Thienemann Online

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Das

in seiner grossen Mannigfaltigkeit und in seinen schönen Farben

nach

Original-Zeichnungen

geschilderte

Thier-Reich.


Herausgegeben

von

Martin  Elias  und  Johann  Jacob  Ridinger.


Diesen Titel finden wir auf der neunten Seite, oder vor dem Anfange des sehr ausführlichen Textes zu einer sehr merkwürdigen Folge von einhundertsiebenundzwanzig Blatt, in welcher der unermüdete Meister, schon hoch bejahrt, das Resultat seiner Forschungen im Gebiete der Natur, und seiner seelenvollen Darstellung ihrer wunderbaren Gebilde niederzulegen bemüht war. Er entwarf zu diesem Behuf eine ziemliche Anzahl von Säugethieren, die er theilweis mit Pastell colorirte, wie sich mehrere noch in Herrn Weigel’s Besitz befinden, stach schon mehrere in Kupfer, besorgte ihre Illumination, schrieb die Vorrede, und fing an die Ausgabe zu zwölf Stück zu besorgen. Da entrückte ihn ein plötzlicher Tod der Erde und setzte seinem nützlichen Unternehmen ein Ziel. Seine beiden Söhne aber, und vornehmlich der ältere, unternahmen die Ausführung dieses Werkes, als eines theuren Vermächtnisses ihres unvergesslichen Vaters, und führten es glücklich zum gesteckten Ziele. Wir haben die Verpflichtung es ausführlich zu beschreiben.

974.

Das Werk ist in zwei Haupttheilen erschienen, indem der erste die vierfuessigen Hufthiere, der zweite die vierfüssigen Zehenthiere enthält. Zu dem ersten Theile ist kein besonderer Titel erschienen, statt dessen findet man ein Titelkupfer mit Röthelfarbe abgedruckt, welches wir jetzt näher beschreiben wollen.

In der Mitte ein zierliches Postament, darauf in Medaillon Ridingers Kopf. Er sieht alt, doch freundlich aus, im Profil und scheint getroffen. Das Bild ist von einer Löwenhaut umgeben, dahinter schönes Gebüsch, vor demselben zeigt sich ein Rehbock mit sonderbarer Perücke. Auf dem Postamente lesen wir:

J. El. Ridinger

Pictor & Sculptor

A. V.

a Filio suo

M. El Ridinger

Sculp.

Davor hüpft ein langgeschwänzter Affe, liegt eine Gazelle, sitzt ein geflecktes Kaninchen. Darunter lesen wir folgende Verse:

„ Wie schön und mannigfalt zeigt sich doch die Natur
In dem Metallenreich und Pflanzenreich nicht nur,
Sie mahlet künstlerisch im Thierereich desgleichen
Mit Farben, die dem Glanz der Blumen gar nicht weichen,
Ja es zeigt sich ihr Wiz, der stets das Schönste wählt,
Geschäfftiger in Dem, als einem andern Feld
Und lässet sich so weit darin erhobner sehen,
Je höher Thiere auch vor Kraut und Blumen stehen.

Drum suchte dieser Mann, von deme dieses Blat
Den Abriss des Gesichts, den Geist der Himmel hat,
Vor die geübte Faust und den zu starken Zügen
Gewöhnten Pinsel sich diss Feld aus zum Vergnügen.
Selbst die Natur, die er so liebenswürdig fand,
Gos ihm die Gaben ein und führte ihm die Hand
Und liese ihn in sich, so tief er wollte, steigen,
Um ihm den wahren Grund der Schönheit anzuzeigen.

Wer die Natur also und ihre Werke ehrt,
Der hält, was er gemahlt, in nicht geringerm Werth
Und nimmt, wenn er nicht gleich selbst die Natur kan haben,
Mit Freuden diss indess, was seine Faust gegraben.“

Auf dieses Titelkupfer folgt eine Vorrede von vier Seiten, grösstentheils von dem Vater verfasst. Er preist darin die Herrlichkeit des erhabenen Schöpfers, wie sie, auch nach der Bibel, sich in seinen Werken in der Natur deutlich kund giebt. Er gesteht, dass er eben deswegen dies Werk herauszugeben sich entschlossen, um einen, wenn auch nur kleinen, Beitrag dazu zu liefern. Er erkennt die Schwierigkeilen dieses Unternehmens und die Verdienste seiner Vorgänger darin wohl, aber noch fehlt es an gut colorirten Thieren, und er hofft, namentlich bei den Unterstützungen des Herrn Klein in Danzig, der aus der Ludolf’schen Verlassenschaft eine ungemein reiche Sammlung von Thieren erhalten habe, gar manches Seltene ans Tageslicht zu bringen.

Nun lassen seine Söhne „Zuverlässige Nachricht von dem Leben und Kunstwerken des ehemaligen berühmten Mahlers und Kupferstechers Joh. El. Ridinger“, folgen, worauf wir später zurückkommen. Sie füllt einen ganzen Bogen oder die Folioseiten 5—8 aus. Daran reihen sich vierundzwanzig Seiten deutscher und zwanzig Seiten, vom Senior Thenn gefertigter, französischer Text, nebst zwei Seiten allgemeines Register, ebenfalls in beiden Sprachen.

Das Werk ist vollständig wohl nirgends mehr zu finden, vielen Verehrern und Sammlern Ridinger’scher Kunstblätter so gut wie gar nicht bekannt, und nur bei den angestrengtesten Bemühungen ist es uns gelungen, aus ganz verschiedenen Orten diese kostbare Sammlung so ziemlich vollständig zu erhalten.

In neuerer Zeit haben die Augsburger Kunsthandlungen, welche in den Besitz der Ridinger’schen Kupferplatten gelangten, das Werk, aber in sehr veränderter Gestalt, neu aufgelegt. Die ursprünglichen Platten waren gegen 8″ br. und gegen 1′ h. Da hat man so viel von ihnen weggenommen, dass die neuen gegen 7″ 6‴ br., aber nur 7″ 1‴ h. geblieben sind. Dadurch wurde allerdings Papier erspart und manche Tafel nimmt sich nun besser aus, weil der obere leere Raum weggefallen ist; aber es ist auch zugleich manches Ende von Bäumen und Sträuchern, manche Zierrath, ja sogar manches Thier mit weggenommen worden, was sich theils nicht gut ausnimmt, theils als wahrer Verlust zu betrachten ist. Man hat dem Werke folgenden neuen Titel gegeben:

„Naturhistorisches Original-Thierwerk mit erklärendem Text, bestehend aus sieben Heften mit 127 Blättern in gross Real-Quart. Nach der Natur gezeichnet und in Kupfer gestochen von Johann Elias und Martin Elias Ridinger.“

Es wurde nun auch uncolorirt ausgegeben, was früher nicht der Fall war. Der neue Text ist eben nicht von geschickten Händen geliefert und es finden sich eine Menge Fehler darin. Die Tafeln wurden numerirt, nach einem ganz anderen, aber nicht eben guten System geordnet, und, was sehr zu tadeln ist, ohne irgend eine Unterschrift Ridingers ausgegeben, so dass Derjenige, welcher das Titelkupfer, wo man das oben beschriebene verkleinert beibehalten hat, oder den Text nicht besitzt und mit der ersten Ausgabe nicht vertraut ist, gar nicht einmal weiss, dass er Arbeiten von Ridinger besitzt. Ein colorirtes Blatt dieser Ausgabe ist mir nie zu Gesicht gekommen, so dass ich das Colorit nicht beurtheilen kann. Was nun die Einrichtung, Bezeichnung und Ordnung der alten Tafeln betrifft, so habe ich dabei noch Folgendes zu bemerken:

Oben steht der lateinische Name des Thieres, unten der deutsche und französische, darunter die Familie, zu welcher es gehöret. Darüber lesen wir auf einigen Tafeln noch Q. D. §. IX oder XIII etc. Dies bezieht sich nämlich auf ein damals berühmtes Werk, welches der verdiente Naturforscher Jacob Theodor Klein in Danzig unter dem Titel: Quadrupedum Dispositio brevisque Historia Naturalis 1751. in 4. herausgab. Er hatte es vermehrt und verbessert selbst ins Deutsche übersetzt, und sein Freund Gottfried Reyger gab es 1760 unter dem Titel heraus: J. Th. Klein’s Natürliche Ordnung und vermehrte Historie der Vierfüssigen Thiere.

Ridinger stand in genauer Verbindung mit Klein, wurde bei diesem Unternehmen vielfach von ihm unterstützt und richtete sich nach Klein’s System, der die vierfüssigen Thiere, wozu denn auch die vierfüssigen Amphibien gerechnet wurden, ganz nach den Füssen und ihren Extremitäten eintheilte, was freilich nicht Stich hält und längst aufgegeben werden musste. Auch entlehnt er meistens von Klein die Namen. In der neuen Ausgabe sind sie verändert, aber in der That nicht immer verbessert. Obgleich Ridinger seinem Text zu Folge einige Mal von Klein’s System abweicht, was nicht zu billigen ist, da es störend in die angenommene Ordnung eingreift und der Unterschrift widerspricht; so werde ich die Tafeln genau nach demselben folgen lassen. Die beigesetzte Zahl bezieht sich auf die neue Ausgabe.

