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Das  Paradies

oder  die  Schöpfung  und  der  Sündenfall

des  ersten  Menschenpaares .

12 Blatt, 1′ 7″ 4‴ breit, 1′ 1″ 6‴ hoch, gehört also zu den größten, aber auch außerdem zu den berühmtesten Arbeiten J. E. Ridinger’s. Unter den Originalzeichnungen, welche Herr R. Weigel besitzt, enthält eine ganze Mappe nichts als Arbeiten diese Sammlung betreffend, woraus man sieht, wie sehr ihm selbst daran lag, dieselben so ausgezeichnet als nur immer möglich zu machen. Einige der gelungensten Zeichnungen führte er völlig und aufs Vortrefflichste aus, und würdigte sie unter Glas und Rahmen seine Wohnstube zu verzieren. Hier konnte sich sein Genie auch in der Gruppierung der verschiedenartigsten Tiere, in Darstellung der schönsten Baumpartien und lieblichsten Gegenden recht auffallend zeigen. Sein Lebensbeschreiber nennt diese Tafeln sehr reizend und theologisch. Veranlassung genug, sie recht ausführlich zu beschreiben. Sie sind nicht numeriert, lassen sich aber leicht nach dem Inhalt und nach den darunter befindlichen Bibelsprüchen ordnen.

807.

(1) „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürme, das auf Erden kreucht.“ Gen. I, 26. Dasselbe französisch. Darunter lateinisch:

Pictus es, o homo, et factus a Deo, Domino tuo, bonum habes artificem atque pictorem, noli bonam delere picturam, non fuco, sed veritate fulgentem, non cera expressam, sed gratia. S. Ambros. in Hexaëm. I. V. S. Brockes Gedichte. 8. p. 71 u. folg.

Gemahlt bist du, o Mensch, und gebildet von dem Herrn deinem Gott. Du hast einen guten Bildner und Mahler. Verwische ja nicht das schöne Gemälde, das nicht zum Schein, sondern in Wahrheit glänzt, nicht in Wachs, sondern in Gnade dargestellt ist.“

Da liegt das Meisterstück der irdischen Schöpfung, der erste Mensch, auf seinen Knien, die gefalteten Hände und das Gesicht der Sonne, dem sichtbaren Bilde des erhabenen Schöpfers, zugewendet, und dankt Gott inbrünstig für sein Leben. Umgeben ist er von schönen Baumgruppen und von allerlei Tieren auf den Bäumen, auf dem Erdboden und im Wasser, das sich ganz vorn zeigt. Wir bemerken darunter die grüne Meerkatze, einen bärtigen, ungeschwänzten Affen, die gestreifte Hyäne, ein Kaninchen, ein Nasentier, zwei Trappen, einen Königsgeier, Adler, Papagei, türkische Enten, Ohreule u. s. w.

808.

(2) „Und Gott der Herr — gemacht hatte.“ Gen. 2, 8.

Posuit hominem Deus in Paradiso, sicut solem in coelo, exspectantem regnum caelorum, quemadmodum creatura exspectat revelationem filiorum Dei. Ambros. de parad. c. 1.

„Gott setzte den Menschen ins Paradies, wie die Sonne in den Himmel, damit er das Himmelreich hoffe, gleichwie die Kreatur hofft auf die Offenbarung der Kinder Gottes.“

Da sehen wir Adam gottbegeistert den ersten Aufgang der Sonne freudig begrüßen im Garten Eden. Die zahlreiche, ihn umgebende Tierwelt jubelt, gleich ihm, der herrlichen Pracht entgegen. Alles, bis auf den noch einsamen Mann, paarweis. Stier und Kuh ihm zunächst, Widder und Schaf nicht weit davon, ein Paar Murmeltiere, Hasen, Pfauen, Truthühner, Schwäne, Kormorane, Reiher, allerlei Entenarten, dazu eine Gazelle, und ein Krokodil, einsam. Ein lebendiges, reizendes Bild.

809.

(3) „Und Gott, der Herr, gebot — des Todes sterben.“ Gen. 2, 16. 17.

