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Daran reihen sich

Die vier Jahreszeiten des Jägers.

Sie sind viel später als die vorigen gefertigt und zwar erfunden und gezeichnet von Joh. El. Ridinger, aber gestochen von Mart. El. Ridinger, so daß in einem länglichen Viereck ein schönes Oval angebracht ist, in dem das eigentliche Bild sich befindet. Breite 9″ 8‴, Höhe 1′. Sie sind reich an Figuren.

109.

(1) Der im Frühling muntere und fleissige Jäger.
Venator vere industrius.

„ Kaum bricht der Frühling an, da schon der Jäger wacht,
den Rehebock beschleicht, und gibt auf Hasen acht,
Das kleine Raubthier stöhrt, der geile Auerhahn
gibt nebst dem Haselhuhn ihm selbst die Beute an. “

„ Vere calente novo sylvis attentus oberrat
Venator clausis, leporem cervosque caprarum
Insequitur tacitus: sylvestris gaudia galli
Pruritu detecta notat, mox fulmine sternit. “

Da steht er oben, in der einen Hand einen Reiher an den Ständern, in der ändern seine Flinte haltend und sieht mit Freuden auf sein Tagewerk, neben ihm vier treue Hunde. Weiter unten ein ausgespanntes Netz, dabei zwei Windhunde, weiter unten aber eine Menge erlegtes Wild, Hirsch, Reh, Katze, Marder, Hase, Schnepfe, Haselhuhn, Eichelhäher u. s. w.

110.

(2) Der im Sommer aufmerksame und entschloßene Jäger.
Venator aestate attentus et premtus.

„ Der Sommer bricht herein, des starken Hirschen Leben
Muß Hund und Jäger nun Muth und Entschließung geben,
Er trachtet ihm darnach im Wald und freyen Feld,
Biß er, von Kraft erschöpft, stürzt und zu Hoden fällt. “

„ Fervida nunc fortem venatorem excitat aestas
Atque alacris cervi vitam canis anxia cura
Impetit, inde fugit per agros, venator at instat,
Viribus exhaustis sic tandem corruit ille. “

Da kniet der entschlossene Jäger, den Hut mit Eichenlaub geschmückt, und hat den Leithund auf dem Schosse, um ihn abzukoppeln. Dahinter liegt die Flinte, davor aber manches erlegte Wildbret, Hirsch, Biber, Fischotter, Hase, Reiher, Enten u. s. w. Im Hintergrunde ein Jagdgehilfe mit der Meute.

111.

(3) Der beherzte und tapfere Jäger im Herbste.
Venator autumno audax et fortis.

„ Der Herbst erfordert Muth beym Jäger auf der Jagd,
Wann sich das wilde Schwein aus seinem Lager wagt,
Von Zorn haut, wütet, tobt: biß es sein Spieß erlegt:
Da ihm der Vogelheerd auch manche Lust erregt. “

„ Audentem fortuna juvat, cum substitit altis
Ejectus latebris aper, infremit, horret et armos
Et ferit et laedit; sed acuto perforat ense
Aucupio et praedam venator duplicat audax. “

Da steht der Herbstjäger in schöner Pickesche mit Sauspieß bewaffnet und schaut triumphierend auf seine reiche Beute. Vor ihm liegt der furchtbare Eber, das Reh, der Frischling, der Dachs, Fuchs, das Eichhorn, der Hase und allerlei Geflügel. Mit ihm freuen sich die Saurüden, Bullenbeißer und andere um ihn befindliche Jagdhunde.

112.

(4) Der im Winter ausdaurende, verwegne Jäger.
Venator hieme obdurans et rigidus.

„ So kalt der Winter ist, starrt doch der Jäger nicht,
Wenn der bemoste Bär aus seinem Lager bricht,
Wenn Wolf u. Luchs sich zeigt, ists seiner Kühnheit Freude,
Es gibt der gute Balg des Raubthiers reiche Beute. “

„ Non riget, aut horret venator adusta pruinis
Arva, ubi villosum frigus protruserat ursum;
Interimit, pellemque feris dum detrahit, inde
Exuviis gaudet, sylvarum vivere praeda. “

Er sitzt im Pelzkleide vor einem leichtgebauten, mit Fellen überdeckten Zelte und hat ein Feuerchen angemacht. Hinter ihm sein gezäumter Bullenbeißer, neben ihm der erlegte Bär, Elenhirsch, Wolf, Luchs, wilde Gans. Die Rechte stemmt er auf seine Flinte, die Linke hält er über einen sich traulich anschmiegenden Hatzhund, darüber beugt sich noch ein anderer auf ihn herab.

Schneepartie im Walde.

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