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Daran reiht sich gleichsam von selbst eine andere größere Sammlung, gewöhnlich die Fangarten der wilden Tiere genannt.

69.

(1) ist das Titelkupfer.

In der Mitte eine schildförmige Arabeske, in dem darunter befindlichen Fangeisen hat sich eine wilde Katze mit dem Hinterfüße gefangen, dennoch aber streckt sie die Vorderpfoten nach einem Vogel aus, der schreiend auf sie herabstößt, um sein neben sich befindliches Nest mit Eiern zu verteidigen. Darüber sitzt ein behaubter Edelfalke, weiter unten ein Uhu und nun rechts und links Fallen und Lockspeisen aller Art. Darunter lesen wir:

Nach der Natur entworffene Vorstellungen
Wie alles Hoch- u. Niedere Wild,
samt dem Feder Wildpraeth
auf verschidene weise
mit Vernunfft List u. Gewalt
lebendig oder tod gefangen wird.

Erstlich betreffend das Hoch und Niedere Wild
Geschihet es mit Fallen, Schlag- und Leg-Eisen, Selbst Geschoss,
Gruben u. s. w.

Zweitens das Feder Wildpraeth
Geschihet es mit dem Pfaltz Schiessen durch Hüner- und Spionhunde u. s. w.

Alles nach dem Leben gezeichnet und herausgegeben von
Johann Elias Ridinger in Augsburg
Anno 1750 d. 10. May.

Darauf folgen 30 Blatt, so viel besitze ich, die nicht numeriert, fast alle (nur 8 Stück von Martin Elias Ridinger) von Joh. El. Ridinger auch gestochen sind. Breite 1′ 1″ 2‴, Höhe 7″ 11‴. Sie sind für Jäger und Jagdfreunde sehr interessant und, als spätere Arbeit Ridinger’s, recht brav gearbeitet.

70.

(2) Die Heu Schuppen oder Winter Füterung vor das Roth Wildpreth.

Nun folgt jedesmal eine ausführliche Erklärung nur deutsch, die ich nur dann abschreibe, wenn ich einen besonderen Grund dazu habe.

Wir sehen hier auf einem freien Platz im Walde einen großen Heuschoppen mit Einfassung, welche die Hirsche, die darin und drum herum zahlreich versammelt sind, überspringen können.

71.

(3) Wie das hohe Wild mit beschleichen auf der Weyde gepürschet wird.

Links im Walde ein äsender Hirsch, ein im Hinterhalt lauernder Jäger legt eben auf ihn an; sein treuer Hund streckt sich leise, so weit er nur kann, nach dem Hirsche hin; seine Schuhe, die er, um kein Geräusch zu machen, ausgezogen, hängen auf seinem Rücken am Gürtel.

72.

(4) Der Anstand auf einen Hirschen bei einer Salz-Lecke.

In einem dichten Walde ist eine Umzäunung und darin ein großer Kasten als Salzlecke angebracht. Ein Hirsch, welcher sich bei derselben eingefunden hat, stürzt eben, von einem links lauschenden Jäger niedergedonnert, zusammen.

73.

(5) Der Einsprung eines Thier-Gartens mit zweyen Schlag-thüren.

In einer Umzäunung mitten im Walde befindet sich ein künstlicher Einsprang, durch dessen zweite Eingangtür eben ein Gabelhirsch einer schreienden Hirschkuh entgegen springt; auf der rechten Seite noch drei dergleichen.

74.

(6) Wie die Hirsche in einem Thiergarten gepürschet werden.

Da dieses Blatt zuweilen keine Unterschrift hat und die Abdrücke neuern Ursprungs zu sein scheinen, worauf auch die Unterschrift rechts:

„verlegt in Augsburg bei Martin Engelbrecht“,

hinzudeuten scheint; so will ich jene abschreiben.

„ Diese Art der Befriedigung der Jagdlust verträgt sich am ersten mit der Bequemlichkeits-Liebe. Eine Menge des Edelwildes wird in einem eingestellten Park von grossem Umfange gehalten. Bei den Hauptsammel-Plätzen der Hirsche befinden sich Wände mit Oeffnungen versehen, welche Laub und Gebüsch verbergen. In diesen Hinterhalt legt sich der Jäger, wählt sich mit aller Bequemlichkeit das gewünschte Stück Wild und streckt es mit seinem tödlichen Blei mitten unter ändern harmlosen Thieren gleicher Art, welche die Nähe der Gefahr nicht ahnden, zu Boden. “

75.

(7) Der im Schlageisen gefangene Hirsch.