Considerare potuit homo ex his, quae Deus ante ei contulerat, summam auctori obedientiam esse deferendam et ideo, si vim nesciebat boni et mali, tamen, quia tantorum auctor dixerat, de ligno scientiae boni et mali non esse gustandum, fidem praeceptori servare debebat. Ambros. de par. c. 6.

„Schließen konnte der Mensch aus dem, was Gott vorher ihm erzeigt hatte, er sei dem Schöpfer den größten Gehorsam schuldig; und sollte daher, auch wenn er die Macht des Guten und Bösen noch nicht kannte, doch, weil der höchste Herr gesagt hatte: 'Vom Baume des Erkenntnisses Gutes und Böses sollst du nicht essen', dem h. Gesetzgeber folgen.“

Adam liegt kniend vor der Gotteserscheinung, welche in hellen Lichtstrahlen und Wolken durch große Bäume bricht. Links der Baum mit der verbotenen Frucht: Vorn in der Mitte einige Cactus. Auf den Ästen zwei Ara, unten rechts ein brauner Geier und ein Adler, ein Paar Zebra, eine Gems, ein Ziegenbock etc.

810.

(4) „Denn als Gott der Herr gemacht hatte — so sollten sie heißen.“ Gen. 2, 19. 20.

Adducta sunt omnia ad Adam, ut in omnibus videret, ex utroque sexu substantiam constare naturae i. e. ex masculo et foemina et ipse usu exemploque cognosceret, necessarium sibi consortium mulieris adjectum. Ambros. de par. c. 2.

„Alle Geschöpfe wurden dem Adam vorgeführt, damit er an allen bemerke, die Erhaltungskraft der Natur bestehe in zwei Geschlechtern, d. i. aus dem Dasein von Mann und Weib und er selbst nun aus Erfahrung und Beispiel (lernte oder) erkennte, auch ihm sei ein beigeselltes Weib nothwendig.“

Da ist nun Ridinger in seinem Esse, da kribbelt und wibbelt es oben und unten und in der Mitte. Natürlich stets ein Männlein und ein Fräulein. Auch er nimmt’s, wie Ambrosius, Adam soll das Bedürfnis der Gehilfin fühlen und durch und durch die Wahrheit anerkennen: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.“ Der Ursprung der Sprache ist ihm Nebensache. Da steht nun Gottes Ebenbild, vom Lichtstrahl der Gottheit erleuchtet, als Herr der Schöpfung in der Mitte freundlich, doch majestätisch gebietend, noch hat ihm die Sünde seinen Adel nicht geraubt. Neben ihm zwei edle Rosse, den Menschen anwiehernd und ihre Dienste anbietend, noch näher ein Paar treue Hunde, nicht weit davon Stier und Kuh, Widder und Schaf, Bock und Ziege. Auch Katzen fehlen nicht. Im Hintergrund Elefanten und Kamele, damit keins der dienstbaren, für den Menschen ganz besonders vom Allgütigen bestimmten Tiere vermißt werde. Aber wir sehen auch Löwen und Leoparden, Luchse und Wölfe, Füchse und Dachse, Elen- und edle Hirsche, Rehe und Igel, Marder und Eichhörnchen, Affen, Nashörner und Auerochsen und wer weiß, was sonst noch, von Säugetieren. Es wimmelt aber auch von Vögeln in der Luft, auf den Bäumen, auf dem Erdboden und im Wasser. Ein reiches und schönes Blatt.

811.

(5) „Da liess Gott der Herr — und brachte sie zu ihm.“ Gen. 2, 21. 22.

Non undecunque, sed de costa viri fecit viro auctor conjugii, Deus, adjutorium hujusmodi. Numquis absque injuria factoris sui vir costam suam abjicere poterit? Rupertus Tuit. in Genes. 1. H. c. 34.