Erste Ordnung Hufthiere.

Erste Familie. Einhufige.

975.

(1) 57. Equus. Das Pferd. Le Cheval.

Bez. Joh. El. Ridinger sculps. et exc. Aug. Vind.

N. A. Das Pferd. Equus Caballus Linn. Sollte heissen das gemeine Pferd. Ein rothbrauner Hengst. Im Text der a. A. berufen sich die Herausgeber auf die Bemerkungen ihres Vaters im Entwurf der Thiere Th. 6., in der kleinen Reitschule, im Carousel, desgleichen in dem Werke, welches die Pferde nach ihren Farben darstellt und liefern nur „praktische Erläuterungen von Fortpflanzung und Erziehung des Pferdes nach Mittheilung eines alten erfahrenen Bereuters.“

976.

(2) 58. oben: Equus Ostfris. unten: Der Kranich zu Oldenburg in Ost-Friessland. Cheval d’Ostfriesland, nomé la Grue.

Familia I. Einhufige.

Ex Collection. J. Th. Kleinii Secr. Gedan. J. E. Ridinger fecit et exc. Aug. Vind.

N. A. Der Kranich von Oldenburg. Equus Caballus Ostfris. Es ist dies ein durch sehr lange Mähne, die bis auf die Erde reicht, und sehr langen Schweif, wenigstens dreimal so lang, als gewöhnlich, ausgezeichneter Schimmel, nach einer Abbildung aus Klein’s Sammlung. Er wurde, sonderbarer Weise, der Kranich genannt, weil er seine Vorderfüsse sehr hoch hob und darin jenem Vogel glich.

Ein ähnliches Pferd, Isabell-Schecke, ritt August II., welches im zoologischen Museum zu Dresden bis auf den unseligen Brand, der es mit allen dort befindlichen Säugethieren etc., vernichtete, ausgestopft zu sehen war. Die Abbildung finden wir in v. Tennecker’s Messgeschenk für Liebhaber der Pferde. 1798.

977.

(3) 66. Equus hirsutus. Eine Art Rauh Pferde oder Bachmatten. Un cheval velu.

Fam. I. Einhufig.

Ridinger sc.

Eine Schwarz- und Weissschecke liegend, ziemlich rauchhaarig. Daneben noch eine andere Abbildung.

Zebra Zecora. Ein noch versprochener Africanischer Esel. Ane africain promis.

N. A. Ein junges Zebra. Equus Zebra.

978.

(4) 63. Zebra vel Zecora. Africanischer Esel. Ane Afriquain.

Fam. I. Einhufige.

Ex Collection. Dr. Sloan a Londen. Joh. El. Ridinger sculps. et excud. Aug. Vind.

N. A. Das Zebra. Equus Zebra.

Eine recht brave Darstellung dieses schönen Thieres, wie es trabt. Die Streifen schwarzbraun, wie sie gewöhnlich sind.

979.

(5) 65. Zeckora, Cebra. Aethiopischer Esel. Ane d’Ethiopie.

Fam. I. Einhufige.

J. El. Ridinger sc. et exc. A. V.

N. A. Der aethiopische Esel. Equus Zebra Aethiops.

Es ist nichts als ein Zebra, welches aber, wie auch das Junge (977) nach unrichtigen Zeichnungen gefertigt, zu pferdeähnlich, langhalsig, kurz nicht so gut, als das vorhergehende gerathen ist. Die Streifen sind goldbraun. Dahinter eine ganz dunkle Wand. Auch die Namen „äthiopischer Esel und Eq. Zebra Aethiops“ sind verwirrend und falsch.

980.

(6) 64. Zebra vel Zecora. Africanischer Esel. Ane Afriquain. Q. D. §. IV.

Fam. I. Einhufige.

Ex Collection. Dr. Sloan a Londen. J. El. Ridinger fecit et excud. Aug. Vindel.

N. A. Die Zebrastute. Equus Zebra foemina.

Diese Namen sind sämmtlich falsch. Wir haben hier die recht gelungene Abbildung von Equus Quagga, welches dem Zebra ähnlich, aber wesentlich schon in der Färbung verschieden ist, da Unterleib und Füsse stets weiss erscheinen.

981.

(7) 59. Asinus major. Der grosse oder Müller Esel. L’Ane de Meunier.

Familia I. Einhufige.

J. El. Ridinger fec.

N. A. Der Esel. Equus Asinus.

Eine gelungene Figur, aschgrau mit schwarzem Kreuz und Kuhschwanz.

982.

(8) 60. Asinus minor. Der kleine Esel. Le petit Ane.

Fam. I. Einhufige.

J. El. Ridinger ad viv. del. et sc. Aug. Vindel.

N. A. Der kleine Esel. Equus Asellus. Die Namen sind unrichtig, da es nichts als ein kleiner Mülleresel ist. Wir sehen ihn mit Sattel und Zaum. Dunkelbraun.

983.

(9) 61. Mulus. Maul-Esel, beladendes Maulthier. Le Mulet chargé.

Fam. I. Einhufige.

J. E. Ridinger ad viv. del. fec. et exc. Aug. Vind.

N. A. Das Maulthier. Equus mulus. Der Name ist wieder unrichtig, da es keine eigene Thierart, sondern nur Bastard vom männlichen Esel und weiblichen Pferde ist. Prächtig geschmückt und tüchtig bepackt mit Treiber.

984.

(10) 62. Mulus. Detto beladen Maulthier. Le Mulet chargé.

Fam. I. Einhufige.

Ridinger.

N. A. Der Maulesel. Equus hinnus. Der deutsche Name richtig. Das sehr bepackte Thier stellt nämlich einen Bastard vom männlichen Pferde und weiblichen Esel vor. Aber der lateinische Name wieder falsch.

Zweite Familie. Zweihufige.

985.

(11) 85. Taurus Domesticus. Herd-Stier, Hage, Haussboll. Taureau.

J. El. Ridinger fec.

N. A. Der zahme Ochs. Bos Taurus (domesticus).

Dunkel rothbraun, zur Schweizer Race gehörig.

986.

(12) 88. Taurus Hispanicus. Spanischer Stier. Taureau d’Espagne.

J. C. de Hamilton pinx. J. El. R. fec.

N. A. Der spanische Stier. Taurus Hispanicus (sollte heissen: Bos Taurus, hispanicus).

Eine schöne Schecke dieser durch ihre Gefechte bei den Spaniern sehr bevorzugten Spielart, mit gewaltiger Halskrause.

987.

(13) 86. Bos. Ochs. Boeuf.

J. El. Rid. ad vivum del.

N. A. Der Ochs. Bos demesticus (sollte heissen: der verschnittene Ochs oder Zugstier). Weissgrau, liegend.

988.

(14) 87. Vacca. Die Kuhe. La Vache.

J. El. Rid. del. et fec. A. V.

N. A. Die Kuh. Vacca (sollte heissen: Bos taurus — domesticus. fem.). Eine Rothschecke mit Klingel.

989.

(15) 84. Urus. Auerochs, Urochs. Ure.

J. El. Riding. sc.

N. A. Der Auerochs. Bos urus (so wird er gewöhnlich genannt, ist aber Bos Bison, seu Bonasus, der europäische Wisent). Ridinger hat ihn nach einem lebenden Exemplare gefertigt. Das aber unser zahmes Rindvieh von ihm abstammen sollte, ist unrichtig.

990.

(16) 89. Buffalus. Büffel-Ochs, der groessere. Buffle.

Ridinger fec.

N. A. Der Büffel. Bos Buffelus (unrichtig, statt: Bos Bubalis). Die Stellung ganz von hinten ist nicht gut gewählt.

991.

(17) 90. Buffalus. Kleinere Zug-Büffel. Buffle petit.

J. El. R. del.

N. A. Der kleine Zugbüffel. Buffelus minor (wieder schlechter Name dieser kleinen Art des gewöhnlichen Büffels).

992.

(18) 75. Aries. Der Widder. Le Belier.

J. El. Rid. del. M. EI. Ridinger sc.

N. A. Der Widder. Capra ovis. Aries (besser Aegoceros Ovis. mas.), Ovis leptura. Schreb. gemeines Landschaf, liegend.

993.

(19) 76. Ovis. Das Schaf. La Brebis.

J. El. R. del. Mart. El. Ridinger sculps.

N. A. Das Schaf. Ovis. (fem).

994.

(20) 77. Aries. Ungarisch oder Böhmisch Schaaf. Belier d’Hongrie ou de Bohéme.

J. El. Ridinger fec. et exc. A. V.

N. A. Ein ungarisch Schaf. Capra Ovis Ungaricus. (Sollte heissen: das Zackelschaf Aegoceros ovis — strepsiceros.)

995.

(21) 78. Oves Alienigenae. Einige Arten auslaendischer Schafe. Brebis etrangeres.

Ridinger sc.

