Thienemann Online

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Der in Kupfer gestochene Titel der nun zu beschreibenden Sammlung lautet:

Die von verschidenen Arthen der Hunden
behæzte
Jagtbare Thiere.

Mit anmerckungen wie solche von denenselben gejagt,
angefallen, gefangen, gehalten, nidergezogen,
und theils gewürget werden.

Dann eine größere Vignette, eine Sauhatz darstellend, darüber die lateinischen Worte: „Juvat haec Industria Sylvas.“ Darunter:

„ Nec tibi cura canum fuerit postrema; sed una
Saepe volutabris pulsos sylvestribus apros
Latratu turbabis agens. “ Georg. III, 404, 411 u. 412.

„ Der Hunde Pflege lass dir sehr empfohlen seyn,
aus finstrem Lager treibst du wohl ein wildes Schwein
durch dieser Bellen auf! “

Oder nach Voss:

„ Selbst nicht Hunde zu nähren versäume du; sondern zugleich auch
Oft aus Waldmorästen hervorgetriebene Hauer
Scheuchst du mit bellender Meut’ in die Flucht. “

Vorgestellt und herausgegeben von Johann Elias Ridinger, Mahler und Kupferstecher auch der Augspurgischen Akademie Directori Anno 1761.

Also eine von den späteren Arbeiten Ridingers, die er aber ganz selbst gefertigt hat. Außer dem Kupfertitel enthält sie 21 Blatt, welche mit römischen Ziffern bezeichnet sind. Also ist dies Titelblatt.

139.

I. Sämtliche Tafeln sind breit 8″ 10, hoch 6″ 9‴, oben gerundet.

140.

II. Der Auer Ochse.

Nun folgt ein weitläufiger Text, welcher keinen besonderen Wert hat, und meistens Kunstausdrücke der Jäger enthält.

Es ist dies der Europäische Wisent, welcher nur noch in einigen Hundert Exemplaren im Walde von Bialowiecza in Litauen vorkommt. Ridinger hat ihn öfters und treu nachgebildet. Hier erhebt er sich in voller Flucht begriffen und verteidigt sich tapfer gegen eine Menge der stärksten Hunde. Einen derselben hat er an sein rechtes Horn gespießt, so daß Blutstrahlen der Brust entspritzen. Einen hat er mit den Füßen niedergestampft, einige aber haben ihn gepackt.

141.

III. Der Baehr.

Er macht eine jämmerliche Figur, sitzt aufrecht und sucht die Hunde abzuwehren. Einen erdrückt er in seiner Umarmung, einer hat sein Ohr, einer seinen Nacken, einer seinen Schenkel gepackt.

142.

IV. Der Elends Hirsch.

Er verteidigt sich tapfer gegen die auf ihn gehetzten Hunde, davon er einen bereits niedergeworfen hat.

143.

V. Der Edle Hirsch.

Er bäumt sich und will sich über seine Feinde hinwegschwingen, davon er einige tödlich verwundet, aber von andern noch viel zu fürchten hat.

144.

VI. Die Wilde Sau oder Schwein.

Da geht es den armen Hunden erbärmlich, der Eber wütet arg unter ihnen, und schlitzt ihnen den Unterleib auf.

145.

VII. Der Wolff.

„Viel Hunde sind des Hasen, auch des Wolfes, Tod.“ Er wehrt sich tapfer, aber er wird der Menge unterliegen.

146.

VIII. Der Weisse Thann Hirsch.

Der schon ziemlich erschöpfte Dammhirsch erhebt sich mit ausgestreckter Zunge zum Sprunge, aber die Hatzhunde haben ihn fest gefaßt und werden ihn nicht weit springen lassen.

147.

IX.. Der Wilde Schwan.

Er hat keinen Höcker auf dem Schnabel und mag wohl der seltenere Singschwan sein. Im Wasser wird er von zwei Wasserhunden an Flügel und Brust gepackt, andere laufen und schwimmen noch herzu. Er wird wohl bald sein Schwanenlied anstimmen.

148.

X. Der Luchs.

Da sitzt er mit grimmiger Gebärde, oder steht vielmehr aufgerichtet auf einem Felsstück und hält die eindringenden Hunde gewaltig in Respect.

149.

XI. Das Rennthier.

Das matt trabende Wild wird von vier Hunden verfolgt.

150.

XII. Das Rehe.

Ein überspringender Rehbock wird im Wald von zwei starken Windhunden heftig verfolgt.

151.

XIII. Die Gemse.

Von einem Felsen, auf dem ein Netz befindlich, stürzt sich eine von Hunden verfolgte Gemse herab, welche gefleckt ist.

152.

XIV. Der Fuchs.

Vier Hunde haben ihn wütend gepackt und er ergibt sich in sein Schicksal.

153.

XV. Der Biber.

Er verteidigt sich zwar, so gut er kann, und zeigt seinen Verfolgern die gewaltigen Nagezähne; aber ich besorge, es wird ihm nichts helfen.

154.

XVI. Der Fisch Otter.

Unser Ridinger rechnet ihn nebst dem Biber zu den Amphibiis — und trägt den Irrtum seiner Zeit. Hier aber sehen wir das geglaubte Amphibium in großen Nöten.

155.

XVII. Die Wilde Katze.

Eine fast drollige Szene. Ein wilder Kater strebt auf eine Eiche hinauf, aber drei Hunde, die keinen Spaß verstehen, hindern ihn daran. Die Katze liegt unten am Stamme und wehrt sich verzweifelt gegen zwei Packans.

156.

XVIII. Der Hase.

Der flüchtige Hase wird von drei Windhunden bald eingeholt sein.

157.

XIX. Der Dachs.

Er kämpft auf Tod und Leben mit vier wütenden Hunden; den einen hat er entwaffnet.

158.

XX. Der Marder.

In einem Walde haben sechs Hunde einen Baummarder überfallen und würgen ihn ab. Kein Wunder!

159.

XXI. Der Iltis, Eichhörnlein und Wiesel.

Drei Hunde töten den Stänker. Ein Eichhörnchen hat sich auf eine Säule geflüchtet, um nicht gleiches Schicksal zu haben. Ein arges Wiesel hat sich in einer Schlinge gefangen.

160.

XXII. Wilde Enten.

Ein großer Pudel springt nach Enten ins Wasser, die eine fliegt auf, die andere liegt erschrocken mit ausgebreiteten Flügeln vor ihm.

Das wäre also ein Thema mit 21 Variationen. Ja, Ridinger versteht das Gruppieren. Welch’ eine Abwechslung, welch’ eine Wahrheit im Ausdruck der Leidenschaften! Ja er ist in Wahrheit ein Tierseelenmaler. Daher sprechen uns seine Werke so ungemein an, daher können wir uns nicht satt an ihnen sehen, daher bleibt er, wie jeder treue Darsteller der Natur, immer neu, wertvoll und geachtet.

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