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B.  Jagdbare  Tiere,
teilweise  mit  ihren  Fährten .

Es sind nun einige der wertvollsten Sammlungen unseres Künstlers zu beschreiben, wo er so recht con amore gearbeitet und die einzelnen Jagdtiere uns recht nach Leib und Seele ganz charakteristisch vor Augen gestellt hat.

 

Abbildung der jagdbaren Tiere mit den großen Spuren

162.

„ Abbildung  Der  Jagtbaren  Tiere
mit  derselben  angefügten  Faehrten  und  Spuhren,  Wandel,  Gänge,  Absprünge,  Wendungen,  Widergängen,  Flucht,  und  anderer  Zeichen  mehr
mit  vielem  Fleiss,  Zeit  und  Mühe  nach  der  Natur  gezeichnet ,
samt  Einer  Erklaerung  darüber . “

Jetzt kommt eine nette Vignette, auf der wir einen Piqueur den Leithund, welcher emsig eine Hirschspur verfolgt, führen sehen.

Oben steht:

„ Ducit duciturque vicissim. “
Er leitet und wird hinwiederum geleitet.

unten aber:

„ Verfertigt und herausgegeben von Johann Elias Ridinger,
Mahlern in Augspurg. Anno 1740. “

So lautet der rot und schwarz gedruckte Titel. Auf der Rückseite ein Vorbericht, wo der strenggläubige Ridinger sagt:

„ Der Mensch habe zwar durch den Sündenfall die ihm zuerst gegebene Herrschaft über die Thiere verloren, und werde von den wild gewordenen Thieren verabscheut und geflohen; indessen habe die liebreiche Vorsorge des gütigen Schöpfers ihm an den Spuhren Merkmahl zu deren Auffinden gegeben. “

Glaubt man hier nicht die Sprache unserer heutigen Theologen zu vernehmen? Was hat nicht Alles die Eva zu verantworten!

Nun folgt noch ein großes Blatt Text, der sich einzig mit den Fährten beschäftigt und allenfalls dem jungen Jäger noch neu und wichtig sein kann. Dann erhalten wir 23 numerierte Tafeln, Breite 10″ 5‴, Höhe 1′ 1″ 1‴, davon aber 3″ 6‴ für die Fährten bei der Höhe abzurechnen sind. Die 20 ersten enthalten einzelne jagdbare Tiere, mit ihren Fährten, letztere in natürlicher Größe, die 3 letzten sind mit den Fährten unserer hiesigen Jagdtiere in verschiedenen Stellungen besetzt. Wenn in Verzeichnissen 25 Blatt angeführt werden, so sind Text und Titel mit dazu gerechnet. Die Zeichnungen sind von 1737–39 gefertigt und befinden sich trefflich ausgeführt in der Weigel’schen Sammlung.

163.

1.  Ein brüllender Löwe, den Kopf seitwärts in die Höhe gerichtet, tritt kräftig auf, den Schwanz zum Peitschen erhoben.

164.

2.  Spuhr des Tigers. a. vorder Pfote. b. hinder Pfote.

Ein Tiger (felis tigris, Linn.) ist es gewiß nicht, vielleicht ein Jaguar (felis Onca. Linn.) sitzend, im Begriff einen Pferdeschädel zu zermalmen.

165.

3.  Ein langsam, scheuen Blicks vorwärts schreitender Bär.

Hinter ihm Fels.

166.

4.  Ein trefflicher 20ender zur Brunftzeit in verkürzter Stellung.

Im Hintergrund ein Tiergarten mit Einsprung. Die Fährten auf weichem und hartem Boden.

167.

5.  Ein Stück Wild oder die Hirschkuh im Walde liegend.

Man kann die höchst gelungene Darstellung nicht genug bewundern. Besser läßt sich Ruhe, mit Unruhe gemischt, an dem edlen Tiere nicht ausdrücken.

168.

6.  Ein Hauptschwein in der Suhle einherschreitend, ganz Natur.

Umgebung Schilf, Riedgräser, Rotbuche.

169.

7.  Ein gefleckter Damhirsch im Walde.

Schön.

170.

8.  Ein hungriger Wolf, heulend, mit gesenktem Hinterleibe und Rute.

Hinter ihm Fels und etwas Wild.

171.

9.  Ein Rehbock im Wasser, von Wald umgeben, von vorn.

172.

10. Ein Rotluchs ruhig vor Felsen stehend.

173.

11. Ein Steinbock von Felsen herabsteigend, trefflich geraten.

Die Hörner von gehöriger Größe, und, wie in der Natur, an den Spitzen niederwärts gebogen. – Der Bart kurz und dünn, fehlt oft ganz.

174.

12. Eine Gemse auf der Flucht über Felsmassen im Sommerkleide.

175.

13. Ein schüchternes Häschen im Laubwald.

176.

14. Ein lauernder Fuchs nach oben blickend.

Unübertrefflich schön.

177.

15. Ein Biber am Wasser.

Der Kopf etwas zu groß.

178.

16. Schöner Wasserfall, vor demselben lauert eine Fischotter auf Raub, also Mondschein.

179.

17. Ein aus seinem Bau hervorschleichender Dachs.

180.

18. Ein wilder Kater in gekrümmter Stellung sich die Posteriora leckend, mit Respekt zu melden.

181.

19. Eine Mondlandschaft. Auf einem Baume ein herabblickender Baummarder, unten ein Wiesel.

182.

20. Ein Iltis schleppt ein Ei fort, ein Eichhörnchen will von einem Zweige herabspringen.

183.  184.  185.

21. 22. und 23. enthalten verkleinerte Fährten in verschiedenen, dem Jäger wichtigen, Abwechselungen.

Unten bei 23. eine schildförmige Arabeske, darauf:

„ Meae sunt omnes ferae sylvarum. “ Ps. 50, 10.

„ Posuisti tenebras et facta est nox, in ipsa pertransibunt omnes bestiae Sylvae. “ Ps. 104, 20.

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