N. A. Mehrere ausländische Schafe. Oves Alienigenae.

Es sind folgende: a) vorn rechts ein langhaariges mit vier aufwärtsstehenden Hörnern, wie sie zuweilen in Island vorkommen.

b) Die Kämel- oder angorische Ziege (Capra angorensis).

c) Das fettschwänzige Schaf (Ovis platyura) — d) im Hintergrunde, klein, zwei langschwänzige Schafe (Oves longicaudatae).

996.

(22) 72. Tragus vel Hircus. Ziegen-Bock. Le Bouc.

J. El. R. sculps.

N. A. Der Ziegenbock. Capra Hircus. mas.

997.

(23) 73. Capra. Die Geiss, Ziege. La Chèvre.

N. A. Die Hausziege. Capra.

Die Stammart heisst Capra Aegagrus.

998.

(24) 74. Tragus Arabicus. Arabischer Bock. Bouc d’Arabie.

Ex Collect. Ludolfii. Mart. El. Ridinger sc.

N. A. Der arabische Bock. Tragus Arabicus. (Sollte heissen Capra Aegagrus — domestica var. arabica.) Ich weiss von dieser Spielart weiter nichts zu sagen, als dass die Abbildung aus der Ludolf’schen — später Klein’schen — Sammlung in Danzig eingesendet wurde.

999.

(25) 79. Ibex. Stein-Bock. Le Bouquetin.

J. E. R. del.

N. A. Der Steinbock. Capra Ibex (oder Aegoceros Ibex, der europäische Steinbock).

1000.

(26) 80. Rupicapra. Gemse. Chamois.

M. El. Ridinger fec.

N. A. Die Gemse. Antilope rupicapra.

Ridinger hat sie gleich zusammen beschrieben und gemeint, man könnte sie fast für die Stammeltern unserer Hausziegen halten, aber Beides ist nicht statthaft. Sie gehören sogar zu verschiedenen Thiergattungen.

1001.

(27) 81. Bezaarticus (soll heissen: Bezoarticus.) Antilope-Gazella. Africanischer Gems. Bouc bezoardique.

J. El. Ridinger fec. et exc. A. V.

N. A. a) Die gemeine Gazelle. Antilope Dorcas.

b) Der Leukoryx. Antilope Leucoryx.

Diese beiden wohlgelungenen Abbildungen hat Ridinger nach der Natur oder gut ausgestopften Exemplaren gefertigt, aber die Namen sind falsch. Die liegende ist die Spring-Antilope (Antilope euchore. Forster), die stehende aber die Pasan-Antilope (Antilope oryx).

1002.

(28) 83. Cuttu. Africanisches Elend-Thier. Elan d’afrique, nommé Couttou.

Familia II. Zweihufige.

J. El. Ridinger sc. et exc. A. V.

N. A. Der Kudu. Antilope Strepsiceros. Pall.

Ridinger nennt diese Antilope sonderbarer Weise das afrikanische Elendthier, und sagt pag. 14. „Es ist in der Gestalt fast ganz von dem europäischen unterschieden, denn die Grundfarbe ist bei diesem gelblicht, es hat auch besondere Zacken und so schöne weisse Streifen, als sonst nicht leicht an einem Thiere zu finden, wenigstens nicht so rein und so regelmässig. Das Geweyhe desselben ist auch viel anders, man sagt, dass ihm das Geblüt vom Kopfe in dasselbe einschiesse, so dass es bald gelb und weiss hornfarb, bald aber, wenn es zornig wird, roth werde. (Diese Farbe haben sie auch auf dem Bilde. Th.) Ausserdem ist es nicht so gar schwer und hat noch mehr hirschartiges. Diese hier befindliche Vorstellung habe ich selbst nach einem ausgestopften Original gezeichnet, welches 80 Meilen von dem Vorgebirge der guten Hoffnung gefangen worden. Die Afrikaner nennen dieses Thier Cuttu.“

1003.

(29) 82. Tragulus Guineensis. Guineisches Böcklein, Hirschlein. Chevreuil d’Afrique.

Ex Collect. S. Kleinii.

N. A. Das guineische Böcklein. Antilope Dorcas.

Vielleicht die gemeine Gazelle, vielleicht aber auch eine andere. Hier, wie bei manchen folgenden Tafeln, ist es zu bedauern, dass Ridinger den unhaltbaren Grundsatz hat ausführen und die Thiere nach einem Maassstabe fertigen wollen. Da sind viele zu klein gerathen, was sich, besonders auf den grossen Tafeln, nicht gut ausnimmt.

1004.

(30) 109. Moschiferus. Bisem-Thier. Civette.

Ex Collect. Schaeckii. M. El. Ridinger sc.

N. A. Das Moschusthier. Moschus moschiferus.

Ridinger sagt, dass er dreierlei Abbildungen davon erhalten, welche genau mit einander übereinstimmten. Der Name Civette ist ganz unstatthaft.

1005.

(31) 95. Cervus nobilis. Der edle Hirsch. Cerf.

Ridinger fecit.

N. A. Edler Hirsch. Männchen. Cervus Elaphus.

Liegend, gelbbraun, oben ins Rostfarbene; unten ins Graubraune übergehend. Nimmt sich sehr gut aus.

1006.

(32) 97. Cervus luteus. Hirsch liechter oder gelblichter. Cerf jaunâtre.

Rid. fec.

N. A. Hirsch von lichter gelber Farbe.

Ebenfalls liegend, hellocher dunkler schattirt, unten und vorn überall lichtgrau.

1007.

(33) 98. Cervus cum Maculis albis. Weiss gefleckter Hirsch. Le Cerf tacheté blanc. Q. D. §. IX.

Joh. El. Ridinger fec. et exc. Aug. Vind.

N. A. Weissgefleckter Hirsch. (Q. D. §. IX. fehlt auf einigen Tafeln.) Hellocher ins Graue ziehend, graubraun schattirt, liegend.

1008.

(34) 96 Cerva. Thier, Hündin, Wild. Biche.

Rid. fec.

N. A. Hirschkuh. Cervus elaphus fem. Liegend, bräunlich gelblich, unten grau.

1009.

(35) 100. Cervus Americanus. Americanischer Hirsch. Cerf Ameriquain.

Rid. fec.

N. A. Der Amerikanische Hirsch. Cervus Elaphus Americanus.

Ganz flüchtig über einen Baumstamm springend, dunkel roth-braun, Kopf und Hals grau, der Schwanz ein wunderlicher Stummel, sonst dem Edelhirsch gleichend. Die Zeichnung ist leider bloss nach einer Beschreibung eines Reisenden gemacht, daher Phantasiestück. Uebrigens giebt es in Amerika gar manche Hirschart, daher ist auch der Name „Amerikanischer Hirsch“ gänzlich zu verwerfen.

1010.

(36) 99. Cervus Guineensis. Africanischer Hirsch aus Guinea. Cerf Afrique.

J. P. de Hamilton pinx. Joh. El. Ridinger fecit et exc. Aug. Vind.

N. A. Africanischer Hirsch aus Guinea. Cervus Elaphus Guineensis.

Also hält der Textlieferant zur neuen Ausgabe ihn, wie den vorigen, nur für eine Spielart, climatische Abweichung des Edelhirsches. Das möchte denn dieser, welcher nach einer Zeichnung des berühmten Wiener Hofmalers gefertigt ist, nicht sein, wie schon sein sehr abweichendes Geweih anzeigt. Doch ist es mir nicht möglich die Art zu nennen, welcher er angehören möchte.

Cervus Asiaticus. Ein noch versprochener Asiatischer Hirsch. Cerf asiatique promis.

Ridinger sc.

N. A. Der Asiatische oder Gangeshirsch. Cervus axis.

Wir dürfen ihm keine besondere Nummer geben, weil er auf 995 bei verschiedenen ausländischen Schafen mit geliefert ist. Er stellt einen männlichen Axishirsch, liegend, recht gut dar.

1011.

(37) 92. Rangifer Ruthenus Lapponicus. Masc. Moscowitt. Lappl. Rennthier aus dem Seehafen Kola. Rangifer Russien Lapponien. Rangier une Renne.

Ex Collectione L. B. de Zorn. 1755. Gedan.

N. A. Das lappländische Rehnthier. Cervus Tarandus. (Fehlt mas.)

1012.

(38) 93. Rangifer Ruth, Lapp. Foemina. Moscowitt. Lappl. Rennthier weibl. aus dem Seehafen Kola. Rangifer Russien Lapponien Rangier.

Ex Collectione L. B. de Zorn. 1755. Gedan.

N. A. Die Rehnthier Stute. Cervus Tarandus foemina.

Sie kamen beide lebendig auf einem Russischen Schiffe nach Danzig, wo sie Herr Baron v. Zorn genau beobachtet, seine Beobachtungen, und wahrscheinlich auch Zeichnungen von ihnen, Herrn Ridinger mitgetheilt, und dieser Beides zu unserem Werke benutzt hat.

1013.

(39) 94. Rangifer. Rennthier. Le Rangier.

De Stockholm.