Da es mit diesem Blatt eben so steht, wie mit dem vorigen, so folgt die Unterschrift:

„ Man hat in frühern Zeiten sogar den Edelhirsch im Dickigt seines Standes durch gewöhnliche, unter Laubwerk verborgene Schlageisen von verhältnissmässiger Grösse zu berücken gesucht; eine Jagdart, die eben nicht zu der edeln Jagdlust gehören dürfte. Die Abbildung zeigt einen solchen elendiglich Gefangenen, der unter den Schmerzen, welche ihm sein zerschmetterter Vorderlauf verursacht, stöhnt. “

Wer fühlt nicht Mitleid mit dem unedel gequälten Wild, dessen qualvoller Zustand durch die lebendige Darstellung Ridinger’s zum Mitgefühl auffordert. Will der Mensch sein Recht über das Leben und die Tötung der Tiere ausüben, so tue er dies auf die am wenigsten Pein bringende Weise!

76.

(8) Selbst-Geschoss, auf einen Baehren.

In einer starken Verpallisadierung ist ein Gerüste angebracht, und oben an dem Querbalken ein Gefäß mit Honig. Eben als der aufgerichtete Bär. dasselbe anpackt, entladen sich von beiden Seiten damit verbundene Selbstschüsse und versalzen ihm den Honig.

77.

(9) Die erhoehete Schies Hütte bei einem Bähren garten.

In einem dichten Walde sehen wir einige Palisaden, links eine auf Baumstämmen ruhende Schießhütte. Im Vordergrunde ein totes Pferd, in dessen Hals sich ein junger Bär eingebissen hat, indem der andere bereits getötet vor dem Pferdekadaver liegt und die Mutter aus der Hatte eben niedergeschossen wird.

78.

(10) Selbst-geschos auf ein Schwein in der Suhle.

Der Schuß trifft eben den in der Suhle befindlichen Eber, indem er das Seil berührt, und er stürzt.

79.

(11) Wie die wilde Sauen in einem angelegten Saugarten gefangen werden.

Im Hintergrunde tritt eben ein Hauptschwein durch die Tür in den Saupark, fünf größere und kleinere wühlen bereits darin und verzehren die hingestreuten Eicheln.

80.

(12) Wie auf die Gaembsen angestanden und sie gepürschet werden.

Drei über einander befindliche Jäger geben eben auf einen Trupp Gemsen Feuer. Die eine wälzt sich schon im Blute, die vier ändern suchen zu entfliehen.

81.

(13) Ein mit dem Berliner eisen gefangener Luchs.

In einem freien Platz im Walde erblicken wir die jämmerliche Gestalt eines am Halse gefangenen Luchses.

82.

(14) Schlagbaum vor einen Luchs aufgestelt.

Eine Felsengrotte, durch welche hindurch man den Vollmond wahrnimmt. Ein Luchs ist eben im Begriff, gereizt durch einen angebundenen toten Vogel, auf den Schlagbaum zu springen und sich zu töten.

83.

(15) Bohr-Baum vor eine wilde Katze oder Marder.

Auf dem sogenannten Bohrbaum liegt eine wilde Katze ausgestreckt, um einen darauf befestigten toten Vogel anzukrallen und sich den Tod zu holen. Von Mart. Elias gestochen.

84.

(16) Wie der Wolff mit der Enten auf die Scheiben gebracht und in der Grube gefangen wird.

In Walddickicht zwei Wölfe, der eine ist, durch die auf einer großen Scheibe, welche beweglich ist und eine Grube verdeckt, befestigte lebende Ente angelockt, auf die Scheibe getreten und stürzt in die Grube, der andre sieht es heulend mit an. M. Elias gestochen.

85.

(17) Der Wolff in dem Schlag-Eisen.

Das an einer Kette befestigte Eisen schnürt einem Wolfe den Hals zu.

86.

(18) Bret-Falle vor einen Fuchsen auf der Grube.

An ein leicht bewegliches schmales Brett aber einer verdeckten Grube ist vorn ein lebender Vogel angebunden, so daß er in die Höhe flattern kann. Um ihn zu erhaschen hat sich der Fuchs der Länge lang über das Brett gelegt und wird eben in die Grube purzeln.

87.

(19) Brech-Falle vor einen Fuchsen gericht.

Diese gewaltige Falle befindet sich gerade vor einem Fuchsbau; der Hunger treibt den Hrn. Urian heraus, und eben wird er erschlagen werden. Von M. El. gestochen.

88.

(20) Wie ein Fuchs oder Tachs mit der Drath-schlinge zu fangen.

