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M.  Menschliche  Figuren .

Dergleichen sind zwar in den schon beschriebenen Werken sehr oft und mannigfaltig vorgekommen, aber gewöhnlich nur beiläufig. Jetzt aber kommen wir zu Sammlungen, die sich vorzugsweise mit dem Menschen beschäftigen. Die mehrsten und gelungensten finden sich zwar in den Schwarzkunstblättern, auf welche wir später zurückkommen, aber doch gibt es manches Beachtungswerte der Art auch unter den Radierungen und Kupferstichen.

 

Figuren  aus  dem  Altertum

Da ich bei Beschreibung dieser seltenen Folge kein vollständiges Exemplar vor mir hatte und genötigt war, mir mit Conjecturen zu helfen, so haben sich ungeachtet aller angewandten Sorgfalt und Mühe mancherlei Irrtümer und Mängel eingeschlichen. Hr. Senator D. Usener wies mich zurecht und setzte mich durch Übersendung eines alten, gut erhaltenen, vollständigen Exemplars in den Stand, die Lücken auszufüllen und die Irrtümer zu berichtigen. Jetzt aber besitze ich selbst die ganze Folge, gut erhalten. Ich werde nun dieselbe noch einmal vollständig in gehöriger Ordnung beschreiben, und bitte das Frühere ganz zu vergessen (2. Nachtrag, SS. 5 ff.).

836.

(1.) Pr.(ima Th.) Pars Variae Propositiones Antiquarum ad Historiam utilium Figurarum inventae excudens Joh Elia Ridinger Pictore Aug. Vind MDCCXXVIII.

Erster Theil Unterschiedliche Vorstellungen einiger aus dem Alterthum zur Historie dienlich Figuren invent. und verlegt Joh. Elias Ridinger Mahler in Augspurg 1728.

Dieser doppelte Titel befindet sich auf einer länglich viereckigen Tafel, welche an einen Baumstamm gelehnt, zugleich aber auch von dem ausgestreckten rechten Arme eines daneben stehenden jungen antiken Kriegers gehalten wird. Er ist unbewaffnet, aber bepanzert. Hinter ihm ein anderer Soldat mit Schild und Spieß. Unten Nr. II, die ich jedoch bei einem Exemplar vermisse.

Die übrigen sieben Blatt dieses ersten Teiles werde ich in der alten Ordnung folgen lassen.

837.

(2.) Ein Anführer, den Helm mit Roßhaaren verziert, Pelzkragen, Panzer, kurze Beinkleider, Sandalen, Mantel, mit der vorgehaltenen Rechten demonstrierend, in der herabhängenden Linken den Kommandostab. Hinter ihm links ein gemeiner Soldat mit Schild und Spieß. Unten der verzogene Name ER.

838.

(3.) Eine jüngere Weibsperson, nur leicht von einem Mantel umgeben, welcher den rechten, vorgestreckten Arm größtenteils verhüllt, den linken aber ganz frei läßt. Der Namenszug verkehrt.

839.

(4.) Ein nachlässig auf einem Felsstück sitzender vornehmer Krieger, den Helm mit Federbusch und langem Roßschweif, lange Beinkleider, Schuhe, die Rechte auf den Fels, die Linke auf ein Schild gestützt, kehrt uns, seitwärts spähend, den Rücken zu. Vor ihm ein gemeiner Soldat, der mit der Lanze nach ihm zu stechen scheint. Unten der verzogene Name des Künstlers rechts, daneben aber die Jahreszahl 1758 verkehrt.

840.

(5.) Ein sich auskleidender bärtiger Soldat mit Bogen, Pfeilen, Beinschienen, Sandalen, halb sitzend, die Rechte auf einem Felsstück ruhend, die Linke vor den Leib gehalten. Unten der verzogene Name verkehrt.

841.

(6.) Sitzend, aufgeregt vorwärts spähend, Ledermütze mit Federbüschen, goldene schwere Halsketten, leicht umgeschlagener Mantel, kurze Beinkleider. Sandalen, die Linke auf sein verziertes Schild gelegt. Er führt etwas Gutes im Schilde, nämlich den verzogenen Namen Ridingers.

842.