N. A. Das schwedische Rehnthier. Rangifer. (Sollte heissen Cervus Tarandus Linn.)

Es gehört mit den vorigen zu einer Art. Die Farbe ist dunkler, schwarzbraun, das Geweih grösser, und die Gestalt hirschartiger gezeichnet, aber dies Alles berechtigt nicht es zu einer eigenen Art zu machen. Es ist angeschirrt und mit Schelle am Halse versehen.

1014.

(40) 91. Alce. Das Elend Thier. Un Eland.

Ex Collection. H. Bar. de Zorn in Danzig. M. El. Ridinger sculps.

N. A. Das Elenthier. Cervus Alces.

Männchen schreitend, Weibchen liegend, schwarzbraun, brave Arbeit. Was Ridinger als afrikanisches Elendthier beschreibt, ist, wie wir vorher schon bemerkten, nichts Anderes, als die Kudu-Antilope.

1015.

(41) 103. Dama spadiceus. Dammhirsch roth und braun gefleckt. Daim tacheté rouge et brun.

J. E. Rid. fec.

N. A. Der roth und braungefleckte Dammhirsch. Cervus Dama (distinctus).

Er ist dargestellt, wie er das Laub eines Baumes äset, und scheint copirt aus der schönen Dammhirschgruppe mit Brockes Versen.

1016.

(42) 102. Cervus Dama. Dammhirsch, Tannhirsch gefleckter. Daim tacheté.

J. El. Ridinger fec.

N. A. Der gefleckte Damhirsch. Cervus Dama maculatus.

Stutzend, Flecken schwarzbraun auf weisslichem Grunde.

1017.

(43) 104. Dama cinereus. Thannhirsch grau gefleckter. Daim tacheté gris.

J. El. R. fec.

N. A. Der grau gefleckte Dammhirsch. Cervus Dama cinereus.

Liegend, schreiend, hellgrau auf Weiss.

1018.

(44) 101. Dama albus. Weisser Thannhirsch. Daim blanc.

J. El. Rid. fec.

N. A. Weisser Dammhirsch. Cervus Dama albus.

In einem Park gehend, zahm, mit Halsband und Klingel.

1019.

(45) 105. Dama. Tannhirsch, Weiblein. La Daine.

J. El. Rid. del.

N. A. Die Dammgeis. Cervus Dama foemina.

Liegend, dunkelbraun, unten licht röthlichbraun ins Weisse übergehend, zahm, mit Schellenhalsband.

1020.

(46) 106. Capreolus. Rehe-Bock. Chevreuil.

Ridinger fec.

N. A. Das Reh. Cervus Capreolus mas.

Stutzend, dunkelfarbig.

1021.

(47) 108. Capreolus maculatus. Gefleckter Rehe-Bock. Chevreuil tacheté.

Ridinger fec.

N. A. Der gefleckte Rehhock. Cervus Capreolus maculis distinctus.

Liegend, gelbbraun mit weissen Flecken.

1022.

(48) 107. Caprea. Rehe oder Rücke. Chevrette.

Ridinger fec. et excud.

N. A. Die Ricke. Cervus Capreolus foemina.

Im Wasser stehend, hellocher. Die Originalzeichnung ist in unserem Werke in Tuschmanier copirt.

1023.

(49) 110. Aper, Porcus sylvestris. Wildes Schwein. Sanglier.

J. El. Ridinger sc. et exc. A. V.

N. A. Das wilde Schwein. Sus Scrofa, aper mas. (Besser fera.)

Ein erzürnter Eber in verkürzter Stellung.

1024.

(50) 111. Sus Porcus. Ein zahm Schwein, Saue. Porc.

M. El. Ridinger sculp.

N. A. Das zahme Schwein. Sus Scrofra domestica.

Zwei Schecken, halb schwarzbraun oder rothlichocher und halb weiss, liegend und wühlend.

1025.

(51) 113. Porcus Babiroussa. Indianisch Schwein. Porc d’Inde.

J. El. Ridinger fec. et exc. A. V.

N. A. Der Hirsch-Eber, Schweinshirsch. Sus Babiroussa.

Eine ganz verfehlte Abbildung dieses eigenthümlichen Thieres, sowohl nach Gestalt als Farbe. Ridinger kannte, sowie Klein, bloss den skeletirten Kopf, und so hat man sich nach eigener Phantasie das Uebrige gebildet. Ganz richtige Vorstellungen hat man erst in neuerer Zeit aus Paris erhalten.

1026.

(52) 112. Porcus indicus. Muscus Schwein. Porc d’Inde.

M. El. Ridinger sc.

N. A. Das Muscus- oder Nabelschwein. Sus Tajassu.

Auch diese Zeichnung von Klein, wornach Ridinger gearbeitet, ist wahres Unding. Das Moschusschwein, Dicotyles, ist es vollends gar nicht, denn dies ist ungeschwänzt. Hat dies Klein früher gewähnt und an Ridinger geschrieben, so hat er später seine Meinung geändert. Seite 29 seiner Nat. Ordn. Nr. 4 lesen wir:

„Gewürfeltes Schwein. Von diesem habe ich eine Abbildung mit lebendigen Farben aus Ludolff’s Sammlung erhalten, welche ich an Herrn Ridinger geschickt habe.“

Aber was dies curiös gewürfelte Schwein bedeuten soll, weiss ich durchaus nicht zu ermitteln. Es scheint, als ob die Zeichnungen bei Ludolf oft erdacht gewesen wären.

Dritte Familie. Dreihufige.

1027.

(53) 117. Rhinoceros. Nasehorn. Rinocerot. Q. D. §. Xl.

Fam. III. Dreyhufige.

Joh. EI. Ridinger ad vivum del. fec. et exc. Aug. Vind.

N. A. Das Asiatische Nashorn. Rhinoceros unicornis. Es sollte heissen Rhinoceros indicus, nicht unicornis, weil es mehrere einhörnige giebt.

Es ist eine recht gelungene Abbildung, springend, und trefflich colorirt. Schade, dass sie so wenig bekannt und für naturhistorische Werke benutzt worden ist.

1028.

(54) 118. Rhinoceros. Nasshorn. Rhinocerot.

J. El. Ridinger fec. et exc. A. V.

N. A. Das Nashorn mit zwei Hoernern. Rhinoceros Africanus.

Es fällt bei dieser Abbildung schon auf, dass es in der ersten Ausgabe bloss mit dem Namen des vorigen bezeichnet und nichts von der zwei Hörnern erwähnt worden ist. Dazu kommt, dass man deutlich bemerkt, eben dasselbe Thier sei, nur liegend, abgebildet. Wie kommt es auf einmal zum zweiten Horn? Es giebt bekanntlich mehrere Nashörner mit zwei Hörnern, aber alle haben eine andere Haut, Farbe, nicht die Falten, wie das unsrige. Auch hat ja der Vater Ridinger nur ein einziges Nashorn 1748 in Augsburg gesehen, wie der Text ausdrücklich sagt, dies kann doch nicht bald ein Horn, bald zwei gehabt haben? Auch finden wir die Zeichnung, nach welcher diese Tafel gefertigt ist, in der Weigel’schen Sammlung, und auf ihr nur ein Horn, wie das unsere Copie deutlich nachweiset. Mart. El. Ridinger hat sich also erlaubt aus eigener Phantasie dem Thiere zwei Hörner zu verleihen, was ganz unrecht und naturwidrig ist.

Vierte Familie. Vierhufige.

1029.

(55) 119. Hippopotamus. Equus Niloticus. Flusspferd, Nilpferd, Wasserochs. Cheval marin. Q. D. §. XII.

Familie IV. Vierhufige.

Ex Collection. Secr. Klein. Gedan. Joh. El. Ridinger sculps. et exc. Aug. Vind.

N. A. Das Fluss- oder Nilpferd. Hippopotamus Amphibius.

Es ist nach einer Zeichnung gefertigt, welche Klein aus der Ludolf’schen Sammlung gesendet hat. Es ist keine ganz gelungene Abbildung dieses bei uns höchst seltenen Thieres, genaue haben wir erst in der neuesten Zeit bekommen, aber sie ist keinesweges ganz missrathen zu nennen. Der Kopf ist zu gross, die Färbung zu lebhaft u. s. w., aber für jene Zeit gut genug.

Fünfte Familie. Fünfhufige.

1030.

(56) 114. Elephas. Elephant. Elephant. Q. D. §. XIII.

J. El. Grimmel ad viv. del. St. Petersb. Joh. El. Ridinger fecit et excud. Aug. Vind.

Fam. V. Fünfhufige.

N. A. Der Elephant. Elephas Maximus. Sollte heisen: der indische Elephant (Elephas indicus), da der andere ebenso gross ist, auch ist ja maximus ein Eigenschaftswort und sollte nicht grossen Anfangsbuchstaben haben.

Wir sehen hier einen schönen männlichen Elephanten mit starken Stosszähnen, aber in auffallender Färbung, schön dunkel-braunroth. Sie sollen zuweilen solche eigentümliche Färbungen von dem Schlamme erhalten, in welchem sie sich wälzen. Aber dieser war ja von dem Maler Grimmel, wie die folgenden, in der Gefangenschaft gezeichnet.

1031.

(57) 116. Elephas. Ein Elefant. Un Elephant.

