Thienemann Online

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E.  Kämpfe  reißender  Tiere .

Von dieser ausgezeichneten Arbeit sind acht Blatt erschienen. Sie sind sämtlich von unserem Joh. Elias gezeichnet, mehrere von ihnen in der Weigel’schen Sammlung, auch die vier ersten von ihm selbst, die letzten von Martin Elias gestochen. Sie machen sich rar, und schon in den Verzeichnissen von Herzberg u. s. w. werden nur die vier ersten angeführt. Br. 10″ 4‴, H. 11″ 3‴. Sie gehören zu den späteren Werken unseres Meisters und sind 1760 erschienen, aber nicht numeriert. B. H. Brockes hat Verse darunter geliefert.

716.

(1) Das Pferd und der Löwe.

„ Ach rettet dieses schöne Tier “  u. s. w.

Der wütende Löwe hat seine Krallen in des niedergedrückten, schönen Pferdes Seite geschlagen und beißt in dessen Flanken, so daß überall Blut herabströmt. Die Mähne ist gesträubt, der Blick sprechend. Hintergrund feste Mauer und etwas Gebüsch.

717.

(2) Der Auer Ochs und der Tiger.

„ Hier zeigt sich die Gerechtigkeit “  u. s. w.

Die Namen beider Tiere sind zu verwerfen, es kämpfen der europäische Wisent und der Panther. Felsen, auf dem einen zwei Palmbäume; davor sehen wir einen Kampf auf Leben und Tod. Der Ochs hat dem Panther sein Horn in den Unterleib gebohrt, so daß sein Blut in Strömen fließt. Dieser aber hat mit den Vordertatzen Kehle und Stirn des Feindes krampfhaft gepackt.

718.

(3) Die bei ihren Jungen von einen Bären überfallene Löwin

„ Hier bricht die Mütterliche Lieb in lichten Flammen aus “  u. s. w.

Auf einem Felsen ein gewaltig großer Bär, welcher es wagt eine Löwin mit ihrem Jungen anzugreifen. Letzteres liegt vorn auf dem Rücken, hat also beim Kampfe bereits sein junges Leben eingebüßt. Die wütende Mutter aber ist am Felsen nach dem Bär in die Höhe gesprungen, welcher ihr aber die Kehle zerbeißt. Treffliche Arbeit.

719.

(4) Der wütige Leopard wie er einen Esel zerreißt.

„ Man sieht nicht nur selbst Leidenschaften aus unseres Künstlers Griffel quellen “  u. s. w.

Der eigentliche Tiger (nicht Leopard) hat ein armes Müllertier zu Boden geworfen, sich auf dasselbe gestürzt und wird es zerfleischen. Die Umgebung eine ausgemauerte Höhle.

720.

(5) Der Pardel über einem Cameel.

„ Es geht gewöhnlich so “  u. s. w.

Huber in dem Winkler’schen Katalog nennt das Raubtier Leopard (der Setzer hat gar Leopold daraus gemacht), aber es hat ja keine Flecken. Mir scheint es der Kuguar (felis concolor. Linn.) oder der amerikanische Löwe zu sein, den Ridinger kannte, aber immer unrichtig nennt. Es sind zwei Junge dabei, das eine sitzt auf dem Rücken des zweihöckerigen Kameles und beißt in dessen Seite, das andere liegt im Todeskampfe zwischen den Hinterfüßen des armen Lasttieres. Die Mutter hat sich in dessen Nacken eingebissen und saugt sein Blut. Alles dies geschieht unter einem Felsbogen, der etwas Fernsicht erlaubt.

Die vier Blatt der zweiten Lieferung sind von Martin Elias Ridinger gestochen, aber recht brav.

721.

(6) Der Elefant und das Nashorn.

„ So groß und mächtig ist kein Wesen in der Welt “  u. s. w.

Die Tiere sind in ansehnlicher Größe, der Elefant so groß dargestellt, als es nur der Raum des Blattes erlaubte. Schon die Alten beschreiben den furchtbaren Kampf dieser kolossalen Dickhäuter und lassen, wie hier Ridinger, das Nashorn siegen. Der stärkere Elefant hat es zwar niedergetreten und will es zerstampfen; aber es hat sein Horn tief in die Weichen des Elefanten gebohrt, so daß er unrettbar verloren ist.

722.

(7) Der wilde Büffel und das Crocodil.

„ Dem falschen Crocodil, das trüglich menschlich weint “  u. s. w.

Wir erblicken im Wasser von Schilf umgeben beide Tiere heftig kämpfend. Der starke Büffel hat das Krokodil auf den Rücken geworfen und unter seine Füße gebracht. Dieses aber beißt dem Büffel den Vorderfuß entzwei, so daß er jämmerlich schreiend den Kampf aufgibt.

723.

(8) Das Flußpferd und der Löwe.

„ Das Flußpferd, dessen Wuth den ganzen Strom erschreckt “  u. s. w.

Der Löwe sitzt auf dem Hinterrücken des niedergedrückten Nilpferdes, welches, wie gewöhnlich bei Ridinger, den Rachen aufsperrt und seine furchtbaren Zähne zeigt. Er zapft ihm sein Blut ab, davon ein Teil in die Höhe spritzt. Zwei Junge winden sich jämmerlich am Unterleibe der Mutter hin und schreien in Todesangst. Umgebung Fels, Schilf, Wasser.

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