(7.) Ein Kriegsmann, stehend, die Pelzmütze mit Federn geschmückt, in der Rechten eine Spitzhacke, der Stiel mit Nägeln beschlagen, die Linke auf ein Schild gestützt, einen langen Mantel umgeworfen, Schuhe; ohne alles weitere Abzeichen des Künstlers.

843.

(8.) Ein bärtiger Feldherr, in der Rechten den auf die Erde gestützten Commandostab, stehend, auf dem Kopfe eine Art Turban mit Federbusch, Brust- und Beinharnisch, großer Mantel, Sandalen. Er sieht verdrießlich aus. Unten Ridingers verzogener Name.

Sämtliche acht Blatt sind 6″ 9‴ hoch und 4″ 4‴ breit

844.

(9.) Pars Secunda illarum ex vetustate utilium Figurarum ad Historiam inv. et excud. a J. E. Rid.

Zweyter Theil der aus dem Alterthum zur Historie dienliche Figuren Inventirt und verlegt von Joh. El. Ridinger Cum Pr. S. C. M.

Neben diesen in Stein gegrabenen Titeln steht eine nackte junge Mannsperson, welche den linken Arm und den Zeigefinger vorstreckt, die Rechte aber, etwas mit einem Mantel verhüllt, nach der Brust zu krümmt. Unter dem linken, ganz ausgestreckten Fuße steht No. IV.

Die Größe dieser acht Blatt fast dieselbe, wie vorher.

852.

(10.) Ein junger Soldat, an einen Fels gelehnt, mit Federmütze, Panzer, Mantel, Sandalen. Vor sich eine Lanze, die er mit der Rechten an sich hält, indem die etwas vorgestreckte Linke nach vorn zeigt.

853.

(11.) Einer dergleichen stehend, sich nach Links lebhaft umsehend und mit der Rechten dorthin zeigend, während die Linke auf einem langen, schmalen Schilde ruht, die Mütze mit Roßschweif, Harnisch, Bogen, Pfeile, Degen.

854.

(12.) Junge Mannsperson stehend, mit Mantel bekleidet, den mit Binde versehenen Kopf wendet sie rechts, der rechte Arm mit Commandostab ruht auf steinernem Postament, der linke zeigt ausgestreckt seitwärts; Riemen und Sandalen an den Füßen. Die drei letzten Blatt haben Ridinger’s verzogenen Namen.

855.

(13.) Ein wenig bekleideter, mit Kopfbinde versehener Mann sitzt auf einem Mantel, der auf einem Felsstück liegt. Er scheint ermattet, der Kopf ist vorwärts geneigt, der linke Arm schlaff herabhängend, der rechte auf dem Steine ruhend, die Füße unten gekreuzt, über dem Knie an den Beinkleidern breite Gürtel. Diese und die folgende Tafel haben kein Zeichen unter sich.

1304.

(14.) Ein auf einem Mantel, der auf einem Felsstück liegt, sitzender nackter, etwas bärtiger Mann, richtet das Gesicht aufwärts, die Linke nach der Brust gekrümmt, in der Rechten einen Steinhammer haltend, beide Füße stark gekrümmt.

1305.

(15.) Ein Krieger mit Brustharnisch, worauf ein Menschengesicht, die Mütze mit Federn und Roßhaaren, lange Beinkleider, die in Schuhe ausgehen. Die Linke auf ein Felsstück gelehnt, die Rechte etwas vorgestreckt, ein Mantel und kurzer Waffenrock. Unten, wie am folgenden Blatt, Ridinger’s verzogener Name.

1307.

(16.) Ein stehender Krieger, in der herabhängenden Hechten eine Streitaxt, die Linke in die Seite gestemmt, Kopf mit Binde, Mütze und Federstutz, kurzer Waffenrock, an den nackten Füßen Riemen und Sandalen.

851.

(17.) Pars Tertia invent. et excud. a J. E. Rid.

Dritter Theil inventiert und verlegt von Joh. El. Ridinger. C. P. S. C. M.