Joh. El. Grimmel ad viv. del. St. Petersburg. M. El. Ridinger sculps.

N. A. Der weibliche Elephant. Elephas (indicus. Th.) foemina.

Ein weibliches Thier, gelbgrau, ins Schwarzgraue übergehend. Er liegt an Ketten, starke Zähne.

1032.

(58) 115. Elephas. Abgerichter Elephant. Elephant dressé.

J. El. Grimmel ad viv. del. St. Petersb. Joh. El. Ridinger fecit et excud. Aug. Vind.

N. A. Der abgerichtete Elephant. Elephas domesticus.

Er gehört zu derselben Art, wie der vorige, ist aber wie ein Festochse herausgeputzt und bemalt, was ihm ein sonderbares Aussehn giebt. Die Grundfarbe ist die gewöhnliche, schwarzgrau. Auf ihm sitzt sein Führer. Da dieser aber auf den verkürzten Tafeln der neuen Ausgabe keinen Raum hatte, so ist er weggeblieben, was sich schlecht ausnimmt. Eine ähnliche Darstellung findet sich bei den früher beschriebenen Elephantentafeln.

1033.

Es folgt nun das in Kupfer, röthelbraun, gestochene Titelblatt zum zweiten Theile, die Zehenthiere enthaltend. Oben steht:

Das nach Original Zeichnungen geschilderte Thier-Reich.
Les Animaux repraesentes suivant des Desseins Originels.

2ter Theil.

Die letzte Zeile befindet sich in einem arabeskenartigen Schilde, welches von einem davor kauernden Bären getragen wird, welcher grimmig seinen Rachen aufsperrt, unter der einen Hintertatze einen getödteten Hund, in der andern einen angelehnten Flintenlauf hält. Daneben noch ein Bärenbeisser, der auch bereits seinen Rest bekommen zu haben scheint. Auf der anderen Seite noch einer dergleichen in ein Netz verwickelt, heulend. Darunter lesen wir folgende Verse:

„ Ja prächtig zeigt sich Gott in allen seinen Werken,
Vom kriechenden Insekt bis an das Sternenheer.
Dank dem, der uns hier lehrt des Schöpfers Macht bemerken
Und der uns seine Pracht in Bildern stellet her.
Dies that der liebe Mann, von dem dies Werk entsprungen,
Sein meisterhafter Zug lässt schön und trefflich sehn
Die Macht, die dorten wird im höhren Chor besungen
Und die wir freilich hier nur mangelhaft verstehn.
Doch reisst uns seine Kunst zu der Bewundrung hin,
Ja sie weckt in uns auf den himmlisch frohen Sinn.
Sie lehrt uns Gott als unsern Herren kennen,
Den Schöpfer der Natur auch unsern Vater nennen.

Gedanken von Herrn C. F. Christoff.

M. E. Ridinger sculps. et exc. A. V.

In der nun folgenden kurzen Vorrede danken die Herausgeber für die günstige Aufnahme, welche dies Werk gefunden, erklären nochmals, dass sie sich genau nach Klein’s Ordnung richten, und zuweilen mehrere Thierarten auf einer Tafel liefern würden.

Darauf erhalten wir zwanzig Seiten deutschen und siebzehn französischen Text nebst allgemeinem Register für diesen Theil.

Beim französischen Text S. 12 ist unten dieselbe Vignette befindlich, welche ich bei den Fabeln S. 150 beschrieben habe.

1034.

(59) 70. Camelus Bactrianus. Bactrianisches Camel. Chameau Bactrien. Q. D. §. XVI.

Fam. I. Zweyzähige.

Joh. El. Ridinger ad viv. del. fec. et exc. Aug. Vind.

N. A. Das Backtrianische Trampelthier. Dromedarius Bactrianus.

Da früher bei den Namen der nun folgenden beiden Kameelarten eine wahre babylonische Sprachverwirrung geherrscht und der Eine das Kameel genannt hat, was dem Andern Dromedar hiess, so hat man beide Namen mit Recht verworfen und nennt das hier abgebildete das zweihöckerige Kameel (Camelus bactrianus). Ridinger hat zwar diese Thiere schon im ersten Theile geliefert und gleich nach den Rindvieharten als Wiederkäuer beschrieben; aber er hat da gegen seine wiederholt ausgesprochenen Grundsätze gehandelt, dass er nämlich genau der Ordnung Klein’s folgen wolle, und sie auch in der Unterschrift, als zum zweiten Theile gehörige Zehenthiere bezeichnet. Die erste Abbildung stellt ein dunkelgefärbtes Trampelthier dar.

1035.

(60) 69. Dromedarius. Dromedar mit zwey Hoeckern. Dromedaire avec deux bosses.

J. El. Ridinger fec. et exc. A. V.

N. A. Das Trampelthier. Camelus Bactrianus.

Es ist im Niederlegen begriffen und ganz hellocherfarbig.

1036.

(61) 67. Camelus. Braunes Camel mit einem Hoecker. Dromedaire bai avec une seule bosse.

J. El. Ridinger sc. et exc. A. V.

N. A. Das Kameel. Camelus Dromedarius (besser: das einhöckerige Kameel).

Ganz dunkelbraun, stehend.

1037.

(62) 68. Camelus. Weisses Camel. Dromedaire blanc.

J. El. Ridinger fec. et exc. A. V.

N. A. Das weisse Kameel. Camelus Dromedarius albus.

Dies ist nun ein ganz licht, fast weiss, gefärbtes einhöckeriges Kameel, liegend.

1038.

(63) 71. Camelo-Cervus. Cameel-Hirsch. Chameau-Cerf.

Fam. I. mit zwey Klauen.

Ex Collection. Hr. Secr. Klein in Danzig. M. El. Ridinger.

N. A. Der Guanaco. Lama Guanaco.

Eine ganz gelungene Abbildung dieses bei uns selten zu schauenden amerikanischen Thieres, nach einer Abbildung aus der Ludolf’schen Sammlung. Kopf, Hals, Füsse grösstentheils weiss, das Uebrige schön rostgelb. Der systematische Name ist Auchenia Lama var. b. Lama Guanaco, ein Lama, welches seit undenklichen Zeiten in Freiheit gefunden wird.

1039.

(64) 12. Ai Brasiliencia et Mexica. Unau ignavus vel Tardigradus.
Ein Affe mit 3 Klauen. Singe avez trois Ongles.
Das langsame od’ faule Afflein. Singe paresseux ou tardif.

Fam. I. zwey zeege, und Familia II. Drey zeege.

Ridinger sc.

N. A. Das Faulthier. Ignavus, Bradypus Tridactylus.

Bei obigen Namen kann man sich kaum des Lachens enthalten. Was ist das für Latein, Französisch, was für eine Rechtschreibung? Dann erhalten wir hier wieder in der N. A. eine verstümmelte Tafel. In der A. A. sitzt oben am Palmbaume, davon in der N. nur ein Stummel sich findet, der Unau (Choloepus didactylus). Das andere stellt das Kaputzen-Faulthier (Bradypus cuculliger, seu tridactylus) dar.

1040.

(65) 13. Myrmecophaga; omnium maxima. Phatagin. Groester Ameisenfresser. Fourmillier grand.

Familie III. Vierzaehige.

N. A. a) Der haarige Ameisenfresser. Myrmecophaga jubata. b) Das formosanische Teufelchen oder der Phatagen. Manis macroura Tetradactyla.

Es sollte das letzte Thierchen heissen: Langschwänziges Schuppenthier. In der A. A. ist es grünspangrün colorirt, wie eine Eidechse, sollte braun, wie Tannenzapfen gefärbt erscheinen. Die Abbildung des grossen Ameisenfressers ist nach der von Klein in seinem Quadr. Dispos. gefertigt und ziemlich gelungen.

1041.

(66) 14. Tamandua. Ameisen Schlucker. Tamanoir. Guaku und Miri.

M. El. Ridinger fec.

N. A. a) Der drey fingerige Ameisenbaer. Myrmecophaga tridactyla. b) Der Vier fingerige Ameisenbaer. M. Tetradactyla.

Wahrscheinlich ist unter diesen ganz wunderlichen Namen der Capische Erdferkel (Orycteropus capensis) gemeint. Aber diese Art hat man in zwei verwandelt, einen den dreifingerigen (dreizehigen) genannt, den es gar nicht giebt, und beide aus dem Kopfe, nach Gutdünken gefertigt. Solche Thiere giebt es nirgends.

1042.

(67) 15. Armadilla Orientalis.
* Tatu porcinus, Tatu simplie.
** Tatu porcinus, omnium pulcherrimus. Ventres pilosi optime observati.

Schild-Ferkel oder Panzer-Thier. Cochon écaillé ou cuirassé.

Fam. III. Vierzähige.

J. El. Ridinger fec. et exc. A. V.

N. A. a) Das Armadill. Tatu.

b) Der Apar. Tatu Tricinctus.

Die Thiere sehr klein und zu bunt, die Namen verwirrend. Welches Gürtelthier a) darstellen soll, vermag ich nicht zu ermitteln, b) ist das Roll-Gürtelthier, Dasypus tricinctus.