„Nicht aus irgend einer andern Masse, nein aus der Rippe des Mannes hat Gott, der Stifter der Ehe, dem Manne eine derartige Gehülfin gebildet. Wie? wird der Mann ohne Beleidigung des erhabenen Schöpfers seine Rippe verstossen können?“

Die Sehnsucht des Mannes ist gestillt, die Männin erschaffen. Gott gibt seinen Freunden das Beste im Schlafe. In schweren Traum versunken liegt Adam krampfhaft gewunden da und hinter ihm steht im Lichtstrahle des allmächtigen Schöpfers das schöne Gebilde von seinem Gebein und sieht liebend auf ihre Urquelle herab. Alle Tiere staunen verwundernd die neue, anziehende Gestalt an. Vom Elefanten, der seinen Rüssel nach ihr streckt, bis zum schüchtern blickenden Häschen, vom Strauß bis zur Ente ist Alles mit der neuen Schöpfung beschäftigt. Der Affe weist mit Fingern auf sie. Auch stehen bedeutungsvoll zwei Jungfernreiher in der Nähe.

812.

(6) „Da sprach der Mensch — vom Manne genommen ist.“ Gen. 2, 23.

Ex una radice orti sunt, et in unum corpus convenerunt, una caro igitur aequalem habeat honorem. Chrysost. Cat. in Matth. C. 19.

„Aus einer Wurzel sind sie entsprossen und zu einem Leibe vereint, als ein Fleisch gebührt ihnen gleiche Ehre.“

Jehovah im Lichtglanze führt dem erwachten Adam Eva als Weib zu. Er streckt ihr die Hand entgegen, sie beugt sich schamhaft etwas zurück. Hinter und neben ihm Hunde, als Bild der Treue. Sonst sehen wir noch an bemerkenswerten Tieren einen grauen Pavian nebst zwei anderen Affen, zwei syrische Ziegen mit Schlappohren, ein Paar Gazellen, die ich sonst in dieser Art nirgends von Ridinger dargestellt finde, ein Paar Elenhirsche, einen Goldfasan, Purpurhuhn, Doppelsporn (Pavo bicalcaratus), Casuar u. a. m.

Die sechs ersten Tafeln stellen die Würde und das Glück des ersten Menschenpaares im Paradiese dar, die sechs folgenden das stufenweise Herabsinken zum größten Jammer und Elend.

813.

(7) „Und das Weib schauete an — und ass.“ Genes. 3, 6.

Infirma auctor judicii, qua de eo, quod non gustaverat, judicabat. Et ideo non facile, nisi quod diligentius tractaverimus, quod interiore probaverimus affectu, videtur ad opus aliquod esse sumendum. S. Ambros. de parad. e. 13.

„Sie (Eva) zeigte sich als eine sehr schwache (unhaltbare) Schiedsrichterin, insofern sie über etwas entschied, was sie noch nicht gekostet (versucht) hatte. Daraus erwächst die Regel, daß uns nichts zu einer Tat bestimmen solle, was wir nicht vorher sorgfältig geprüft und gleichsam mit dem Innern des Gemüts durchforscht haben.“

Die Lust hat empfangen, sie gebiert die Sünde. Ziemlich frech steht das lüsterne Weib neben dem Baume des Erkenntnisses, der mit Recht, als corpus delicti, die Mitte der Tafel einnimmt, und bricht die zweite Frucht für sich, die erste, für Adam bestimmte, liegt vor ihr. Der Mann steht ihr gegenüber auf einer Anhöhe und schaut voll Entsetzen dem Verbrechen zu, daß er doch, schwach genug, in Bälde auch vollbringen und die Schuld mit dem Weibe teilen wird. Die niedere Kreatur verwundert sich ebenfalls höchlich, und trauert tief über diesen entsetzlichen Frevel. Die Meerkatze, der graue Pavian, Geier und Adler und ein Pfauenreiher wenden das Antlitz weg von dem Schauspiel; andere blicken schreiend und tadelnd nach der verbrecherischen Tat, so Kamele und Schafe, Rehe und die neben Adam stehenden treuen Hunde, so der Alpengeieradler, der andere Pfauenreiher und mehrere. Ein Ara aber, gleich hinter Eva, scheint einen Anlauf nehmen und die Sünderin beißen zu wollen. Nur die Schlange, die Verführerin, windet sich am Baumstämme herab und schaut beifällig der Schandtat zu. Ein sehr gelungenes Bild!