Dieser Doppeltitel befindet sich ebenfalls auf einem Felsstück, darüber eine nachlässig hingestreckte junge Mannsperson, wie alle folgenden gänzlich nackt, welche einen ängstlichen Schrei ausstößt. Der rechte stark erhobene Fuß stützt sich auf den Fels, der linke ruht auf einem Steine. Der rechte Arm kräftig nach links gebeugt, in der Hund einen dünnen Stab, die Linke auf den Fels gestützt. Alle diese acht Blatt sind etwas kleiner, als die vorigen

856.

(18.) Ein Mann vor einem Fels mit dem rechten Fuße kniend, Gesicht und Arme betend erhebend. Keines dieser sieben Blatt hat irgend eine Unterschrift.

857.

(19.) Der vor einem Fels stehende junge Mann kehrt uns den Rücken zu, doch zeigt er etwas von seinem links gewendeten Gesicht; in der herabhängenden rechten Hand hält er einen Stab, die nach dem Kopfe gekrümmte Linke ruht auf dem Fels.

858.

(20.) Etwas bärtig, halb sitzend, den Ellenbogen des rechten Armes auf ein Felsstück gestützt, den Vorderarm mit der Hand erhoben, hält dieser Mann in der herabhängenden Linken einen Stab. Der Mund zum Sprechen geöffnet, der Kopf mit Binde versehen.

859.

(21.) Ein herkulischer Mann ist tot, mit dem Kopfe vorwärts von einem Felsen gestürzt, der rechte FUSS an dem Felsen ausgestreckt, der linke gekrümmt; der linke Arm ruht auf dem Erdboden, der rechte verdeckt teilweise das Gesicht.

1306.

(22.) Auf einem Mantel, der ein Felsstück bedeckt, ruht der rechte Arm eines jungen Mannes, dessen Oberleib nach dieser Seite stark gebogen ist. Der linke Arm ist so in die Seite gestemmt, daß wir die flache Hand sehen. Der seitwärts gewendete Kopf zeigt uns sein Profil. Der linke Fuß ganz ausgestreckt, der stark gekrümmte rechte ruht mit den Zehen auf einem Steine.

1318.

(23.) Der Leib dieses bärtigen Mannes ist ganz nach uns zu, der Kopf aber seitwärts gewendet. In der erhobenen Rechten hält er einen Stab, die herabhängende Linke zeigt nach etwas; der rechte Fuß ganz ausgestreckt, der linke stark gekrümmt mit den Zehen auf einem Steine ruhend. Er scheint zu lächeln und sein Mantel herabzufallen.

1319.

(24.) Ein junger Mann stehend, von hinten zu sehen, der gebückte Kopf nach links gewendet; der linke ausgestreckte Arm ruht auf einem Felsstück, der rechte ist in die Seile gestemmt. Die beiden letzten Blatt sind von mir noch nicht beschrieben, daher neu numeriert.

 

Männliche  Figuren

Was nun aber die von mir unter 845-850 beschriebenen sechs Blatt betrifft, so könnten sie mutmaßlich zu einem vierten Teile dieser Sammlung bestimmt gewesen sein, und würden sich an den dritten sehr gut anschließen; aber mit Gewißheit kann ich nichts darüber bestimmen.

845.

(1) Eine sitzende Figur, den Blitz in der Linken, unter sich den Adler, der aber nicht sonderlich geraten ist. Soll also wohl gar den Jupiter darstellen. Darunter leicht eingegraben J. E. R.

846.

(2) Sitzend, einen Fuß auf das Knie des andern gelegt, auf dem Kopfe eine einfache Krone, in der Rechten einen Stab.

847.

(3) Den Kopf mit Weinlaub umwunden, in der Hand den Tyrsusstab, sitzend, den einen fuß untergeschlagen. Hinter ihm Reben mit Trauben. Gehört zu Bacchus Gefolge.

848.

(4) Ganz traurig dasitzend, den mit einer Binde umwundenen Kopf auf die Rechte gestützt.

849.

(5) Ein. Einsiedler, die Rechte auf die Brust gelegt, vor sich ein ganz einfaches Kreuz, ein aufgeschlagenes Buch, in welchem er mit Andacht liest. Darunter ein Totenkopf.

850.

(6} Kehrt uns den Rücken zu, lehnt sich an ein Postament, zeigt auf etwas. Eine mehr reinliche, bessere Arbeit als die ersten acht Blatt.

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