Die Vierte Familie. Fünfzehige.

1043.

(68) 18. Lepus campestris. Gemeiner Feld-Hase. Lièvre.

Familia III. Vierzaehige.

Ridinger fec.

N. A. Der Feldhase. Lepus timidus.

Ein nettes Bild, in passender Umgebung sitzt Lampe in der Mitte mit seitwärts gewendetem Kopfe. Die Vorderfüsse sind fünfzehig, die hintern vierzehig, daher kommt es, dass Ridinger ihn in die dritte, Klein aber in die vierte Familie versetzt. Letzterem aber folgen wir.

1044.

(69) 19. Lepus albus. Weisser Hase. Lievre blanc.

Ridinger fec.

N. A. Der weisse oder veraenderliche Hase. Lepus variabilis.

Weiss ist er im Winterkleide, sonst ähnelt er dem gewöhnlichen, und macht eine eigene Art aus, welche die Alpen bewohnt.

1045.

(70) 20. Lepus cum Maculis nigris. Cornutus. Schwarz gefleckter Hase. Mit Hoerner. Lievre tacheté cornu.

Ridinger fec.

N. A. Der gehoernte, gefleckte Hase. Lepus cornibus et maculis distinctus.

So finden wir das Thier abgebildet, aber, wenn auch in einem Cabinet, in der Natur hat man nie ein solches gefunden.

1046.

(71) 21. Cuniculus. Kaninichen, Killhase. Le Lapin.

Riding. fec.

N. A. Das zahme Kaninchen. Lepus cuniculus, domesticus.

Eine artige Gruppe von fünf Stück, in Grösse und Farbe sehr verschieden, aber in allen Farben, wie der Text sagt, möchte man sie doch vergebens suchen.

1047.

(72) 22. Sciurus colore fusco. Sciurus colore spadiceo.
Sciurus Petaurista.
Mus Major Domesticus. Muscutus
(statt: Musculus) Domesticus. Vespertilio.
Dunkles Eichhorn. Detto Lichtes. Ecuriel tanne.
Fliegendes Eichhorn. Ecuriel volant. Ecuriel brun vif.
Ratten, Ratzen. Maeuse. Le Rat. Les Fouris.
Fleder Maeuse. Chauve souris.

Familia IV. Fünfzaehige.

Ridinger sc.

N. A. a) Das gemeine Eichhoernchen. Sciurus vulgaris.

b) Das europaeische fliegende Eichhörnchen. Sciuvus volans.

c) Die Hausratte. Mus Rattus.

d) Die Wanderratte. Mus decumanus.

e) Die Hausmaus. Mus musculus.

Das ist viel auf einem Blatte. In der N. A. sind drei Figuren weggekommen, nämlich ein Eichhörnchen und die beiden Fledermäuse. Hier ist der Schade nicht gross.

1048.

(73) 23. Sciurus getulus. Gestreiftes Eichhorn. Ecurieu rayé.

Ex Collection. Secr. Kleinii. Joh. El. Ridinger fec. et exc. Aug. Vind.

N. A. Das gestreifte Eichhorn. Sciurus striatus (sollte heissen: Tamias Lysteri, der Hacki, oder Lysters Backenhörnchen). Das Thier zu klein für die grosse Tafel.

1049.

(74) 17. Acanthion.
Cuniculus Americanus.
Mus Alpinus.

Der Igel. Herison.
Meer Schweinlein. Le petit Cochon d’Inde.
Das Murmelthier. Rat des Alpes.

Ridinger sc.

N. A. a) Der Igel. Histrix erinaceus (besser: Erinaceus europaeus).

b) Das Murmelthier. Marmotta alpina (besser: Arctomys marmotta. Das Alpen-Murmelthier).

c) Meerschweinchen. Caviae porcelli (besser: Cavia Cobaya).

Die Thiere wieder zu klein, die aneinander gelehnten Werkstücken scheinen die Hauptsache zu sein.

1050.

(75) 29. Mabsupiale (statt: Marsupiale) Americanum, oder Carigueya.
Das Beutel Thier. Sarige, Carigueia Americain.

M. El. Ridinger sc.

N. A. Die Beutelratte. Didelphis marsupialis.

Es ist die weissköpfige Beutelratte (Didelphis virginiana), gar nicht uneben mit zwei Jungen abgebildet.

1051.

(76) 16. Acanthion Cristatus, aut Histrix Orientalis cristata. Talpa.
Stachel-Schwein, Stachel-Thier. Porc epic. Mas.
Ein Maul Wurff.

J. El. Ridinger sc. et exc. A. V.

N. A. a) Das Stachelschwein. Histrix cristata.

b) Der Maulwurf. Talpa europaea.

1052.

(77) 25. Mustela viverra Furunculus, Mustela Hermellina.
Frettichen, Frettwiesel. Le Furet.
Hermelin Wiesel. Armeline.

Ex Collectione Kleinii. Ridinger sc.

N. A. Das Frettchen. Mustela furo. Das weisse oder das Hermelinwiesel. Mustela Ermelinea alba (sollte heissen: Mustela Erminea. Winterkleid).

Die niedlichen Thierchen zu klein.

1053.

(78) 24. Mustela Foetida. Martes.
Der Iltis. Furet.
Der Marder. Mart.

Ridinger fec.

N. A. a) Der Stein- oder Dachmarder. Mustella foina.

b) Der Iltis. Mustella putorius (sollte heissen: Mustela).

Beide sind in voller Räuberarbeit, der Marder hat ein todtes Vögelchen im Maule, der Iltis säuft Eier aus.

1054.

(79) 26. Mustela Zibellina. Mustela Pharaonis.
Zobel Siberischer oder Sarmatischer Marder. Matre Zibeline de Sibérie.
Egyptisches Wiesel. Belette.

Ex Collect. Ludolfii. Ridinger sc.

N. A. a) Der Zobel. Mustella Zibellina.

b) Der Ichneumon. Viverra Ichneumon (ist wohl der Mungo, Herpestes mungo).

Da finden wir Nord und Süd vereinigt.

1055.

(80) 36. Canis Molossus. Eine Englische Docke und Baerenbeisser. Dogue d’Angleterre.

Ridinger fec.

N. A. a) Die englische Dogge. Canis familiaris Anglicus mastivus.

b) der Bullenbeisser. Canis familiaris molossus.

Sieben Tafeln sind in diesem Werke dem Hunde gewidmet, und dieses dem Menschen ganz unentbehrliche, treue, folgsame Thier in seinen Hauptverschiedenheiten abgebildet worden. Die Abbildungen sind als grösstentheils recht gelungen dankbar aufzunehmen.

1056.

(81) 37. Canes Porcarii. Sau Rüden Bauer Hund Dänischer Hund. Chien de Chasse des Sangliers.

Familia IV. Fünfzaehige.

Ridinger fec.

N. A. a) Der Haushund. Canis familiaris domesticus.

b) Der Schaeferhund. Canis familiaris pastoralis (pastoreus).

c) Der daenische Hund. Canis Danorum (besser: Canis familiaris danicus).

1057.

(82) 38. Canes Sagaces. (Da nur einer abgebildet ist, so finden wir die Mehrzahl sonderbar. Th.).
Jagd oder Spuhr Hund. Un limier.

Ridinger sc.

N. A. Der Spürhund. Canis (familiaris) sagax (indagator).

Liegt an der Kette vor seiner Hütte.

1058.

(83) 39. Canes venatici. Par Force Hunde. Chiens de Chasse par force.

Ridinger fec.

N. A. Verschiedene Jagdhunde. Canes Sagaces (besser: Canis familiaris sagax, irritans).

In verschiedenen Stellungen und Farben; recht brav.

1059.

(84) 40. Canes Vertagi et Taxini. Wind und Dachs Hunde. Levriers.

Ridinger fec.

N. A. a) Der Windhund. Canis familiaris grajus (leporarius).

b) Der Dachshund. Canis familiaris vertagus.

Ein rauchhaariger und glatter Windhund, ein heller und dunkler Dachshund, je zwei zusammengekoppelt, nehmen sich recht gut aus.

1060.

(85) 41. Canes Aquatici. Wasser Hunde, Pommer und Budel Hunde. Barbets.

Ridinger fec.

N. A. a) Der Pudel. Canis familiaris aquaticus.

b) Der Spitz. Canis familiaris pomeranus.

Vier Hunde, ein grosser und ein kleiner Pudel, ein eigentlicher Spitz und ein Otterhund.

1061.

(86) 42. Canes Melitaci. Schos Hunde oder Tartuffel Hund. Bichous.

Ridinger fec.

N. A. a) Der Mops. Canis familiaris fricator.

b) Der Bologneser. Canis familiaris melitensis.

c) Das Loewenhündchen. Canis familiaris Italiens.

Weder Gestalt noch Farbe stellen den wahren Mops vor. Bei dem einen Bologneser nimmt sich der Schwanz nicht gut aus. Das Löwenhündchen (can. fam. melitaeus) ist ganz verfehlt. In wiefern gleicht denn dieses einem Löwen?

1062.