814.

(8) „Und gab ihrem Manne auch davon und er ass.“ Gen. 3, 6.

Non habebat fidem, qui praevaricatus erat mandatum Dei, non habebat continentiam, qui de interdicto sibi gustaverat ligno. S. Ambros. de parad. c. 13.

„Der hat keine Standhaftigkeit bewiesen, welcher beim Gebote Gottes gewankt; der keine Enthaltsamkeit, welcher vom verbotenen Baume gekostet hat.“

Da sitzen nun unsere ersten Stammeltern einander gegenüber unter dem entscheidenden Baume, und mit einschmeichelnder Gebärde bietet das Weib die verbotene Frucht, welche sie in der linken Hand ihm vorhält, dem Manne zum Genuß dar. Adam beugt sich verlegen und ängstlich etwas zurück, streckt aber doch die verwegene Rechte nach der Frucht aus, welche er zwar ziemlich spitzig am äußersten Stiele, aber doch anfaßt, indem die teuflische Schlange hinter beiden hohnlachend zuschaut. Der treue Hund unter Adam verzieht den Leib krampfhaft und heult vor teilnehmendem Schmerz, die Katze wälzt sich im Staube. Ein Papagei will Eva strafen. Hinter ihr zwei Pfaue, als Sinnbilder des Stolzes und der Selbstgefälligkeit, dann ein Vielfraß — Bild der Genußsucht, der Gefräßigkeit — der Paradiesvogel eilt das Paradies zu verlassen. Auch ein lüsterner und geiler Pavian schaut billigend darein. Macht ein solches Werk nicht dem großen Künstler alle Ehre?

815.

(9) „Adam sprach — darum verstecke ich mich.“ Gen. 3, 10.

Ad se ipsos absconderunt se, ut conturbarentur miseris erroribus, relicto lumine veritatis, quod ipsi non erant. Augustin, in Gen. 1. II. c. 16.

„Sie verbargen sich vor Gott und verließen sich auf sich allein, so daß sie nun das wahre Licht, welches in ihnen nimmer zu finden war, von sich stoßend, von trostlosen Irrtümern befallen wurden.“

Dem Verbrechen folgt die Strafe auf dem Fuße nach. Jehovah ist erschienen und will im Ungewitter mit ihnen reden — doch gehen seine belebenden und belohnenden Lichtstrahlen, in denen er erscheint, hinter ihnen in mit dem Horizont paralleler Richtung weg, da sie sonst auf sie besonders herabfielen. Da liegt nun Adam zusammengekrümmt, nicht betend, sondern verzweiflungsvoll auf der Erde, das Weib kniet mit zerknirschter Gebärde neben ihm — die Scham hat sie getrieben, Blätter um den Leib zu winden. Die Schlange krümmt sich neben ihnen. Die ganze Umgebung ist in Düster gehüllt; schwarze, unglückschwangere Wolken senken sich herab. Ein furchtbar brüllender Löwe, ein jämmerlich heulender Jagdhund, ein gesträubtes Stachelschwein, eine schreiende Gazelle, ein kreischender Luchs und furchtbar gesträubter Adler erhöhen das Schauerliche des Bildes.

816.

(10) „Der Herr sprach — nicht davon essen.“ Gen. 3, 11.

Deus omnium videt culpas et omnium delicta cognoscit, super omnium animam, super omnium occulta oculos habet. S. Ambros. de parad. e. 14.