Da hängt Reineke am Schnellgalgen, wie ein Strauchdieb, und speit Blut aus.

89.

(21) Wie die Füchse geludert, gefangen und gepürschet werden.

Verlegt von Mart. Engelbrecht wie No. 6. und 7. Unterschrift:

„ Auch auf die Füchse werden Schiesshütten angelegt. Vor denselben sind hohe Pfähle, an welchen der Köder befestigt ist, aufgerichtet, und das Gekreisch einer oben befestigten Ente reitzt den Appetit dieser vierbeinigen Geflügel Liebhaber. So fallen sie theils in die ihnen gestellten Schlageisen, theils werden sie auch durch das wohlangebrachte Kreuzfeuer der Büchsen von den in umgrüntem Hinterhalte laurenden Schützen erlegt. “

90.

(22) Einen alten verpröllten Fuchs mit den Deller-Eisen zu fangen.

Im Vordergründe einer lieblichen Mondlandschaft bemerken wir an einem im Wasser eingeschlagenen Pfahl einen Köder, durch den sich ein Fuchs hat herbeilocken lassen. Vor ihm ist ein verdecktes Tellereisen angebracht. Wir werden sehen, ob der alte Schelm sich wird berücken lassen. Von Mart. El. gestochen.

91.

(23) Der mit dem Schlagbaum gefangene Dachs.

Wie bei No. 89, also die ganze Unterschrift:

„ Der Mensch muss oft mit der List in Bund treten um das arglose Geschöpf, welches er sich für seine Jagdlust ausersehn hat, zu erhaschen. Unter die verschiedenen Arten des Dachsfanges gehört auch eine eigene Vorrichtung welche einem Schlagbaum gleicht, der vor der Röhre des Dachsbaues errichtet wird. Zwischen vier Pfählen befindet sich der bewegliche Fallbaum, welcher mittelst eines, an einem Strick befindlichen, Holzes gestellt wird. Will der Dachs sein Loch verlassen, so wirft er, indem er sich bemüht durch „die erwähnte Vorrichtung zu kriechen, das Holz um, die Schlagstange fällt herab und das arme Thier wird zerquetscht von dem bedeutenden Gewicht dieser tödtlichen Maschine. “

92.

(24) Zwang-Falle vor dem Bau eines Tachsen.

Ein Dachs, der sich in einer schönen Berggegend angesiedelt hat, kriecht eben aus seinem Bau in die davor befindliche Höllenmaschine. Von M. El. gestochen.

93.

(25) Eine Fisch-Otter in der Falle und dem Schlag-Eisen.

Wasser, Schilf, Felsen und zwei gefangene Fischottern sind hier zu schauen. Von Mart. El. gestochen.

94.

(26) Wie die Auerhanen vor dem Auerhanen hunde oder Beller geschossen werden.

Auf einem Waldbaum sitzt ein Auerhahn mit ausgebreiteten Flügeln, darunter ein ihn heftig anbellender kleiner Hund, links ein abdrückender Jäger.

95.

(27) Schies-Hütte auf Bürckhanen.

Aus einer Schießhütte blickt ein auf der Erde liegender Mann hervor, aus ihr komm ein Schuß auf Birkhühner, die sich in Menge davor versammelt haben. Eines wird getroffen, mehrere liegen verwundet am Boden.

96.

(28) Feld oder Reb-Hüner mit dem Hüner-Hund zu springen, um sie zu beschiessen oder auch mit dem Habicht zu baizen.

Ein Jäger trägt einen flatternden Habicht auf der Hand, ein anderer knallt. Vor ihm läuft ein Hühnerhund, um das aus der Kitte erlegte Huhn zu apportieren. Von M. El. gestochen.

97.

(29) Wie die Reb-Hüener tyrassirt werden.

Ein Hühnerhund steht ein Volk Rebhühner, hinter welchem zwei Jäger den Tyras d. h. ein breites, an einem Seile ausgespanntes Netz halten, um damit die Hühner zu decken. Rechts hat ein Mann den Rock ausgezogen und schleppt ihn nach sich, um ihn, sobald der Tyras gedeckt ist, über die Hühner zu werfen, damit keins entwische. Von Mart. El. gestochen.

98.

(30) Kraehen Alstern und Raben Hütte.

Da steht sie vor uns als ein Erdhügel mit Schießlöchern, aus denen eben geschossen wird. Oben auf einer Krakel sitzt der von vielen Vögeln angegriffene und geängstigte Uhu, unten liegen und flattern getötete und verwundete Vögel.

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