(87) 43. Lupus Vulgaris. Lupus Alicaus. (ob albicans? Th.).
Ordentlicher Wolf. Loup ordinaire.
Ganz weisser Wolf. Loup blanc.

Ridinger fec.

N. A. a) Der Wolf. Canis Lupus.

b) Der weisse Wolf. Canis albus (sollte heissen: Canis lupus var. alba).

Ein recht nettes Blatt, worauf wir oben den ganz weissen Wolf liegend und heulend, unten einen gewöhnlich gefärbten, abgemagerten, stehend erblicken.

1063.

(88) 45. Vulpes Rutgaris. Vulpes Rufesecus.
Brand Fuchs. Renard roussatre.
Ordentlicher Fuchs. Renard.

N. A. a) Der Birckfuchs. Canis Vulpes.

b) Der Brandfuchs. Canis Alopex (C. vulpes var. alopex).

Recht gefällig. Es ist früher schon mehrmals gesagt worden, dass die hier als verschiedene Arten bezeichneten Füchse zu einer Art gehören.

1064.

(89) 44. Hyaena Dubbach. Afrikanischer Wolf. Hyaene d’Affriqué.

M. El. Ridinger sp.

N. A. Die Hyaene. Canis Hyaena. (Sollte heissen. die gestreifte Hyäne, Hyaena striata).

Sie hat Gerippe vor sich und nagt an einem Knochen. Dass sie grimmiger als der Wolf sei, ist unwahr. Als mehr feige nährt sie sich meist von Aas.

1065.

(90) 27. Coati, Genitta Hispanica. Genith-Katze. Le Chat d’Espagné.

Ex Collection. D. Kleinii. J. El. Ridinger fec. et excud. A. V.

N. A. Die Genette. Viverra genetta.

Der Name Coati gebührt ihr nicht, auch sollte sie nicht Katze heissen, weil sie, wie schon Klein bemerkt, nichts mit der Katze gemein hat.

1066.

(91) 28. Felis Zibethica. Zibethkatze. La Civette.

Ex Collect. Kleinii, olim Ludolff. Ridinger sc.

N. A. Das Zibeth. Viverra Zibetha. (Schreb. asiatisches Zibetthier.)

1067.

(92) 30. Taxus caninus. Taxus Suittus.
Hunds Dachs. Thaison canin.
Schweins Dachs. Thaison de porc.

Ridinger sc.

N. A. Der Dachs. Meles taxus. (Jetzt Meles vulgaris.)

Es sind zwei Dachse einer Art (mehr giebt es bei uns nicht), der eine sich anschleichend, der andere ihn anflennend, recht brav dargestellt.

1068.

(93) 47. Felis. Hauss Katze. Le Chat.

Ridinger fec.

N. A. Die Hauskatze. Felis Catus domesticus (besser: Felis domestica).

Sie stammt aus Egypten und keinesweges von unserer wilden Katze ab. Wir sehen die Mutter Miez in einer Küche auf einem Hackeklotze ruhend. Vor ihr spielen zwei Junge, die aber viel zu eckig gerathen sind.

1069.

(94) 46. Chatus Sylvestris. Wild Katze oder Kuder. Chat sauvage.

Ridinger fec.

N. A. Die wilde Katze. Felis Catus.

Wieder ein recht ansprechendes Blatt. Die eine Katze frisst eine Waldschnepfe („ei, dass du müsstest Kohlen fressen!“), die andere will zu ihr herabspringen und mithelfen.

1070.

(95) 56. Lynx Tygrinus. Kat Luchs od. Stein Luchs. Loup cervier.

Ex Collection. D. Kleinii. J. El. Ridinger fec. et excud. A. V.

N. A. Der Luchs. Felis Lynx.

Unten ein stark gefleckter Rothluchs, liegend, oben lauernd ein Karakal (Felis caracal. Güldenst.) aus Persien oder Arabien. Es ist dann eine recht gelungene Abbildung aus der Ludolf’schen (Klein’schen) Sammlung.

1071.

(96) 55. Panthera. Ein paar Phanther Thiere. Pantheres.

M. El. Ridinger ex. et scp.

N. A. Der Panther. Felis Pardus.

Ein hellfarbiger und ein roströthlicher Panther wollen sich angreifen. Der Zanckapfel ist ein Vogel, welcher gemordet zwischen beiden liegt. Die Darstellung gelungen.

1072.

(97) 53. Tigris fuscus. Dunckler Tiger. Tigre d’une couleur tombre.

J. El. Ridinger sculps. et excud. A. V.

N. A. Der Leopard. Felis Leopardus.

Es scheint auch ein Panther zu sein, nur dunkler, als die vorigen. An Tiger ist hier nicht zu denken. Ein schönes Männchen, katzenartig liegend, mit Halsband.

1073.

(98) 54. Tigris. Ein Tiger. Tigre.

J. El. Ridinger fec. et excud. A. V.

N. A. Eine kleinere Art Leopard. Leopardus minor.

Alle diese Namen sind ganz verwerflich. Das Thier sieht dem vorigen sehr ähnlich, nur der Grund hellrostfarben, also weit entfernt davon ein wahrer Tiger zu sein. Es liegt an einer Kette, steht vor seiner Hütte und ich möchte es für einen jungen Panther halten.

1074.

(99) 51. Pardus. Ein Leopard. Leopard.

J. El. Ridinger sc. et excud. A. V.

N. A. Der Tiger. Felis Tigris.

Dies ist der Königstiger mit Streifen. Er sitzt etwas zusammengekauert und der starke Bart entstellt ihn etwas, sonst kenntlich.

1075.

(100) 52. Tigre (ob tigris?) Albus. Weisslichter Tyger. Tigre blanchatre.

Ex Collection. D. Kleinii. J. El. Ridinger. fec. et excud. A. V.

N. A. Der weissliche Tiger. Felis concolor.

Der lateinische Name ist hier richtig. Es ist der amerikanische Löwe, oder der Kuguar. Klein nennt ihn den amerikanischen Tiger. Er springt an einem Felsstück in die Höhe und wir sehen ihn ergrimmt von hinten.

1076.

(101) 48. Leo colore lucido. Ein Löwe von heller Farbe. Un Lion d’une couleur clair.

Familia IV. Fünfzaehige.

J. El. Ridinger sculps. et exc. A. V.

N. A. Der Loewe. Felis Leo.

Ein schönes Männchen des gewöhnlichen Löwen steht majestätisch auf einem erlegten Wildschwein. Die Namen auf der A. A. kann ich nicht anfuhren, weil ich das Blatt nicht habe.

1077.

(102) 49. Leo Fuscus. Ein Loewe dunckler Art. Un Lion d’une couleur brune.

Joh. El. Ridinger sculps. et exc. A. V.

N. A. Der Loewe von dunkler Farbe. Leo fuscus (besser: Felis leo, var. fusca).

Liegend, Mähne dunkel, fuchsbraun. Altes Männchen.

1078.

(103) 50. Leaena. Eine Loewin. Une Lione.

N. A. Die Loewin. Leaena (besser: Felis leo, fem.).

Sie liegt und hat die ganze Aufmerksamkeit auf einen vor ihr sich bewegenden Gegenstand gerichtet. Ganz hellochergelb.

1079.

(104) 33. Ursus Maximus Niger. Der grosse Schwartze Baer. L’ours grand et noir.

J. El. Ridinger fec. et excud. A. V.

N. A. Der schwarze Baer. Ursus niger (besser: Ursus Arctos, var. nigra).

Es ist ein gezähmtes Thier in gebückter Stellung.

1080.

(105) 32. Ursus Maximus Formicarum nigricans. Der grosse braune Ameisen Baer. L’ours grand et brun des fourmis.

J. El. Ridinger fec. et excud. A. V.

N. A. Der grosse braune Landbaer. Ursus Arctos var. fusca.

Er sitzt vor einer Heerde Ameisen und leckt dieselben von seiner Tatze ab.

1081.

(106) 35. Ursus Minor Rufo Fuscus. Der Zeydel Baer. Ours petit roussatre.

J. El. Ridinger fec. et excud. A. V.

N. A. Der Zeidelbaer. Ursus minor (besser: Ursus Arctos, var. rufa).

Er soll zuweilen in der Schweiz in dieser ganz auffallenden Färbung vorkommen. Stellung wie der Grönländische Bär Nr. 527., nur verkleinert.

1082.

(107) 34. Ursus Albus Groenlandiae. Der weisse Spitzberg Groenländische Baer. L’ours blanc de Groenland.

J. El. Ridinger fec. et excud. A. V.

N. A. Der weisse Landbaer. Ursus albus.

Stehend, den Rachen weit aufgesperrt. Warum man ihn gegen Ridinger in der N. A. bloss für eine weisse Spielart des Landbären erklärt, und nicht für den Eisbär (Ursus maritimus) hält, weiss ich nicht.

1083.

(108) 31. Gulo. Vielfrass. Le Glouton.
Raton, animal Americanum. Raton. Raton Americain.

M. E. Ridinger fec.

N. A. a) Der Vielfrass. Meles gula.

b) Der Schupp- oder Waschbaer. Meles lotor.