„Gott sieht die Sünden Aller und kennt Aller Verbrechen. Er hat Augen für alle Seelen und für alle Geheimnisse.“

Da werden die beiden Sünder von dem gerechten Vater im Himmel zur Rechenschaft gerufen. Er erschüttert ihnen durch seine furchtbare Erscheinung in schwarzer Gewitterwolke unter Blitz und Donner das Gewissen. Da liegt Adam, zerfallen mit sich selbst, die Gewissensfolter in allen Gliedern, halb kniend, da, das Weib hingegossen auf einem Felsstück mit kläglich gefalteten Händen, das Gesicht vom Lichtquell abgewendet; vor ihnen die Schlange, sich auf der Erde windend. Aus dem düstern Gewölk blicken ein Kamel und zwei Leoparden hervor. Auf der andern Seite sieht uns ein griesgrämiger Wisent (Ur), ein meckernder angorischer Ziegenbock und das Fratzengesicht eines auch auf der Erde liegenden Affen an. „Der Aff’ ahmt Alles nach!“ u. s. w. Dann eine Antilope und kleinere Gazelle, ein Paar Meerschweinchen, ein trauriger Tigerhund und ein naseweiser Affe, der mit dem Finger auf die Trauergestalten hinweiset. Die Feigenblätter spielen nun fort ihre bedeutsame Rolle.

817.

(11) „Verflucht sei der Acker — zur Erde werden.“ Gen. 3, 17—19.

Ecce, ultima percussio mors carnis est. Saltem haec plaga superbiam cineris domare et redigendas in lutum cervices quandoque flectere habebat. Rupert. Tuit. in Gen. c. 24.

„Siehe, der Tod ist der (die) letzte Ruck (Niederlage) des Fleisches. Wenigstens vermag diese Plage den Stolz der Asche zu bezähmen, und die in Kot zu verwandelnden Nacken, wo möglich, zu beugen.“

Gott kündigt den Sündern die harte, aber verdiente Strafe an. Seine Erscheinung wie auf der vorigen Tafel. Adam halb kniend schaut verstohlen dahin — Eva horcht stehend, etwas vorwärts gebückt und die Fingerspitzen zusammengehalten, der entsetzlichen Drohung. Die Schlange vermag sich nicht mehr von der Erde zu erheben. Ein Paar Stinktiere, als Embleme, fehlen nicht, ein gemeiner Affe liegt, oder klebt vielmehr an einem Baumstamme und schaut neugierig die Angst der verwandten Menschen an, ein Adler schauert vor ihnen, ein Nilpferd zeigt ihnen sein grimmiges Gebiß, ein Reiher ergreift eilig die Flucht. Auch der treue Hund konnte den Jammer nicht mehr mit ansehen; er lugt ganz in der Ferne.

818.

(12) „Gott der Herr trieb — Baum des Lebens.“ Gen. 3, 24.

Quoniam tam negligens fuerat homo in mandato tradito, hinc factum est, ut tanto diligentius ingressus muniretur et flammeus gladius, cum versatur, obduret et praemuniet omnes vias, quae illuc ferunt, ut continuam memoriam et timorem illi incutere possit. S. Chrysost. in IV Cap. Gen. homil. 18.

„Weil der Mensch so nachlässig in Befolgung des Anbefohlnen gewesen war, so geschah es, daß der Eingang desto sorgfältiger verwehrt wurde, und das flammende Schwert, so lange es geschwungen wird, verdirbt und verschließt alle Wege, welche dahin führen, um ihm stete traurige Erinnerung und Angst einzuflössen.“

Hier geschieht nun das Schrecklichste, denn der Herr, unser Gott, läßt sich nicht ungeahndet verspotten. Er sendet den Engel mit flammendem Schwert und dieser treibt das jämmerlich klagende Menschenpaar, welches die Hüften mit Fellen umwunden hat, aus dem Paradies. Gleich hinter ihnen zeigt sich symbolisch das Elendtier und eine Antilope (oryx) will sie mit ihren Spießen verwunden. Ein ganzes Rudel Tiere läuft den Menschen voran und flieht. Der Pfau gleich neben Eva, der brüllende Löwe und der einen Buckel machende Kater, der Panther und das Wildschwein, die gestreifte Antilope, der Esel, Kuh und Schaf, der Bär und Iltis, samt den Vögeln in der Luft, Alles flieht vor dem flammenden Schwert. Zwei Hunde bellen die Jammergestalten an, denn ihre Treue hat es bei den Untreuen nicht mehr aushalten können. Auch die Schlange fliehet mit, die Versuchung dauert fort.

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