wieder entflohen, oder gar nicht ins Wasser gegangen ist, weil keins vorhanden war; so packen ihn endlich die Hunde und nach wütender Gegenwehr, wo mancher mutige Kämpfer sein Leben einbüßt, halten sie ihn fest und der Fürst gibt ihm mit dem Hirschfänger den Todesstoß.

63.

(15) Dem Hirschen werden die Hessen abgehauen oder die jarrets coupiret.

„ Wird ein Hirsch so lange forciret das er anfängt zu ermüden “  u. s. w.

Wir sehen noch einmal das edle Schlachtopfer von Hunden gepackt und verwundet, wobei ein Jäger ihm die Sehnen der Hinterfüße durchhaut. Überall eilt die Schar zu ihm hin. Die Hornisten blasen Halali.

64.

(16) Das Curée.

„ So bald der Hirsch erlegt die Lauffe abgelöset und der Herrschaft praesentiret worden “  u. s. w.

Man sieht hier den Fürsten, seine Gemahlin und das Fräulein, beide in Jagdkleidern, der Hirsch ist seines Felles entkleidet, welches nebst dem Kopfe der Meute vorgehalten und von ihr angebellt wird. Das Fleisch ist zerstückelt und wird den herbeigeblasenen Hunden vorgeworfen. Die Jagd hat nun ein Ende.

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