Die Namen ganz falsch bei a) besser: Gulo borealis, Nordischer Vielfrass (Bergbär, nicht vom vielen Fressen; und gula heisst ja die Kehle, was soll die hier?); b) aber ist Procyon (nicht Meles) Lotor.

1084.

(109) 2. Simia Satyrus vel Home (o) Silvestris. Coaita Simia Nigra Caudata.
1. Gibbon, aufrecht gehender Affe mit langen Armen oder Wald Mensch genant. Gibbon ou l’homme sauvage.
2. Coaita, der schlange und besonders lang geschwänzte schwarze Sapajous mit 4 Finger. Signe arangnée genant.
3. Sambt noch einer kleinen Meerkazzen art, avec une petite guenon.

M. E. Ridinger ex. et scp.

N. A. a) Der Gibbon. Simia longimana.

b) Der Mongus oder das Ringauge. Lemur Mongoz.

Hier giebt es leider viel zu berichtigen. 1. ist viel zu menschenähnlich und ein Phantasiestück, das weder den Orang-Utang, noch weniger den Gibbon vorstellt.

2. ist ein Klammeraffe (Ateles Paniscus), der sich auf einem Seile schaukelt, aber in der N. A. ganz weggefallen ist.

3. ist allerdings ein Halbaffe, Maki, und mag wohl der Mongus oder das Ringauge sein.

1085.

(110) 3. Simia. Gemeiner Affe. Singe. Q. D. §. XXXVIII.

J. E. Ridinger ad viv. fec. et exc. Aug. Vind.

N. A. Der gemeine Affe. Simia Sylvanus (besser: Inuus ecaudatus juv.)

Der einzige Affe, welcher sich wild in Europa (Gibraltar) findet.

1086.

(111) 4. Cynocephalus Satyrus. Wald-Teuffel. Le Satyre.

Ridinger fec.

N. A. Der Choras. Simia Mormon.

Ist eine gelungene Abbildung von Cynocephalus Mormon. Der Mandrill ist derselbe Affe jung.

1087.

(112) 5. Simia Personata ex Cuinea. Ein Masquirter Affe aus Guinea. Singe masque de Guinée.

Ridinger sc.

N. A. Der sogenannte maskirte Affe aus Guinea. Simia Marmon S. personata.

Es ist der Cynocephalus der Alten, jetzt grauer Pavian (Cyn. Hamadryas) genannt, alt.

1088.

(113) 9. Cebus Liocephalus. Montcey Pavian. Loewen Meer Katze, Mann Tiger. Marmot qui a le Tete d’un Lion.

Ridinger sc.

N. A. Der Lovando. Simia Hamadryas.

Ist nichts Anderes, als ein Junges der vorhergehenden Art, etwas abgemagert.

1089.

(114) 6. Simia Barbata. Ein bartiger Affe. Singe barbu.
Cebus Barbatus. Eine bartige Meer Katze. Le Marmot barbu.

Ridinger sc.

N. A. a) Die bärtige Meerkatze oder Diana. Simia (jetzt Cercopithecus) Diana. b) Der baertige Affe. Simia barbata (bleibt mir räthselhaft).

1090.

(115) 8. Cebus Viridis. Grünlichte Meer Katze. Le Marmot Verd. Gelblichte detto.

Ridinger sc.

N. A. Der grüne Affe. Simia Sabaea. (Besser Cercopitheus Sab.)

Gehören beide zu einer Art, die grüne Meerkatze genannt.

1091.

(116) 7. Cercopithecus. Grosse bartige Meerkatze mit Kleinen. Le Marmot grand barbu avec ses petits.

J. El. Ridinger fec.

N. A. a) Die weissnasige Meerkatze. Simia Petaurista.

b) Die gemeine Meerkatze. Simia Cynomolgus.

Dass a) die weissnasige nicht sei, ist gewiss, aber ungewiss, zu welcher Art sie gehöre. Die N. A. macht zwei Arten aus den Abbildungen, was wohl gegründet sein mag, aber Ridinger erklärt sie für alt und jung. In einigen Exemplaren finde ich das Gesicht des geglaubten Jungen schwarz, in anderen aber fleischröthlich. Nach letzteren könnte es Cercopith. cynomolgus sein.

1092.

(117) 11. Cebus Saguin. Aller kleinste Meer Katze. Marmot Sagouin.

Ridinger sc.

N. A. Der Sagoin. Simia Jachus. (Besser: Sahui, Hapale Jacchus).

Zwei kleine Thierchen der Art, das eine vor einem Deckelkörbchen, seiner Behausung, sitzend und an eine Metallkugel befestigt; das andere aber sitzt in einer Art geflochtenem Glockenbauer, klammert sich mit seinen vier Händen an die Stäbe und guckt uns neugierig an. Sonst nicht sehr naturgetreu.

1093.

(118) 10. Cebus Capite Vulpino. Füchsel Männchen. Le Marmot avec la Tete de renard.
Cebus Minor. Ganz kleine Meerkatze. Marmot petit.

Ridinger sc.

N. A. a) Der Mokoko, Füchselmaennchen. Lemur Catta.

b) Die weissaeugige Meerkatze. Simia Aethiops.

a) Der Katzenmaki ist fleischröthlich gefärbt, sollte wohl aschgrau sein.

b) Ist ganz gewiss Aethiops nicht. Die Abbildung klein und werthlos.

Die fünfte Familie. Fünfzeeige mit Gaensefüssen.

1094.

(119) 121. Lutra. Fisch-Otter. Loutre.

J. El. Ridinger sc. et exc. A. V.

Familia V. Fünfzähige mit Gaenssen-Füssen.

N. A. Die Fischotter. Lutra Vulgaris.

Grün gedruckt, wie das folgende, beides recht ansprechende Blätter.

1095.

(120) 120. Castor. Biber. Castor.

J. El. Ridinger sc. et exc. A. V.

N. A. Der gemeine (besser: altweltliche) Biber. Castor Fiber.

Er äset, und hält seinen Schuppenschwanz ins Wasser.

1096.

(121) 123. Ros Marus. Equus marinus. Walros, Walrus. Cheval Marin.

J. El. Ridinger fec. et exc. A. V.

N. A. Das Wallross. Trichecus Rosmarus.

Sähe das Thier wirklich so aus, so wäre es wahrhaftig keine Schönheit. Es ist aber nach einem durch das Ausstopfen entstellten Exemplare gefertigt und daher unrichtig.

1097.

(122) 124. Leo Marinus. See Loewe. Lion Marin.

Familia V. mit fünf Zeegen und Gaenssen Füssen.

Diese Abbildung wurde uns von einem guten Freunde aus London gütig mitgetheilet. Ridinger cop.

N. A. Die glatte Loewenrobbe mit dem Jungen. Phoca Leonina.

Die größere Figur ist die entstellte Blasenrobbe oder der See-Elephant (Cystophora proboscidea. Peron.) das Männchen, nach Anson in seiner Reise um die Welt. Die kleinere ist wohl das Weibchen, falsch colorirt.

1098.

(123) 122. Canis Marinus. See Hund. Veau Marin.

M. E. Ridinger sculps.

N. A. Der Seehund. Phoca Vitulina.

Der gemeine Seehund nach einer Abbildung von Klein ist gut dargestellt, einmal ganz von der Seite, dann der Kopf von vorn im Wasser.

1099.

(124) 125. Vilnius Marinus. Ein See-Kalb. Veau Marin.

M. El. Ridinger excud. et scp.

Familia V. mit Gaensse Füssen.

N. A. Die Moenchsrobbe. Phoca Monachus (besser: Leptonyx monachus. Nils.).

Ist eine nach der Natur gefertigte gelungene Abbildung.

Es folgen nun noch einige vierfüssige Amphibien nämlich:

1100.

(125) 127. Crocodilus. Ein Crocodil mit dem Kamm-Rücken. Le Crocodile.

M. El. Ridinger ex. et scp.

N. A. Das Nil-Crocodil. Lacerta Crocodilus. (Besser: Crocodilus Niloticus.)

Mit aufgesperrtem Rachen, nicht übel.

1101.

(132) 126. Alagether. Alligator, Caiman. Alligator.

Familia V. Fünffzaehig.

Ex Collectione D. de Reck. M. El. Rid. sculps.

N. A. Der Kaiman. Alligator. Crocodilus cataphractus (gewöhnlich Crocodilus sclerops, s. Alligator genannt).

1102.

(127) Chamaeleo Rana Bufo Lacerta et Testudo. Chamaeleon, Frosch, Kroede, Eydexe und Schild-Kroede. Chamaeleon, grenouille, crapaut, lezard et tortue.

Familia V. mit fünf Zehn oder Gaenssefüssen.

M. El. Ridinger ex. et scp.

Diese ganz unbedeutende Flicktafel ist in der N. A. weggeblieben, was auch gar nicht zu bedauern ist. Die darauf befindlichen Abbildungen viel zu klein und ganz ohne Werth.

So scheiden wir denn, für jetzt wenigstens, von den köstlichen Gaben unsers unerschöpflichen Künstlers, insoweit sie seine Kupferstiche betreffen.

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